Sprechstunde der Schuldnerberatung nun auch in Bockenem

Die Schuldnerberater Dieter Hohmann und Thomas Klepin sind nun auch einmal pro Woche in Bockenem und Alfeld zu sprechen. (Foto: Neite)

Angebot des Diakonischen Werkes / Aus der Tabuzone in die Öffentlichkeit

Das Diakonische Werk des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreisverbandes Hildesheim weitet sein Beratungsangebot aus. Ab März ist die Schuldnerberatung nicht mehr nur in Hildesheim, sondern zusätzlich in Alfeld und Bockenem zu erreichen. Einmal pro Woche gibt es offene und kostenlose Sprechstunden.

Bockenem (bo). Das Diakonische Werk habe auch bisher schon Ratsuchende aus dem Landkreis betreut, betont Schuldnerberater Dieter Hohmann. Nach der Zusammenlegung der Diakonischen Werke der Kirchenkreise Hildesheim-Sarstedt und Hildesheimer Land-Alfeld im vorigen Jahr solle der Service nun noch ausgebaut werden. Dass Bockenem und Alfeld für die zusätzlichen Sprechstunden ausgewählt wurden, hat Diakonie-Geschäftsführer Matthias Böning zufolge seinen guten Sinn: Hildesheim sei von diesen beiden Städten deutlich schlechter mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen als beispielsweise von Sarstedt aus.
Der Bedarf ist hoch. Fast 300 Haushalte haben im Jahr 2010 die Unterstützung der Fachleute in Anspruch genommen. In die Schuldenfalle, wissen Dieter Hohmann und sein Kollege Thomas Klepin, könne man leicht geraten: Man verliert seine Arbeit, kommt noch eine Weile lang klar, steht nach einiger Zeit aber vor finanziellen Problemen. Nun können Zahlungsverpflichtungen bei verschiedensten Gläubigern nicht mehr erfüllt werden, Gerichte werden eingeschaltet, der Gerichtsvollzieher steht vor der Tür – immer neue Kosten entstehen.
Das Diakonische Werk bietet professionelle Hilfe an: Dieter Hohmann und Thomas Klepin analysieren die persönliche und wirtschaftliche Situation der betroffenen Familien, erarbeiten gemeinsam mit ihnen Möglichkeiten, die Schulden zu regulieren. Sie informieren über Sozialleistungen oder Verbraucherinsolvenzverfahren, und sie helfen bei komplizierten Anträgen.
Bei Bedarf vermitteln sie zudem psychosoziale Beratungen. Denn die einzelnen Fälle würden immer komplizierter, hat Matthias Böning beobachtet. Mitunter kämen mehrere Themen zusammen wie familiäre Probleme, Sucht und/oder psychische Schwierigkeiten. „Wir sind keine Moralapostel, Schuldzuweisungen gibt es nicht“, ergänzt Dieter Hohmann. Hilfe zur Selbsthilfe – das sei das Hauptanliegen der Berater.
Dazu gehört auch die Prävention. Thomas Klepin und Dieter Hohmann suchen das Gespräch mit allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen, mit Unternehmen oder auch mit Trägern der Erwachsenenbildung. Ziel ist es, das Thema Verschuldung in die breite Öffentlichkeit zu tragen und aus der Tabuzone herauszuholen.

Gut zu wissen

Offene Sprechstunden der Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes gibt es dienstags von 15 bis 16.30 Uhr und donnerstags von 9 bis 10.30 Uhr im Diakonischen Werk Hildesheim, Klosterstraße 6; ab 3. März außerdem jeden Donnerstag von 14 bis 15 Uhr in Bockenem (Haus der Diakonie, Bürgermeister-Sander-Straße 10) und freitags von 10 bis 11 Uhr in Alfeld (Diakonisches Werk, Am Mönchehof 2). In den Sprechstunden können weitere Termine vereinbart werden.