Täglich kommt ein großes Stückchen neues Freibad dazu

Mit Hilfe der Karten fällt die Orientierung leichter: Diplom-Ingenieur Mirko Meißner (vorn rechts) stand den interessierten Baustellen-Besuchern gern Rede und Antwort. (Foto: Knoblich)
 
Für die Umgestaltung des Freibades ist der Boden nun bereitet. Hinter der Beckenmauer rechts in Richtung Bürgerpark entsteht das neue Technikgebäude, im Bereich der Baufahrzeuge links das Nichtschwimmerbecken. (Foto: Knoblich)

Interessierte Bürger nutzen Besichtigungstermin / Abriss beendet / Arbeiten liegen voll im Plan / Bei Tiefbauarbeiten Quelle entdeckt

Von Karsten Knoblich,
Bockenem

Alteingesessene Ambergauer werden derzeit mit gemischten Gefühlen auf die Großbaustelle Freibad Bockenem blicken. Zu lange hat das „alte“ Bad Bestand gehabt, als dass man sich an den Anblick des von Baugeräten durchpflügten Geländes schon gewöhnt hätte. Auf der anderen Seite dürfte bei den meisten eine gehörige Portion Vorfreude auf die neue Badelandschaft mitschwingen. Das war zumindest am vergangenen Samstag deutlich zu spüren. Immerhin etwa 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger – viele auch aus den Ortsteilen – nutzten die Gelegenheit, sich von der Terrasse des Biergartens aus über den Fortschritt der Sanierungs- beziehungsweise Umgestaltungsmaßnahmen zu informieren. Mit dabei war neben Bürgermeister Martin Bartölke und dessen allgemeinem Vertreter, Bereichsleiter Ralf Michael Loske, unter anderem auch der Vorstand des Stadtbadfördervereins.
Unterrichtet wurden die Gäste an diesem Tag aus erster Hand. Als Experte war Diplom-Ingenieur Mirko Meißner vor Ort. Er ist Mitarbeiter der mit den Planungen beauftragten Ingenieurgesellschaft Meinhardt Fulst aus Goslar. Die entsprechenden Pläne hatte er natürlich mit im Gepäck und gleich ausgebreitet. Dass sein „Kartentisch“ an diesem Vormittag dicht umlagert war, verwunderte kaum.
Die Abbrucharbeiten sind nach den Worten Meißners mittlerweile komplett abgeschlossen. Unzählige Lkw-Ladungen an Bauschutt und Bodenaushub wurden in den vergangenen Wochen von der Mahlumer Straße aus auf die Reise geschickt. „Dort drüben in Richtung Bürgerpark entsteht das neue Technikgebäude“, sagt Mirko Meißner und deutet auf einen tiefen Krater hinter den Resten des alten Schwimmbeckens. Die Fundamente dafür sollen noch in dieser Woche fertig sein. „Wenn Sie in vier Wochen dann wieder herkommen, wird der Rohbau schon stehen“, zeigte sich der Planer überzeugt. In dem Gebäude werden Technik und Filter eingehaust und so vom Bad aus nicht zu sehen sein. Außerdem würden bis Anfang Dezember dann auch die Umrisse der neuen Becken zu erkennen sein. Noch einmal zur Erinnerung: Statt bisher nach 50 Metern müssen die Schwimmer im großen Becken künftig bereits nach 25 Metern kehrtmachen. Ein Teil der gut erhaltenen alten Beckensubstanz wird hier übrigens wiederverwendet. Komplett neu wird das großzügig dimensionierte Nichtschwimmerbecken. Es wird mit verschiedenen Attraktionen, darunter eine Breitrutsche und eine Schaukelbucht, aufwarten. Beim Planschbecken bleibt alles beim Alten.
Das Betonfundament für das Nichtschwimmerbecken soll in der nächsten, spätestens in der übernächsten Woche gegossen werden. Auch der Edelstahlbauer rückt bald an, um mit der Montage der Becken zu beginnen. Noch in diesem Jahr sollen die Beckenwände und die Bodenkanäle fertig sein; im Frühjahr folgt dann das Einschweißen der Bodenbleche.
Interessiert zeigten sich die Besucher zudem mit Blick auf das neue Energiekonzept. Der Anschluss an die im Bau befindliche Biogasanlage Ützenpfuhl soll bereits im Frühjahr erfolgen. Nutzbar gemacht für das Bad wird die von dort kommende Energie durch ein Blockheizkraftwerk, das in den nächsten Wochen im Reesenweg, unweit des DLRG-Vereinsheims, aufgebaut wird. So kann gleich zum geplanten Saisonbeginn am 1. Juni 2012 eine Wassertemperatur von 25 Grad Celsius vorgehalten werden.
Derzeit blickt Mirko Meißner ganz optimistisch nach vorn: „Dies ist eine ganz normale Winterbaustelle. Wir liegen mit den Arbeiten sowohl zeitlich als auch finanziell genau im Plan und hoffen, dass das Wetter weiter mitspielt“. Bisher habe einzig und allein der Abbau der Sprungtürme aus sicherheitstechnischen Gründen so nicht im „Drehbuch“ gestanden.
Und dann berichtete der Diplom-Ingenieur abschließend noch von einer kuriosen Entdeckung. Zwar konnte man immer noch nicht ausmachen, warum das Bad in der Vergangenheit so viel Wasser verlor; dafür aber habe man bei den Tiefbauarbeiten eine kleine Quelle entdeckt. Etwa drei Kubikmeter Wasser pro Stunde treten hier aus und kommen im Bürgerpark an.
Schon mal zum Vormerken: Die nächste Möglichkeit zur Besichtigung der Baustelle besteht am Samstag, 3. Dezember, von 11 bis 12 Uhr.