Startschuss für Erschließung ist gefallen

Ran an den Spaten: Bürgermeister Martin Bartölke, Ortsbürgermeisterin Christina Philipps, Landrat Reiner Wegner und Bauausschussvorsitzender Dr. Gerhard Bartels (von links) geben offiziell den Startschuss zur Erschließung des Gewerbeparks Süd. (Foto: Knoblich)
 

Symbolischer 1. Spatenstich im neuen Gewerbepark Süd / 1. Bauabschnitt soll bis Juli 2012 abgeschlossen sein

Von Karsten Knoblich
Bockenem

Wenn sich der Chef der Hildesheimer Kreisverwaltung die Ehre gibt, dann müssen auch schon mal die Baugeräte schweigen. Die Arbeiter hat’s gefreut. Als Landrat Reiner Wegner am Dienstag am neuen „Gewerbepark Süd“ in Bockenem eintraf, da durften sie sich über eine zusätzliche knappe halbe Stunde Pause freuen. Grund für den hohen Besuch: Bockenems Bürgermeister Martin Bartölke hatte hier, an der Kreisstraße nach Ortshausen in Höhe Allensteiner Straße, zum 1. Spatenstich eingeladen. Obwohl die Arbeiten am dortigen Regenrückhaltebecken schon weit fortgeschritten sind, fiel nunmehr also auch ganz offiziell der Startschuss für die Erschließung des etwa 15 Hektar großen Gewerbeparks und damit gleichzeitig der für den 1. Bauabschnitt. Dort, wo früher Ackerland war, steht künftig eine nutzbare Gewerbefläche von etwa 120.000 Quadratmetern zur Verfügung.
Martin Bartölke blickte bei dieser Gelegenheit noch einmal zurück. Er schlug einen Bogen von der Auftragsvergabe für die Ingenieurleistungen im Jahr 1998 über die öffentliche Auslegung und den Satzungsbeschluss im Jahr 2006 bis hin zum Inkrafttreten des Bebauungsplanes und erste durch die Stadt getätigte Ankäufe in 2007. Anfang 2010 sei man mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft HI-REG in Kontakt getreten und habe im gleichen Jahr dann auch einen Antrag bei der „NBank“ auf Fördermittel gestellt. Als positiv herausgestellt habe man dabei die direkte Anbindung des Gewerbegebiets an die Bundesautobahn 7 sowie dessen besondere Bedeutung nicht nur für die Stadt, sondern auch für den Landkreis und die Metropolregion. „Wenn wir hier 200 und mehr Arbeitsplätze schaffen können, dann wäre das ein wichtiger Faktor für die Stadt“, sagte der Verwaltungschef.
„Wir hatten gehofft, schon im Frühjahr beginnen zu können“, so Martin Bartölke weiter. Doch die Zuschussbewilligung für das Bauprojekt habe sich verzögert. Dann kam aber endlich die gute Nachricht: Für den mit Kosten von 2,9 Millionen Euro zu Buche schlagenden 1. Bauabschnitt gibt es eine Zuwendung in Höhe von 612.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Wie schon berichtet, wird sich als erstes die Firma Agravis im neuen Gewerbepark niederlassen. Nach dem Umzug stehen dem Unternehmen dort dann 12.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Und es gebe noch drei weitere Interessenten, teilte Bartölke erfreut mit, die sich auf einer Gesamtfläche von mehr als 20.000 Quadratmetern ansiedeln möchten. Die Gespräche laufen. Auch eine kleinere Firma von außerhalb sei dabei. Abschließend bedankte sich der Bürgermeister bei allen Beteiligten, vor allem bei Bauamtsleiter Bernd Arndt und dessen Team für den großen Einsatz. „Wir haben da in den vergangenen Monaten schon eine Menge angeschoben“, sagte Bartölke.
„Die Stadt Bockenem investiert hier in die Zukunft; so ein Gewerbegebiet ist nur an ganz wenigen Standorten möglich“, betonte Landrat Reiner Wegner im Anschluss. Bockenem sei ein wichtiger Standort, was Arbeitsplätze angehe. Wegner zeigte sich überzeugt, dass das Angebot auch überregional wahrgenommen werde und zur Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Landkreis beitrage.
Bevor schließlich die Ärmel hochgekrempelt, in die Hände gespuckt und der Spaten geschwungen wurde, nannte der Vertreter des mit der Planung beauftragten Ingenieurbüros Pabsch & Partner aus Hildesheim noch ein paar Daten zur Baumaßnahme. Demnach werden für Schmutzwasser- und Regenwasserkanalisation jeweils etwa 900 Meter an Rohren verlegt. Der Kanalbau soll schon bis Ende dieses Jahres fertiggestellt sein. Die Straßenfläche im Gewerbepark Süd wird sich insgesamt auf rund 15.000 Quadratmeter belaufen, 10.000 Kubikmeter Boden müssen für das Regenrückhaltebecken ausgehoben werden, und für das Absetzbecken werden 100 Kubikmeter Stahlbeton verbaut. Als schwierig gestalten sich die Grundwasserverhältnisse. Hier ist eine aufwendige Absenkung notwendig. Im kommenden Frühjahr soll der Endausbau beginnen; mit dem Abschluss der Erschließung wird im Juli 2012 gerechnet.