Stiftung sucht Stifter

Der Vorstand der Bürgerstiftung Bockenem/Ambergau erhofft sich weitere Stifter (von links): Stiftungsratsvorsitzende Maike Becker, Schatzmeister Dirk Fuhrmann, der 1. Vorsitzende Detlef Kentler und Schriftführerin Kerstin Warnecke.

Bürgerstiftung Bockenem/Ambergau möchte Mitgliederzahl erhöhen / 2015 wurden wieder mehrere Projekte unterstützt

Zwar hat die Bürgerstiftung Bockenem/Ambergau im vergangenen Jahr keinen neuen Stifter gewonnen, die Zahl liegt weiterhin bei 55, trotzdem konnte sie wieder viel Gutes tun. Rund 4.000 Euro sind in die Region geflossen.

Ein großer Teil, 1.000 Euro, ging an den „Sozialen Tannenbaum“, das Leuchtturmprojekt, wie es der Stiftungsvorsitzende Detlef Kentler bezeichnete. Ein weiterer Schwerpunkt war das Schulbuchprojekt „Ein guter Start für Lisa und Jan im Ambergau“ gemeinsam mit der Diakonie und der AWO, bei dem bedürftige Kinder der 1. und 5. Klasse Gutscheine für Schulmaterial bekamen. Mehrere Hortkinder bekamen eine Bezuschussung für ihr Mittagessen, da dieses nicht mehr durch das Bildungs- und Teilhabepaket abgedeckt wird. Anteilig wurden auch Fahrtkosten für einen Asylbewerber übernommen, der in Hildesheim einen qualifizierten Sprachkurs besuchte und nun die Aufgabe als Dolmetscher übernommen hat. Ein seit mehreren Jahren bestehendes Projekt ist die Schwimmgewöhnung. „Hier hat sich eine gute Zusammenarbeit mit dem Kindergarten Mahlum/Bornum entwickelt“, berichtete Kentler.
Die Gelder können natürlich nicht aus den Zinsen des derzeit knapp 200.000 Euro bestehenden Stiftungskapitals ausgegeben werden. Ein wichtiger Punkt ist das Bürgermahl, bei dem im vergangenen Jahr von den zirka 100 Gästen gut 2.000 Euro an Spenden zusammenkamen. Bei der Versammlung wurden unter den wenigen anwesenden Stiftern auch Ideen für neue Projekte in diesem Jahr gesammelt. So soll beispielsweise eine Art Begegnungscafé entstehen, wobei diese Idee erst ganz am Anfang steht. Ausgeweitet werden soll auch die Musikförderung. Auch die Freiwilligenagentur „Miteinander im Ambergau“ soll wieder unterstützt werden, beispielsweise bei der Hausaufgabenhilfe.
Bürgermeister Rainer Block dankte in einem kurzen Grußwort dem Vorstand für die geleistete Arbeit. „Wir können froh sein, eine solche Stiftung hier zu haben. Die Idee von Martin Bartölke, eine solche Stiftung einzurichten und mit zu initiieren, war sehr gut“, erinnerte Block auch noch einmal an die Anfänge. Der Vorsitzende Detlef Kentler rief die Bockenemer weiterhin dazu auf, als Stifter in die Bürgerstiftung einzutreten: „Ich habe das Ziel, 100 Mitglieder zusammenzubekommen, noch nicht aufgegeben. Aber es ist tatsächlich sehr schwer, weitere Stifter zu finden.“ Auch Einzelspenden sind immer gerne gesehen, so Kentler: „Das ist gut angelegtes Geld und es geht nichts verloren. Wir arbeiten hier alle kostenlos.“
Die gute Arbeit wurde auch vom Bundesverband Deutscher Stiftungen belohnt. Statt der üblichen zwei, gab es das Gütesiegel gleich für drei Jahre (der „Beobachter“ berichtete).