Verdienstkreuz für engagierten Bürger

Landrat Rainer Wegner (rechts) gratuliert Manfred Klaube zu der hohen Auszeichnung.

Für kommunalpolitische und heimatkundliche Arbeit erhält Manfred Klaube das Verdienstkreuz

Den Wappen- und Ehrenring der Stadt Bockenem hat Manfred Klaube bereits erhalten. Nun kam eine noch größere Ehrung hinzu: das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Dieses wurde ihm nun im Rahmen einer kleinen Feierstunde von Landrat Rainer Wegner überreicht.
18 Jahre, von 1968 bis 1986 war Manfred Klaube Mitglied des Stadtrates für die CDU, davon zwölf Jahre als ihr Fraktionsvorsitzender. Noch länger, nämlich 32 Jahre lang von 1978 bis 2010 war er Stadtheimatpfleger, der erste im Landkreis. „Ihm ist es zu verdanken, dass Bockenem seit 1998 wieder ein eigenes Stadtarchiv besitzt, welches offiziell anerkannt und Mitglied in der regionalen Gruppe der Kommunalarchive ist“, erinnerte Rainer Wegner.

Über 60 heimatkundliche Veröffentlichungen

„Durch ihn erhielt die Stadt Bockenem eine neue Geschichtsschreibung der Stadt, der umliegenden Dörfer und des gesamten Ambergaus. Seine mehr als 60 heimatkundlichen und heimatgeschichtlichen Veröffentlichungen über Bockenem und den Ambergau, die den Zeitraum vom Mittelalter bis zur Gegenwart abdecken, zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass sie nicht nur zeitlich, sondern auch thematisch nahezu das gesamte Spektrum der Geschichte von Bockenem und dem Ambergau abdecken“, würdigte der Landrat die Verdienste des gebürtigen Magdeburgers.
Manfred Klaube wurde am 22. August 1939 dort geboren, wuchs anschließend in Reddeber auf. 1954 zog er nach Goslar und legte fünf Jahre später am dortigen Ratsgymnasium das Abitur ab. Nach seinem Studium lehrte er zunächst an der Bockenemer Realschule und anschließend am Jacobson-Gymnasium in Seesen. 1971 heiratete er seine Frau Annegret, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.
„Ich habe es nie bereut nach Bockenem zu ziehen, ich lebe sehr gerne hier“, erklärte der Geehrte. Dadurch, dass er in den Nachkriegsjahren mit der Errichtung der neuen Gesellschaft in der DDR konfrontiert wurde, wurde er früh ein politisch denkender Mensch.
Von 1972 bis 1974 arbeitete er als Ratsherr an der Errichtung der Gemeinde Bockenem mit. „Das war viel Arbeit. Der braunschweigische Ambergau, vor allem Bornum, wollte lieber mit Rhüden zusammengehen. Allgemein gönnten die Dörfer der Kernstadt gar nichts. Das ging soweit, dass Bültum seine alte Grunschule für den symbolischen Preis von einer D-Mark verkaufte. Es gab eine große Antipathie gegenüber Bockenem.“ Auch für „seine“ CDU war es keine einfache Zeit. Während die SPD in der Stadt gut aufgestellt war, hingen viele Landwirte auf den Dörfern eher der UWG an, womit sie auch ihre Unabhängigkeit ausdrücken wollten.
„Ein eher unbekannter Teil meines Lebens ist die vier jahrzehntelange Beschäftigung mit den Auslandsdeutschen“, erzählte Manfred Klaube. Bereits 1962 reiste er nach Böhmen, später in die Regionen Banat, Bucovina und Sibirien. „Es war nicht einfach, weil man oftmals als Feind angesehen wurde. In Tschechien verhörte mich der Geheimdienst, in Rumänien entkamen meine Frau und ich dem Zugriff nur, weil wir rechtzeitig gewarnt wurden“, erinnert sich der Bockenemer. Nach Sibirien kam er als erst zweiter Westdeutscher, Unterstützung erhielt er vom russischen Botschafter. Ab 1988 half er beim Aufbau eines dortigen Landkreises, in dem viele Deutsche lebten.
„Ich möchte auch ihrer Familie danken. Bei so viel Einsatz leidet das Familiäre oft“, ergänzte Landrat Rainer Wegner. Dem schloss sich auch Manfred Klaube an. Ein Moment, bei dem er seine Rührung nicht verbergen konnte. Wahrscheinlich auch in Gedenken an die schwere Zeit, als der gemeinsame Sohn starb. Neben seiner Frau hatte er einige Weggefährten eingeladen. Wilhelm Wundenberg, Dieter Zeh und Gerd Brennecke hatten ihn jahrelang politsch begleitet. Mit Manfred Hagerodt, Günther Müller und Karl Ackermann war er sportlich verbunden, gemeinsam oder als Gegner.

Nächstes Projekt schon in Angriff genommen

73 Jahre, aber noch längst nicht schreibfaul. Das nächste Buchprojekt hat Manfred Klaube bereits in Angriff genommen. „Längs der Nette – Streifzüge durch den historischen Ambergau“ heißt es und soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. „Ich lebe um zu arbeiten, das war in meiner Familie schon immer so“, begründete er seinen immer noch vorhandenen Tatendrang.