Unterricht direkt vor Ort

Verschiedene Stoffe konnten in der „Feuerwehrgruppe“ in Brand gesetzt werden. Die Wolle musste nicht einmal mit der Flamme in Berührung kommen, um sich in Sekundenschnelle zu entzünden.

Dritt- und Viertklässler der Grundschule Bockenem lernen Arbeit von Feuerwehr und Polizei kennen

Auch in diesem Jahr gab es für die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Bockenem wieder „Sonderunterricht“. Kurz vor den Ferien ging es für einen Schultag in das Feuerwehrhaus Bockenem. „Brandschutzerziehung“ stand auf dem Stundenplan. Einzigartig im Landkreis ist in Bockenem, dass auch die Polizei mit vor Ort ist. So können jeweils zwei Klassen gleichzeitig vorbeischauen und im Wechsel wird dann die jeweilige Arbeit vorgestellt. 120 Kinder an drei Tagen kamen diesmal.
Bei Ortsbrandmeister Ulf Liewald gab es zunächst einige Filme zu sehen. Doch natürlich wurde auch die komplette Ausrüstung inklusive des Atemschutzes vorgestellt. Anschließend ging es an das Verhalten im Brandfall. Vieles hatten die Mädchen und Jungen bereits im Schulunterricht gelernt. Doch direkt vor Ort gab es natürlich noch ein paar mehr Tipps. „Wenn ihr alleine seid, geht zu euren Nachbarn. Niemand wird euch wegschicken, wenn ihr Hilfe braucht“, machte Liewald den Grundschülern Mut. Nur missbrauchen sollten sie einen Notruf nicht: „Erstens kann das teuer werden. Und zweitens kann genau in dem Zeitpunkt, in dem die Rettungskräfte auf dem Weg zu euch sind, irgendwo anders tatsächlich jemand Hilfe benötigen.“ Wie man einen Notruf absetzt und was dann alles zu beachten ist, wussten die meisten Kinder auch schon.
Nach dem theoretischen Teil, gab es auch noch einen praktischen. Verschiedene Alltagsgegenstände wurden mittels eines Teelichtes in Brand gesetzt. Darunter waren zum Beispiel Stoffe von T-Shirts oder Pullover, Haare und Watte. Da erschraken einige doch, wie schnell sie selbst in Brand geraten könnten. „Gerade in der Weihnachtszeit mit den ganzen Kerzen und Wunderkerzen ist es wichtig zu zeigen, wie gefährlich Feuer sein kann“, erklärte Ulf Liewald. Einige Stoffe müssen nicht einmal mit dem Feuer in Berührung kommen. Es reicht schon, wenn sie in der Nähe der Flammen sind.
Weniger gefährlich ging es bei der Polizei zu. Birgit Koschnitzke von der örtlichen Polizeidienststelle zeigte beispielsweise wie ein Fingerabdruck genommen wird. Jeder durfte am Ende seinen eigenen mit nach Hause nehmen. Geübt wurde auch noch einmal das Absetzen eines Notrufes und natürlich gab es auch die Ausrüstung zu sehen. Auch viel Infomaterial konnte mit nach Hause genommen werden.
Dazu gab es auch Urkunden oder den „Kinder Finder“. Das ist ein leuchtender Aufkleber, der unten an die Kinderzimmertür geklebt werden soll. Im Brandfall wissen die Einsatzkräfte dann sofort, in welchem Zimmer sich möglicherweise Personen aufhalten. Natürlich durften sich die Kinder zum Abschluss auch noch einmal die Feuerwehrautos aus der Nähe anschauen.