Thema „Löschgruppen“ bald auf Tagesordnung?

In einigen Ortsfeuerwehren des Stadtgebiets kann es mit der geforderten Mindeststärke an Aktiven knapp werden

Bockenem (LB). Die Zeiten, in denen die Feuerwehr im Stadtgebiet mehr als 900 aktive Mitglieder zählte, sind längst vorbei. Auf dem Papier sind es inzwischen deutlich weniger. Wenn es konkret um Dienste und Einsätze geht, liegen die Zahlen derjenigen, die dann antreten, noch niedriger. Das wirkt sich insbesondere bei den meisten der kleineren Ortsfeuerwehren aus. Da studiert der eine in Göttingen, der andere in München, der Dritte leistet ein längeres Praktikum außerhalb ab, einer ist auf Schichtarbeit, und ein weiterer hat gerade etwas anderes vor.
Die äußeren Rahmenbedingungen haben sich inzwischen geändert. Die Arbeitswelt hat sich verändert, die Einwohnerzahl im hiesigen Raum nimmt ab und auch die Einstellungen zum Feuerwehrdienst unterliegen einem Wandel. Das umso mehr, als die Anforderungen steigen, was beispielsweise den Sektor Atemschutz anbelangt.
Die älteren Feuerwehrführer haben das Problem in der Vergangenheit selten ernsthaft thematisiert, und auch auf politischer Seite ist darüber kaum in der gebotenen Breite gesprochen worden. Schließlich gab und gibt es weiterhin die vollmundige Bekräftigung, dass man im Stadtgebiet an den 17 Ortsfeuerwehren nicht rütteln werde. Viele der jüngeren Ortsbransmeister sind jedoch zu der Erkenntnis gelangt, dass man mittlerweile Grenzen erreiche.
Diese Erkenntnis gewinnt auch im Rathaus an Bedeutung. Der Brandschutz ist nach wie vor eine gesetzliche Vorgabe, die den Kommunen übertragen ist. Da jedoch mittelfristig, also wahrscheinlich noch in der Arbeitsperiode des erst im Vorjahr gewählten jetzigen Rates, die konkrete Mindeststärke in einigen Ortsfeuerwehren nicht mehr gegeben sein wird, gelte es, neue leistungsfähige Strukturen zu schaffen. Das jedenfalls ist die Vorgabe von Bürgermeister Martin Bartölke, der selbst aktiver Feuerwehrmann und in diesem Sektor atemschutzträgertauglich ist. Dort, wo die herkömmlichen Feuerwehren den Anforderungen nicht mehr genügten, sollten Löschgruppen eingerichtet werden, die über ein Fahrzeug verfügten. Auf diese Art und Weise bliebe die Feuerwehr vor Ort erhalten. Das Ganze mache allerdings eine Änderung der Einsatzgrundsätze erforderlich.
Auch im Kommando der Feuerwehr und bei den Mitgliedern des Feuerschutzausschusses gewinnen derartige Überlegungen an Boden. Es gehe in keinem Fall darum, die Geldausgaben für die Feuerwehr im städtischen Haushalt zurückzufahren, denn diese dann einzurichtenden Löschgruppen müssten optimal ausgerüstet sein, „die Ausstattung so gut wie möglich“. Eine derartige Umstrukturierung sei sinnvoll und nötig, und das Feuerwehrpersonal bleibe vor Ort.
Ähnliche Denkprozesse laufen bei der Feuerwehrführung auf Kreisebene. Auch hier weiß man schon länger, dass es immer schwieriger wird, die erforderliche Stärke beizubehalten und dass in der jüngeren Generation die Bereitschaft zum Feuerwehrdienst weiter schwindet.
In Bockenem ist diese Reformdiskussion nun in Gang gekommen. Zwar gibt es im zuständigen Ratsausschuss noch keine Beratungsvorlage; es ist allerdings wohl nur noch eine Frage der Zeit, wann diese auf den Tisch kommt.

Der Feuerschutzausschuss des Rates der Stadt kommt zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Dienstag, 8. Mai, um 18.30 Uhr im Feuerwehrhaus in Bornum zusammen. Es geht dann vor allem um die Ernennung von Ortsbrandmeistern und deren Stellvertretern.