SPD holt sich ehemalige CDU-Hochburg

Zieht direkt in den Landtag ein: SPD-Mann Markus Brinkmann.

Zweitstimmenergebnis überrascht / Wahlbeteiligung in Bockenem unterdurchschnittlich

Im Jahr 2008 war der Wahlkreis 22 noch fest in CDU-Hand. Das hat sich nun geändert: Sowohl bei den Erststimmen, weniger überraschend, als auch bei den Zweitstimmen, deutlich überraschender, lag die SPD bei dieser Wahl vorne. Der Direktkandidat Markus Brinkmann konnte sein Ergebnis gegenüber vor fünf Jahren um fast acht Prozentpunkte steigern (36,9 auf 44,3 Prozent). Die CDU, die darum bat, FDP-Mann Dr. Bernd Fell zu wählen, und die FDP schafften zusammen deutlich weniger (40 Prozent). Beim letzten Mal lagen sie gemeinsam bei 49,7 Prozent.
Überraschender war das Ergebnis bei den Zweitstimmen. 2008 lag die CDU bei 41,8 Prozent, die SPD bei 36,1 Prozent, gewann zudem in allen neun Kommunen des Wahlkreises. Auch hier gab es einen Wandel. Die SPD konnte fünf Gemeinden für sich entscheiden, kam insgesamt auf 38,2 Prozent der Wählerstimmen, die CDU nur auf 37 Prozent. Wenn man die 11 Prozent für die Grünen hinzuzählt haben rot-grün gemeinsam eine deutliche Mehrheit. Die FDP kam nur auf 6,8 Prozent und landete somit deutlich unter dem Landesschnitt.
Das Bockenemer Ergebnis ist bei den Erstimmen ähnlich wie im gesamten Wahlkreis. Markus Brinkmann erreichte 44,8 Prozent, CDU 20,5 Prozent und die FDP 20,6 Prozent.
Ein umgekehrtes Ergebnis als bei der vorigen Wahl gab es auch bei den Zweitstimmen. Die CDU verlor zwar weniger als im Land und im Wahlkreis und kam nach 41,8 nun auf 38,0 Prozent. Doch die SPD legte von 36,1 Prozent auf 39,7 Prozent zu. Die FDP verlor entgegen dem Landestrend und kam nur noch auf 5,9 Prozent (2008: 6,2 Prozent). Die Grünen konnten auch in Bockenem deutlich zulegen, erreichten diesmal 8,6 Prozent (2008: 4,7 Prozent). Die LINKE verlor genau vier Prozentpunkte und kam nur noch auf drei Prozent der Wählerstimmen.
Die SPD profitierte insbesondere von ihren deutlichen Siegen in den beiden größten Ortsteilen Bornum (49,2 Prozent) und Volkersheim (46,0 Prozent). Aber diesmal siegte sie auch in der Kernstadt knapp.
Die Wahlbeteiligung fiel in Bockenem unterdurchschnittlich aus. Während im Wahlkreis insgesamt 64,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben, der höchste Wert der drei Hildesheimer Bezirke, gingen im Stadtgebiet nur 59,5 Prozent zur Wahlurne. Besonders in der Kernstadt war die Beteiligung mit unter 50 Prozent (ohne Briefwahlstimmen) gering.