Vorstand wiedergewählt

Die Geschicke des Vereins für Heimatkunde im Ambergau bestimmt für die kommenden drei Jahre ein neuer Vorstand mit (von rechts) Heinz Krusch, Nils Oelhoff, der Vorsitzenden Maike Becker, Friedrich Niehoff, Hannelore Steinhauer und Dieter Rüdiger. (Foto: Klaube)
 
Das erste Exemplar der „Jahrestasse 2015“ überreichte die Vorsitzende Maike Becker stellvertretend für Gabriele Hinz an deren Ehemann Alfred. (Foto: Klaube)

Verein für Heimatkunde berichtet von vielfältigen Veranstaltungen / Bild zur Jahrestasse kommt von Gabriele Hinz

Vor 95 Jahren gegründet, gehört der Verein für Heimatkunde im Ambergau trotz seines inzwischen schon betagten Alters zu den rührigsten und aktivsten Vereinigungen im Stadtgebiet.

Jahr für Jahr wartet er mit einem respektablen und umfangreichen Programm auf und trägt so in wesentlichem Maße zur Pflege und Bewahrung historischen und heimatkundlichen Gutes unter der Bevölkerung im Ambergau bei. Diese positive Wertung beruht im Wesentlichen auf der Leistung seiner aktiven Vereinsführung, an deren Spitze seit einigen Jahren Maike Becker steht.
Auf diesem Hintergrund war es keine Überraschung, dass die am letzten Mittwoch im Bockenemer Hotel Kniep/Kolle abgehaltene und gut besuchte Jahreshauptversammlung den gesamten Vorstand für die nächsten drei Jahre erneut mit der Vereinsführung beauftragte. Diese Personen sind Maike Becker (Bockenem) als Vorsitzende, Nils Oelhoff (Bornum) als Stellvertreter, Hannelore Steinhauer (Bockenem) als Kassenführerin und Heinz Krusch (Hary) als Schriftführer. Als Beisitzer wurden Friedrich Niehoff (Hary) als Vertreter der Plattduitschen Frünne und Stadtheimatpfleger Dieter Rüdiger (Störy) bestimmt. Für einen Vertreter der Museumsleitung, die an diesem Tag nicht anwesend war und entgegen den sonstigen Gepflogenheiten auch keinen Jahresbericht abgeliefert hatte, wurde unter diesen Beisitzern ein Platz freigehalten.
Der Verein zählt 115 Mitglieder und verfügt über einen außerordentlich erfreulichen Kassenbestand. Der Jahresrückblick 2014 der Vorsitzenden resümierte noch einmal zwei Exkursionen, zwei Wanderungen, zwei Volksliedabende, eine Veranstaltung mit den Mahlumer Kindergartenkindern, eine Lesung über altes Handwerk und einen Vortrag über die Bockenemer Rathäuser und den früheren Bürgermeister Friedrich Buchholz. Von den für das laufende Jahr vorgesehenen Veranstaltungen haben ein Filmabend und ein Vortrag über Ostfalen und den Ambergau bereits stattgefunden.
Aufnahme vom Buchholzmarkt auf der „Jahrestasse“

