Tolle Erlebnisse trotz Organisationsproblemen

Wasser aus der Leitung oder aus der Flasche? Gar nicht so einfach zu unterschieden für Schüler und Lehrer aus Nordkjosbotn, Partizanske und Bockenem.

Letztes Treffen des Comenius-Projektes an der Bockenemer Oberschule

Bockenem, Nordkjosbotn, Igdir, Partizanske und zum Abschluss nun wieder Bockenem – das zweite Comenius-Projekt der Oberschule, das unter dem Oberthema „From Footprint to Fingerprint – Kids for a green tomorrow“ ist beendet. Das letzte Treffen der vier Schulen fand in der vergangenen Woche statt und hatte die Organisatoren wieder vor einige Hürden gestellt.

Die Delegation aus dem osttürkischen Igdir konnte gar nicht nach Bockenem kommen. „Es gibt dort ohnehin nur wenige Lehrer, die überhaupt englisch sprechen können. Die beiden, die dann mitfahren wollten, mussten aus persönlichen Gründen kurzfristig absagen“, so Schulleiterin Dagmar Pallinger zur Erklärung. Auch der Norweger aus Nordkjosbotn sahen sich Problemen gegenüber – einer streikenden Fluggesellschaft. So waren es die Slowaken aus Partizanske, die als einzige pünktlich ankamen.
Nach den Themen Energie, Solarenergie und Müll stand das letzte Treffen unter dem Motto „Wasser“. Was liegt da näher, als auch das Meer zu besuchen. Für zwei Tage ging es nach Büsum. Dort trafen dann auch die Norweger ein, die direkt aus Hamburg dorthin fuhren. Die Gruppe besuchte das Multimar Wattforum in Tönning und natürlich gab es, bei bestem Wetter, auch eine Wattwanderung. Besucht wurde zudem St. Peter-Ording bevor es zum „Familienwochenende“ wieder zurück ging. An diesem besuchten die Lehrer Bremen und bekamen noch die Auswirkungen der Terrorfahndung mit. „Es standen noch viele schwer ausgerüstete Polizisten in der Stadt“, erinnert sich Pallinger. Die Schüler besuchten mit ihren Familien Thale oder das Schokoladenmuseum. „Es hat alles super geklappt, es kamen keine Beschwerden“, freute sich auch die verantwortliche Lehrerin Nina Vorlop.
Am Montag fand in der Pausenhalle die „Klimakonferenz“ statt. Dort präsentierten die Schulen ihre Ergebnisse zum aktuellen Thema. Die Norweger zeigten, wieviel Wasser jeder Mensch im Durchschnitt pro Tag für welche Tätigkeit verbraucht und gaben gleich einige Tipps, wie man diese Menge verringern kann. Die Slowaken wiesen daraufhin, dass sie mit ihren rund 1500 Quellen mit die größten Trinkwasservorräte in der EU hätten. Ein Experiment hatten die Bockenemer vorbereitet. Sie hatten drei Gläser mit Wasser gefüllt, eines davon mit Leitungs-, die anderen beiden mit Mineralwasser. Nun sollten die Teilnehmer herausfinden, welches das Leitungswasser war. „Die meisten lagen falsch. Das zeigt auch, wie hoch die Qualität des Leitungswassers hier ist“, so Vorlop.
Zum Abschluss wurden noch zahlreiche Fotos der nun fünf Treffen gezeigt. Da kamen viele Erinnerungen hoch, zum Beispiel das Nordlicht oder Hundeschlittenrennen in Norwegen, die grenzenlose Gastfreundschaft in Igdir sowie der ganz in der Nähe gelegene Berg Ararat oder der geplatzte Reifen auf der Rückfahrt aus der Slowakei.
Nach diesem Treffen geht es im Mai zwar noch einmal nach Norwegen, allerdings nur für die Lehrer. Dort wird dann der Abschlussbericht geschrieben. Und vielleicht wird auch schon einmal besprochen, wie es weitergeht. Denn das soll es, wie Pallinger und Vorlop unisono sagen, auf jeden Fall. Allerdings in etwas veränderter Form, denn Comenius in dieser Form wird es nicht mehr geben. Zukünftig laufen alle Programme unter dem Namen „Erasmus plus“. Gerne würden Bockenem, Nordkjosbotn und Partizanske wieder gemeinsam arbeiten und noch ein oder zwei Schulen dazunehmen. Ob es dazu kommt, ist noch ungewiss. Die Anforderungen, so Vorlop, würden immer höher. Während der beiden bisherigen Projekte hätten schon rund 40 Schüler der Bockenemer Oberschule davon direkt profitiert und auch in Zukunft wolle man weiteren Jugendlichen die Chance dazu geben