Schnelle Hilfe aus Bockenem für Zawadzkie

 

Städtpartnerschaftsverein, DRK und Stadt organisierten Hilfstransport für Hochwasseropfer / Dank an Bevölkerung

Der Hilferuf aus Bockenems Partnerstadt Zawadzkie (Polen) erreichte den Städtepartnerschaftsverein Bockenem am Pfingstmontag. In unmittelbarer Nähe von Zawadzkie war zum ersten Mal ein Teil des Deiches vom Fluss Melapane aufgeweicht und gebrochen.
In einer Kettenreaktion gelang das Wasser über einen Kanal in den nahe der Stadt gelegenen See. Dieser trat großflächig über die Ufer und setzte allein in Zawadzkie rund 270 Häuser und große Flächen des nördlichen Stadtgebietes unter Wasser. Auch die beiden Ortsteile von Zawadzkie wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Zum Zeitpunkt des Hilferufes weilten in Bockenem Gäste aus der englischen Partnerstadt Thornbury. Obwohl die Tage mit den englischen Freunden ausgefüllt waren, plante die Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereines, Ulrike Schumann, kurzfristig den polnischen Freunden zu helfen. Innerhalb weniger Tage konnte der Verein mit vereinten Kräften, durch Presseinformationen und die Auslegung von Flyern in Bockenem und Umgebung die Menschen über das Unglück in Zawadzkie informieren. Innerhalb einer Woche waren drei Fahrzeuge mit Anhänger prall gefüllt. Ein besonderer Dank gilt dabei der Vorsitzenden des AWO-Ortsvereins Bockenem, Ursula Lother, die mit ihren Helfern die tägliche Durchsicht der eingegangenen Spenden sofort durchführte. Kleidung, Ess- und Tafelgeschirr, Haushaltsgeräte, Reinigungsartikel, Hygieneartikel, Gardinen, Medikamente, Bettwäsche, Handtücher und weitere Sachen des täglichen Lebens spendeten die Menschen aus dem Ambergau im großen Umfang.
Auch der 1. Vorsitzende Hans-Werner Schleusener des DRK-Ortsvereins Bockenem zögerte keine Sekunde. Für ihn war es selbstverständlich, aus den Beständen der DRK-Kleiderkammer ein komplettes Fahrzeug mit Anhänger an Hilfsgütern den Einwohnern aus Bockenems Partnerstadt bereitzustellen. Städtepartnerschaftsverein, DRK und Stadt Bockenem starteten am 10. Juni nach Zawadzkie. Hier warteten bereits fleißige Hände auf die Bockenemer. In knapp einer Stunde waren alle Fahrzeuge entladen. Der große Kleiderraum des Sozialamtes von Zawadzkie hatte bisher so viele Hilfsgüter auf einmal noch nicht aufgenommen. Als einen ersten Dank für die Helfer aus Bockenem rührten Kinder mit einem Gedicht (in deutscher Sprache) deren Herzen.
Bürgermeister Mariusz Stachowskie lud am Abend die Bockenemer Helfer zu einem gemeinsamen Essen ein. Er bedankte sich im Namen der Einwohner von Zawadzkie für die schnelle Hilfe aus der Partnerstadt. Sein besonderer Dank galt den Einwohnern aus dem Ambergau. Sie hätten spontan und großzügig echtes partnerschaftliches Verständnis und Hilfsbereitschaft für die Notlage der Einwohner seiner Stadt gezeigt. Bürgermeister Stachowskie bat ausdrücklich, den Dank den Bockenemern auszurichten.
Da das einzige Hotel im Ort noch mit Hochwasseropfern belegt war, wurden die Helfer aus Bockenem wieder bei Bruder Pawel in den Gästeräumen des Behindertenheimes herzlich aufgenommen.
Den folgenden Tag nutzten die Helfer für eine Besichtigungsfahrt durch die Umgebung. Die Schäden durch das Hochwasser waren auf den Feldern noch deutlich zu sehen. Einwohner berichteten, dass noch einige Häuser unbewohnbar seien. Die Versicherungen könnten der Vielzahl der Schadensfälle nicht nachkommen.
Gastfreundschaft, so fasste Ulrike Schumann abschließend zusammen, werde in Zawadzkie groß geschrieben. Sie versprach, auch weiterhin Spenden für Zawadzkie zu sammeln. Bereits im Oktober dieses Jahres soll ein weiterer Hilfstransport in Richtung der Partnerstadt starten. Die Spendenbereitschaft ist in Bockenem ungebrochen. Ulrike Schumann wörtlich: „Auch wir waren überwältigt von der Spendenbereitschaft unserer Einwohner. Wir danken ihnen von ganzem Herzen. Wir freuen uns über alles, was wir erhalten. Im Herbst können wir noch einmal eine Lieferung bringen.“