Vivaldis Gloria und russische Lieder in Bockenem

Das Adventskonzert der SingAkademie ist jedes Jahr wieder ein ganz besonderes Ereignis. (Foto: Voß)
 
Das Kammerorchester kam aus Prag und im Chor sangen deutsche und russische Sängerinnen und Sänger. (Foto: Voß)

Internationale Gäste verbreiteten weihnachtlichen Glanz in der St.-Clemens-Kirche

„Barockes Italien und russische Weihnacht“, so hieß das Motto des traditionellen Adventskonzerts der SingAkademie Niedersachsen am vergangenen Freitag in der St.-Clemens-Kirche in Bockenem. Und für diesen Auftritt waren internationale Gäste in Bockenem erschienen.

Bockenem (G.W.V.). Das Kammerorchester kam aus Prag, und im Chor sangen deutsche und russische Sängerinnen und Sänger zusammen. Die russischen Gäste kamen aus Hildesheims Partnerstadt Gelendijk am Schwarzen Meer.
Nach der Kurzbegrüßung durch den Dirigenten Claus-Ulrich Heinke aus Bockenem im nicht ganz voll besetzten Kirchenschiff, begannen Orchester und Chor mit den Satzfolgen von Vivaldis klangschönem „Magnificat“ RV 610, das der Komponist 1713 kurz vor seinem Tod in Venedig schrieb.
Es folgten Vivaldis '“L'Inverno – Der Winter“ aus „Le Quattro Stagioni“. Weiter wurde die Komposition „Concerto grosso Op. 6, Nr. 8 – Fatto per la Notte die Natale“ von Arcangelo Corelli gespielt.
Dieses Werk für Kammerorchester hat als so genanntes „Weihnachtskonzert“ Weltberühmtheit erlangt. Die Musik dieser italienischen Meister gehört mit ihren mitreißenden und anrührenden Werken zu den Höhepunkten der italienischen Barockzeit. Die beiden oratorischen Werke von Vivaldi wurden für Solisten, Chor und Orchester komponiert.
Es folgten die Komposition „Russische Weihnacht“ mit dem Ensemble Lukomorje und Chor aus Jelinijk mit dem Sätzen „Ave Maria“ von Giulio Caccini, zwei orthodoxen, kirchlichen Weihnachtsliedern, und die „Volksweihnacht“. Das Ensemble „Lukomorje“ wirkte auch neben Kammerorchester und Chor mit und hat zuletzt die SingAkademie bei ihrer traumhaften Konzertreise in Griechenland erfolgreich unterstützt.
Die vier erwachsenen und jugendlichen Musikerinnen und Musiker, „die alle Meister ihres Fachs sind“, so Claus-Dieter Heinke, ergänzten die barocken Werke um russische Advents- und Weihnachtsmusik.
Am Ende des Konzerts wurde die Komposition „Gloria“ in D RV 589 von Antonio Vivaldi dargeboten. Dieses Stück konnte als Hauptwerk des Abends angesehen werden und gehört zu den bekanntesten Werken des großen Venezianers.
Antonio Vivaldi (1678 bis 1714) ist heute vor allem durch seine Orchesterkompositionen, insbesondere durch seine Solokonzerte und Concerti grossi, bekannt. In diesen Gattungen leistete er Bahnbrechendes und setzte Maßstäbe, die lange Zeit als vorbildlich galten. Zeugnis dafür ist die Bewunderung, die ihm von Komponisten außerhalb Italiens zuteil wurde. Vivaldi hinterließ jedoch auch ein bedeutendes Repertoire geistlicher Musik, das erst nach der Erschließung der umfangreichen Bestände der Nationalbibliothek Turin bekannt wurde.
Arcangelo Corelli (1653 – 1713) war italienischer Komponist und Violinist. Corellis Werke hatten weitreichenden Einfluss auf die Entwicklung der Kammermusik, der Kirchen-und Kammersonate sowie der maßgeblich von Corelli mitentwickelten Gattung des Concerto grosso. Sein virtuoser Musizierstil wurde zur Grundlage der modernen Violintechnik des 18. und 19. Jahrhunderts und beeinflusste zahlreiche Kompositionen. Als Komponist schrieb Corelli im Gegensatz zu den meisten seiner Zeitgenossen ausschließlich Instrumentalmusik. Seine Werke, die sich durch klassische Ausgewogenheit und Kantabilität auszeichnen, markieren eine Epoche in der Geschichte der Kammermusik.
Komponisten wie Vivaldi und Telemann bearbeiteten Werke Corellis oder imitierten seinen Stil.