Vom Mittelalter bis zur Neuzeit

Flamma Scaena begeisterten die Zuschauer mit einer tollen Feuershow.

Bockenemer Hansetage bieten wieder eine große Vielfalt / Tausende Besucher strömen durch die Straßen

Eine tolle Show am Samstagabend, viele Besucher, diesmal auch beste Wetterbedingungen und zufriedene Aussteller: Die 5. Bockenemer und 1. Sächsischen Hansetage der Neuzeit verliefen nach dem bitteren, verregneten Verlauf vor drei Jahren diesmal wieder sehr gelungen. So zog auch Holger Pieper, Cheforganisator der Stadt eine überaus positive Bilanz: „Ich bin sehr froh, dass es so gut gelaufen ist. Die Verlagerung des Mittelalter-Teils des Marktes in den Bereich des Winkels war natürlich ein Experiment, das in die Hose hätte gehen können. Aber auch das ist geglückt, die Aussteller dort waren zum Großteil sehr zufrieden.“ Eine genaue Besucherzahl wollte er nicht nennen, einige Tausend dürften es aber gewesen sein. Ausdrücklich dankte er auch dem Gewerbeverein, hier insbesondere Henning Deppe und Frank Ebeling für die Organisation des neuzeitlichen Marktes.
Den Dank sprach auch Bürgermeister Rainer Block schon bei der Eröffnung am Sonnabendmittag aus. Gemeinsam mit dem im Herbst scheidenden Landrat Rainer Wegner, Gästen der Politik von Stadt- bis Bundestagsebene sowie Vertretern des Sächsischen Hansebundes eröffnete er das zweitägige Fest mit einem Schlag der bei den Hansetagen 2011 gegossenen Glocke. Anschließend begann das bunte Treiben. Die Besucher konnten von einer kleinen Automeile mit Old- und Youngtimern bis hin zu teils schon vergessenen Berufen (fast) alles erleben.
Eine kleine „Versöhnung“ gab es letztlich auch mit dem Sächsischen Hansebund. Nachdem im Vorfeld die Enttäuschung über die Nichtteilnahme der anderen Städte doch groß war, machten die Vertreter des Handelskontors in Halle/Saale nun etwas Hoffnung. Alles habe mal klein angefangen. Letztlich war die sachsen-anhaltinische Stadt die Einzige, die überhaupt einen Stand in Bockenem betrieb. Von Stefan Voss, Geschäftsführer des Stadtmarketings in Halle gab es für die Bockenemer ein Lob. Er und auch seine Begleiter fanden das Fest sehr gelungen.
Natürlich kostete das DFB-Pokalfinale am Samstagabend einige Besucher. Doch trotzdem waren Hunderte gekommen, um sich die „Top40-Partyband Grace“ anzuhören und zumindest teilweise auch mit zu tanzen. Die fünf Musiker legten mit Livemusik einen tollen Auftritt hin. Ebenso wie „Flamma Scaena“. Bernulf, der Drache und Runa, der Phönix. In der Pause begeisterten sie mit einer gut 20-minütigen Feuershow.
Ein kleiner Wermutstropfen war die Absage der Gruppe „Schabernack“ aufgrund von Krankheit am Sonnabendmittag. Sie sollten im Winkel auftreten und dort für noch mehr Besucherfrequenz sorgen. Auch, dass die große Bühne fast den gesamten Sonntag über leer blieb, kam nicht so gut an. Als einzige Gruppe sorgte die Grundschule Bornum mit der Gitarrengruppe Mahlum für Belebung. In diesem Punkt gibt es für die nächsten Hansetage noch Luft nach oben. Denn die Musik- und Kulturszene Bockenems hätte doch so einiges zu bieten gehabt. Darüber hinaus hat die Veranstaltung aber Lust gemacht auf die Wiederholung in zwei Jahren.