„Sechs auf einen Streich“ mit Chance auf Dorfereneuerung

Bockenem (LB). Bei zwei Enthaltungen beschloss der Bockenemer Stadtrat, einem Planungsbüro in Hannover die Voruntersuchung für eine unter der Bezeichnung „An der Harplage“ laufende Verbunddorferneuerung zu erteilen. Sie betrifft Bornum, Königsdahlum, Hary, Störy, Groß Ilde und Klein Ilde. Damit wird den neuen Dorfentwicklungsverfahren Rechnung getragen, nach denen Anträge für eine einzelne Ortschaft künftig keine Chance mehr haben, in den Genuss einer Förderung zu kommen.
Von den 17 dörflichen Ortschaften der Stadt Bockenem wurden bislang außer Bornum, Königsdahlum, Groß Ilde, Klein Ilde und Schlewecke alle anderen durch das Programm gefördert. Nun ergäbe sich die „einmalige Chance“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Gerhard Bartels, in seiner Stellungnahme zu diesem Tagesordnungspunkt, die noch nicht geförderten Dörfer alle zusammengenommen – allerdings ohne Schlewecke – in das Förderprogramm zu bringen. Dieser Auffassung schloss sich zwar auch SPD-Fraktionsvorsitzender Siegfried Berner an, er meinte jedoch, dass mit dem Begriff „An der Harplage“ ein Konstrukt geschaffen werde, das es bislang nicht gegeben habe, und dies möglicherweise Assoziationen wecke, die man gar nicht wünsche.
Ulrike Schumann (CDU) merkte als Ortsbürgermeisterin zwar an, dass Schlewecke in dieser Konstruktion keine Berücksichtigung finden könne, doch begrüße sie das jetzt beginnende Verfahren vor allem auch deshalb, weil Bornum als größte dörfliche Ortschaft nun endlich mit dabei sein könne. Weiterhin beschloss der Rat einen Bebauungsplan für die zu Schlewecke gehörende bisherige Gewerbefläche in Nienhagen, mit dem diese künftig als Industriegebiet ausgewiesen sein wird. Darüber sei sie sehr erfreut, weil damit dort künftig Rechtssicherheit gegeben sein wird, kommentierte Ulrike Schumann diesen Beschluss.