So hat der Ambergau den Wonnemonat begrüßt

In Schlewecke wurde der Maibaum bereits am Vorabend aufgestellt (von links): Ralf Janietz, Martin Bartölke, Andreas Taentzler, Wolfgang Klinner. (Foto: Voß)
 

Maiwecken mit dem Spielmannszug in der Kernstadt und traditionelles Aufstellen der Maibäume in den Dörfern

Die Ankunft des so genannten „Wonnemonats“ Mai zu feiern, das gehört im Ambergau zu den kulturellen Traditionen, insbesondere in den Dörfern.


Von Karsten Knoblich

Bockenem. Dabei geht es nicht nur um das Aufstellen des Maibaumes, das meist mit einem gemeinsamen Umtrunk verbunden ist, und um das anschlie­ßende gemütliche Beisammensein; mancherorts wird auch noch gesungen, und die Kirchengemeinde lädt zu einem Gottesdienst ein. Das alles wird im Ambergau noch gepflegt, wenn auch in unterschiedlicher Weise.
In der Kernstadt beschränkt man sich auf das traditionelle Maiwecken, für das auch in diesem Jahr der Spielmannszug Ambergau verantwortlich zeichnete. Auf ihrem Weg durch Bockenem lassen die jungen Musiker – der Nachwuchs ist immer am eifrigsten dabei – fast keine Straße aus. Und so kommen auf der Strecke allerhand Kilometer zusammen. Die Truppe, die an diesem 1. Mai immerhin 16 Aktive umfasste, machte sich bereits in aller Herrgottsfrühe, um 5.30 Uhr, auf den Weg. Nur eine einzige Pause gönnte sich der Spielmannszug, und trotzdem zog sich der Tag auch diesmal bis 14 Uhr hin.
In Mahlum hatten Ortsbürgermeister Henning Bosse und der Ortsrat gemeinsam mit den „62-ern“ die Einwohnerschaft auf den Dorfgemeinschaftsplatz (Bolzplatz) eingeladen. Wie auch in den anderen ehemals Braunschweiger Ambergaudörfern schmückten den Maibaum hier Bänder in den früheren Braunschweiger Farben Blau und Gelb. Zu den „62-ern“, die für die Aufstellung des Maibaums und den gesamten Ablauf der Veranstaltung verantwortlich zeichnen, gehören die Ehepaare Lüder, Ackenhausen, Kuhnke und Werner sowie Ortsbürgermeister Henning Bosse – alle Jahrgang 1962. Sie setzen in Mahlum seit 2003 die Aktivitäten der „38-er“ fort, die von 1997 bis 2002 für die Anschaffung des Maibaums gesorgt haben und diesen schönen Brauch wieder aufleben ließen.
Worte des Dankes richtete Henning Bosse gleich an zwei Adressen – als Ortsbürgermeister an die seiner Ortsratskollegen, als „62-er“ an die seiner engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Und Bosse konnte der Dorfgemeinschaft außerdem eine komplette rustikale Sitzgarnitur aus Holz, bestehend aus zwei Bänken und Tisch, präsentieren. Wie schon im vergangenen Jahr angekündigt, hat das Ensemble seinen Platz am südlichen Dorf­eingang unter der Eiche gefunden. So leistet die 62-erGruppe in Mahlum Jahr für Jahr viel Gutes für das Dorf und setzt das Werk ihrer Vorgänger fort. Die Neuanschaffungen finanzieren sich aus den Erträgen einzelner Veranstaltungen.
In Schlewecke hatte die Dorfgemeinschaft den Maibaum – auch hier in den Farben Blau und Gelb – bereits am Vorabend aufgestellt. Anschließend gab es ein geselliges Beisammensein am Feuerwehrhaus. Dazu konnte Ortsbürgermeister Andreas Taentzler im Namen des Ortsrates, der Kirche, der Feuerwehr und der Kyffhäuser-Kameradschaft viele Einwohner, unter ihnen auch Bockenems Bürgermeister Martin Bartölke, willkommen heißen. An der Vorbereitung hatten sich alle Vereine beteiligt. Ein gut besuchter gemeinsamer Gottesdienst war der gelungenen Veranstaltung vorausgegangen.
In Ortshausen lag die bunte Maifeier rund um das Dorfgemeinschaftshaus traditionell in der Organisation des Heimatvereins. Wie in den Vorjahren wurde der Maibaum hier von den Kindern des Dorfes geschmückt. In Königsdahlum führte diesmal die Ortsfeuerwehr Regie bei der Maifeier vor dem Dorfgemeinschaftshaus.
Und auch in Jerze wurde wieder ein Maibaum vor dem Feuerwehrhaus aufgestellt – in diesem Jahr übrigens schon zum 13. Mal. Ortsvorsteherin Ursula Lother hatte die Gäste herzlich begrüßt und sich beim Arbeitskreis für das Aufrichten bedankt.