Vom Polarlicht bis zum Berg Ararat

Sackhüpfen am Berg Ararat in der Osttürkei. Die Schüler der Bockenemer Oberschule lagen am Ende des Wettstreites der vier Comenius-Schulen ganz vorne. (Foto: bo)
 
Eine „Gedenkminute“ für den vergrabenen Müll. Vor der Reise in die Slowakei wird er wieder ausgegraben und geschaut, wie er sich verändert hat. (Foto: bo)

Zweites Comenius-Projekt der Oberschule Bockenem hat nun „Halbzeitpause“

In Nordnorwegen haben sie das Polarlicht gesehen, in der Osttürkei den Berg Ararat, welcher der Landeplatz der Arche Noah gewesen sein soll. Nun geht es, etwas weniger spektakulär aber nicht minder aufregend, in die Slowakei. Die Rede ist von den Comenius-Schülern der Oberschule Bockenem. Drei der sechs Treffen mit den Partnerschulen sind nun vorüber, Zeit für eine Halbzeitbilanz.
Das Hauptthema bei dem Projekt der Schulen lautet diesmal „From Footprint to fingerprint: Kids for a green tomorrow“. Zu jedem Treffen geht es dann um verschiedene Umweltaspekte wie Solarenergie, Mülltrennung oder Energie generell. Zum Auftakt kamen die Schulen aus Nordkjosboten (Norwegen), Partizanske (Slowakei) und Igdir (Türkei) im vergangenen November nach Bockenem
Im Februar war eine kleine Gruppe der Bockenemer dann Gast in Norwegen. Dort waren die Schüler mit ihren Lehrern unter anderem in der Mülltrennanlage in Tromsö. „Die Mülltrennung in Norwegen ist noch deutlich umfangreicher und komplizierter als hier in Deutschland“, war Schulleiterin Dagmar Pallinger schon etwas überrascht. Interessant ist für Projektleiterin Nina Vorlop natürlich auch der Schullalltag. In Norwegen ziehen beispielsweise die Schüler nach Ankunft in der Schule erst einmal Hausschuhe an: „Das ist bei dem Schneematsch auch sehr sinnvoll!“ In der Türkei war die Videoüberwachung auffällig: In jedem Raum der Schule befand sich eine Kamera.

Eindrucksvoller Besuch
in der Osttürkei

Überhaupt war der Besuch im Mai in der Osttürkei, kurz vor der armenischen Grenze, sehr eindrucksvoll. „Wir waren die ersten Ausländer an der Schule und sind daher natürlich sehr aufgefallen“, erinnert sich Pallinger. Schon die Anreise war beschwerlicher als gedacht, da der Flug von Ankara nach Igdir kurzerhand gestrichen wurde. Statt einer Nacht, musste man daher zwei Nächte in der Hauptstadt verbringen. Das sei, so die Schulleiterin, aber gar nicht so schlimm gewesen. So konnten sich die vier Schüler besser an das Land mit der doch fremden Kultur gewöhnen.
In Igdir war es schon sehr ärmlich, berichtet Nina Vorlop. Aber die Menschen dort seien extrem gastfreundlich. Beispiel: „Wir wollten nur kurz wissen, wo die Menschen dort abends hingehen und schon wurden wir in eine Art Kneipe geführt. Oder besser gesagt in einen Extraraum nur für Frauen geschleust. Denn Männer und Frauen zusammen – das geht gar nicht.
Beeindruckend waren auch die Ausflüge in ein Wasserkraftwerk, wo die Gruppe eine kleine Privatvorführung erhalten hat (Vorlop: „So etwas wäre in Deutschland niemals möglich.“) und zum Berg Ararat, wo noch heute Einschusslöcher in den Häusern vom Krieg von vor fast 100 Jahren zu sehen sind.
Nach den Sommerferien geht es nun im Oktober in die Slowakei. Das Thema dort wird „Müll“ sein. Dafür haben die Bockenemer einen „Müllfriedhof“ angelegt. Verschiedene Gegenstände wurden vergraben und werden im Oktober wieder hervorgeholt, um zu schauen, was in der Zeit damit passiert ist. Im Februar oder März nächsten Jahres kommen dann alle vier Schulen noch einmal in Bockenem zusammen. Zum Abschluss geht es im Mai, allerdings nur für die Lehrer, ein weiteres Mal nach Norwegen.