Der im letzten Jahr durchgeführte Fotowettbewerb brachte aus der Bevölkerung 20 Einsendungen. Alles hervorragende Aufnahmen, wie Maike Becker betonte, so dass man sich schwer tat das beste Motiv auszuwählen und zu prämieren. Es ist eine Aufnahme des Buchholzmarktes von Gabriele Hinz (Bockenem), welche jetzt als Schmuckbild die erste „Jahrestasse“ des Vereins ziert. Von dieser gibt es 50 Exemplare und kann von Interessierten zum Preis von neun Euro je Stück erworben werden, ein Zertifikat eingeschlossen. Eine solche „Jahrestasse“ soll es auch im kommenden Jahr geben.
Wichtig für den Verein für Heimatkunde im Ambergau ist die von den Mitgliedern einstimmig beschlossene Satzungsänderung. Mit ihr ist man ab jetzt in das amtliche Vereinsregister eingetragen und besitzt das Signum der Gemeinnützigkeit. Dieses wiederum erlaubt den Antrag auf die Zuwendung von Fördergeldern, mit welchen der Verein sein heimatkundliches Wirkungsspektrum ausweiten kann.
Den Jahresbericht der Plattduitschen Frünne legte auf dieser Jahreshauptversammlung letztmalig Gustav Philipps vor, der seit nunmehr zwölf Jahren als Vorsitzender dieser überaus regen Vereinigung seine Funktion als Vorsitzender an einen Nachfolger weitergeben wird. Gustav Phillips bilanzierte aus dem Jahr 2014 drei Vortragsabende in Hary, Ortshausen und Volkersheim mit insgesamt 95 Teilnehmern, einen plattdeutschen Abend außerhalb des Ambergaus in Heinde und einen im Juli abgehaltenen plattdeutschen Gottesdienst auf dem Weinberg. Für den Sommer dieses Jahres wird es wieder einen plattdeutschen Gottesdienst geben, und mit Abenden am 16. Juni in Ortshausen und am 2. Oktober in Bornum, stehen zwei weitere Veranstaltungen an. Wie Gustav Philipps mitteilte, wird man aufgrund mangelnden Besuches künftig in den kleineren Ambergaudörfern keine plattdeutschen Abende mehr abhalten.
Einen ausführlichen Bericht lieferte auch Stadtheimatpfleger Dieter Rüdiger. Dabei blickte er auf eine große Zahl von Zusammenkünften und Arbeitskreisen zurück, auf denen er aktiv mitwirkte und über deren Vorhaben und Planungen er eingehend informierte. Dabei reichte das Spektrum von Zusammenkünften im Zuge der Stadtsanierung und der Dorferneuerung Ambergau-Süd bis hin zum Treffen der Heimatpfleger und zu Veranstaltungen des Kreisheimatbundes. Dieter Rüdiger resümierte die stattgefundenen Dorfbesichtigungen von Störy, Bornum, Königsdahlum und er blickte auf das stattgefundene Filmprojekt „Hexenmilch“ zurück, zu dem er den entscheidenden Tipp zur Durchführung im Allerschen Haus am Buchholzmarkt gegeben hatte. Gut drei Viertel seiner Jahresleistung seien jedoch auf die Vorbereitung des letzten Ambergautages in Störy gefallen, der von über 2000 Personen besucht wurde und zu dem er im Rückblick jetzt eine in Farbdruck gehaltene Dokumentation verfasst hat.
Zum Schluss der Jahreshauptversammlung äußerte sich Manfred Klaube zum Angebot des Bockenemer Museums, zur dringenden Sanierung des städtischen Hauses Papenberg 2 und zur wünschenswerten Einrichtung einer kleinen Heimatstube in Bornum. Das Bockenemer Turmuhrenmuseum sei für die Stadt zwar ein hervorragendes Aushängeschild, sein heimatkundlicher Teil informiere jedoch nur marginal oder auch gar nicht über die wichtigen Abschnitte der reichhaltigen Stadtgeschichte, wobei Klaube in dieser Beziehung zahlreiche Beispiele brachte. Hier sollten längerfristig Verbesserungen angestrebt werden.
Der frühere Stadtheimatpfleger sprach sich angesichts der überaus großen Zahl der Leerstände in der Altstadt auch dafür aus, im Zuge der notwendigen Sanierung des Anwesens Papenberg 2, die dort angesiedelten Vereinigungen mit Unterstützung der Stadt herauszunehmen und das Gebäude in Zukunft dann nur noch für das Archiv und das Museum vorzuhalten, womit an dieser Stelle zusammen mit dem Museum am Markt ein einheitlicher und zusammengehörender stadtgeschichtlicher Komplex entstehen würde.
Grußworte hatte auf dieser Jahreshauptversammlung Christina Philipps übermittelt. Darin äußerte sie sich anerkennend über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins und wünschte für die Zukunft, dass er weiterhin so lebendig sein solle.

Termine
14. April: Abend mit Bürgermeister Martin Bartölke über stadtaktuelle Probleme;
14. Mai: Himmelfahrtswanderung;
3. Juni: Ortsbesichtigung Hary;
19. Juni: Plattdeutscher Abend in Ortshausen;
16. September: Besuch der Kirche in Nette;
26. September: Exkursion nach Salzgitter;
10. Oktober: Herbstwanderung im Bereich Ortshausen;
4. November: Volksliedersingabend;
Herbst: Halbtagesexkursion zum Fagus-Werk nach Alfeld;
2016: Wiederbelebung der Vereinszeitschrift „Längs der Nette“ unter Beteiligung des befreundeten Rhüdener Heimatvereins. .