„Schwele, schwele, brenne nicht...“

Ortshausens Ortsvorsteher Bernd Winter entfacht vor 300 Gästen Glut im Holzkohlemeiler

Mit einem Tusch endete das Einstimmungskonzert des Musikzuges Ambergau Süd der Freiwilligen Feuerwehr Bornum: Ortsvorsteher Bernd Winter konnte zum ersten Höhepunkt der Feierlichkeiten des Ambergautages 2010 in Ortshausen etwa 300 Gäste begrüßen.
Ganz besonders freute er sich über die Anwesenheit des Stadtheimatpflegers Manfred Klaube. Bernd Winter erinnerte: „Die Idee, zum Ambergautag 2010 einen Holzkohlemeiler aufzubauen, stammt von Manfred Klaube. Ich habe damals lange überlegt, ehe ich mich damit anfreunden konnte. Erst nachdem wir uns mit der Harzköhlerei Stemberg in Hasselfelde in Verbindung gesetzt hatten, entschieden wir: Wenn alle mit anpacken, ist es zu schaffen. Heute ist es nun so weit. Wir werden den Meiler entzünden.“ Anschließend dankte der Ortsvorsteher allen Helfern, die ihn und die Köhler beim Aufbau des Meilers tatkräftig unterstützt hatten. „Nur wenn ein Dorf zusammen steht, kann eine solch große Aufgabe bewältigt werden“, sagte Winter. Besonders hob er die Freiwillige Feuerwehr Ortshausen heraus. Deren fleißige Mitstreiter seien vom Einschlagen des Holzes über den Aufbau der Köhlerhütte bis zu den Arbeiten am Meilerplatz in den vergangenen Wochen immer mit dabei gewesen.
Über die eigens für die Meilertage vom Team gezimmerte Holzleiter bestieg Köhler Peter Feldmer den Meiler. Von oben wandte er sich an die erwartungsfrohen Gäste. Nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte der Köhlerei erläuterte er den weiteren Ablauf. Dann erklomm auch Bernd Winter die Leiter. Wolfgang Rittgarn reichte ihm den Eimer mit der glühenden Holzhohle hoch, der dann in den Schlot des Meilers geschüttet wurde. So entfachte Bernd Winter die im Laufe des Tages von den Köhlern gut vorgeglühten Glutnester im Schlot zu neuem Leben. Zusammen mit Köhler Peter Feldmer stieß er hoch oben auf dem Meiler – umweht von Holzkohlenschwaden – mit einer Flasche „flüssiger Holzkohle“ und dem Trinkspruch der Köhler: „Schwele, schwele, brenne nicht, sonst verlierst du dein Gesicht“, auf ein gutes Brennergebnis an. Worauf die Gäste lautstark mit einem dreifachen „Gut Brand“ antworteten.
Pastor Peter Wieboldt schloss sich den Wünschen zum guten Gelingen an, erbat Gottes Segen für den Meiler und die geplanten Veranstaltungen.
In der ersten, der kritischsten Nacht nach dem Entzünden, muss der Meiler rund um die Uhr im Auge behalten werden. Mindestens alle drei Stunden regulieren die Köhler den Verkohlungsprozess, indem sie den Schacht öffnen, die Glut verdichten, Holz nachlegen oder die Luftzufuhr anpassen. Wenn alles nach Plan läuft, kann am nächsten Wochenende die Holzkohle geerntet werden.