...und der Pastor im knallgelben Beiwagen vorneweg

Pastor Dennis Sindermann gefiel es sichtlich gut im Beiwagen von Rainer Philipps. Bei der Ausfahrt ließ sich der Geistliche, der selbst nicht Motorrad fährt, den Wind um die Nase wehen. (Foto: Vollmer)

Traditioneller Motorradgottesdienst in Werder mit rund 200 Teilnehmern / Erst Gottesdienst, dann Ausfahrt

Werder (vo). Premiere beim Motorradgottesdienst in Werder: Zum ersten Mal hat Pastor Dennis Sindermann die riesige Gruppe mit fast 200 Bikern im Beiwagen begleitet. Bei Rainer Philipps aus Königsdahlum war der Geistliche in den besten Händen. In dem knallgelben Motorrad führten die beiden das Feld an. Eigens für die Ausfahrt hatte Rainer Philipps noch schnell eine Fahne mit dem Wappen des Ortes an die 750-er BMW montiert. „Damit auch jeder weiß, woher wir kommen“, sagt der passionierte Motorradfahrer, der fünf Maschinen hegt und pflegt. Das Krad mit dem Posthorn hat er vor etlichen Jahren nach einem Unfall wieder aufgebaut. „Das Motorrad sollte eine kräftige Farbe haben“, berichtet der Königsdahlumer. Das Posthorn war dann noch eine witzige Beigabe. Pastor Sindermann hat sonst eigentlich nichts mit Motorrädern am Hut. Aber die Chance, mal im Seitenwagen auf Tour zu gehen, wollte er sich dann doch nicht entgehen lassen.
Die 110 Kilometer lange Ausfahrt führte die Teilnehmer in den Harz. Eine Pause legte die Gruppe, die von drei Polizeimotorrädern und einem Fahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes begleitet wurde, in Lautenthal ein. Von dort ging es wieder zurück in Richtung Werder.
Vor dem Start hatte Dennis Sindermann den Gottesdienst gestaltet. Dabei stellte er noch einmal das Motto „Miteinander statt gegeneinander“ heraus. „Wir grenzen uns klar von den Rasern vom Weinberg ab, die sich selbst etwas beweisen wollen“, hieß es. Die tolle Gemeinschaft begeistere und fasziniere immer wieder aufs Neue. „Irgendwie gehören alle zusammen, es ist eine Gemeinschaft über Grenzen hinweg“, so der Pastor. Das Fahren und Genießen stünde im Mittelpunkt. Es gehe nicht darum, die PS auszuspielen. „Ich bin guten Mutes, die Lebensfreude auf zwei Reifen zu spüren“, sagte Dennis Sindermann und tauschte das geistliche Gewand gegen robuste Klamotten und Helm.
Nach fast drei Stunden endete die Ausfahrt wieder in Werder. Vor dem Dorfgemeinschaftshaus warteten da schon leckere Speisen und kühle Getränke auf die Teilnehmer. Großen Zuspruch fand auch wieder die Verlosung von wertvollen Preisen. Der glückliche Gewinner durfte einen Gutschein für das Bikerhotel „Löwenherz“ in Lauenstein mit nach Hause nehmen. Den Aufenthalt hatte Bürgermeister Martin Bartölke spendiert. Zu späterer Stunde heizte ein Discjockey mit flotter Musik und einer Lasershow den Zweiradfans ein. „Wir wollen mit der Veranstaltung zeigen, dass die Mehrzahl der Biker vernünftig fährt und grenzen uns ausdrücklich von denen ab, die mit ihrem Verhalten andere in Gefahr bringen“, sagen die Mitglieder des Vorbereitungsteams.
Der Erlös der mittlerweile neunten Veranstaltung ist wieder für die Kindergärten im Stadtgebiet bestimmt.