Türenklappern und Plaudereien unerwünscht

Jeder Zug will überlegt sein: Hochkonzentriert waren die Schachspieler im Bo-cke­nemer Gemeindehaus bei der Sache. (Foto: Vollmer)

38. Wilhelm-Werner-Gedächtnis-Turnier fand im Gemeindehaus Bockenem statt / Martin Söllig gewinnt die meisten Spiele

Bockenem. Lautes Türengeklapper und Plaudereien waren beim mittlerweile 38. Wilhelm-Werner-Gedächtnis-Turnier des Schachklubs Bad Salzdetfurth unerwünscht. Stattdessen war bei den Teilnehmern, die es sich an zwei langen Tischen im Bockenemer Gemeindehaus niedergelassen hatten, höchste Konzentration angesagt. Schließlich ging es um den großen Pott, der vorne auf dem Tisch von Turnierleiter Siegfried Schwetje im Sonnenlicht glänzte. Doch bis zum großen Finale galt es zunächst, möglichst viele Runden für sich zu entscheiden.
Das Turnier findet regelmäßig zu Ehren des im Jahr 1974 verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden des Schachklubs Bad Salzdetfurth, Wilhelm Werner, statt. Bei der Eröffnung erinnerte der heutige Chef des Vereins, Holger Buck, an die lange Tradition der Veranstaltung. Mittlerweile sei das Turnier zu einem Andenken an die gesamte Familie Werner geworden, da sich auch dessen Sohn Peter, seine Ehefrau Renate sowie deren Kinder immer wieder um den Schachsport im Lammetal verdient machten.
Die 34 Teilnehmer nahmen teilweise eine weite Anreise in Kauf. Neben den Mitgliedern des gastgebenden Vereins saßen Schachfreunde aus Salzgitter, Hildesheim, Goslar oder Wolfsburg an den Tischen. Sogar ein Schachbegeisteter aus der Ukraine meldete sich an. Nach sieben Runden nahm schließlich Martin Söllig vom Schachklub Bad Salzdetfurth die wuchtige Trophäe in Empfang. Den 2. Platz belegte der Bad Salzdetfurther Tobias Beier. Der Hildesheimer Waldemar Schneider musste sich nach fünf Runden, die er für sich entscheiden konnte, am Ende doch nur mit dem 3. Platz begnügen.
Die erfolgreiche Jugendarbeit des Bad Salzdetfurther- und Hildesheimer Schachklubs haben sich insbesondere in der großen Zahl an jungen Leuten bemerkbar gemacht, die sich mit großem Engagement an dem königlichen Wettkampf beteiligt haben. Insgesamt beteiligten sich zehn Nachwuchsspieler an dem sportstrategischen Vergleich. Siegerin unter den Jugendlichen wurde die 13-jährige Fiona Sieber vom ESV Rot-Weiß Göttingen, die in ihrem jugendlichen Alter einigen alten Hasen das Fürchten lehrte. Im Bockenemer Gesamtklassement belegte Fiona einen guten 4. Platz.
Die Freunde des königlichen Spiels waren auch 2013 in den Räumen der evangelischen St.-Pankratius-Gemeinde zu Gast. „Die Bedingungen können gar nicht besser sein“, betonte der Vorsitzende. Ein Dank galt insbesondere Pastor Ralph Thomas Strack. Es sei schon erstaunlich, dass eine auf den ersten Blick angestaubte Sportart einen solchen Zulauf bei der Jugend findet, meinte der Geistliche. „Es ist schön, dass sich die Kinder neben sozialen Netzwerken und Smartphones noch mit hölzernen Figuren beschäftigen“, so Strack. Die strategische Schlacht am Schachbrett, die meist zirka vier Stunden pro Runde dauerte, fand ihren abendlichen Ausklang bei einem gemütlichen Beisammensein. Doch selbst dabei wurden von den Schachspielern bis tief in die Nacht die verschiedensten Figurenstellungen ausgiebig besprochen. vo