Weniger Unfälle – mehr Tote

Uwe Semper und Lutz Ike stellen die Verkehrsunfallstatistik des PK Bad Salzdetfurth für das Jahr 2014 vor. Die Zahl ist rückläufig, allerdings gibt es mehr Tote auf den Straßen zu beklagen. (Foto: Vollmer)

Polizeikommissariat Bad Salzdetfurth stellt die Unfallstatistik für 2014 vor

Die Zahl der Unfälle ist im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Bad Salzdetfurth im vergangenen Jahr um sieben Prozent gesunken. Insgesamt nahmen die Beamten 1058 Verkehrsfälle auf, das sind 77 weniger als im Vorjahr.

Die insgesamt positive Bilanz wird allerdings durch einen deutlichen Anstieg bei den Verkehrstoten getrübt. Sieben Menschen verloren 2014 auf den Straßen ihr Leben. Die Zahl hat sich zu 2013 mit drei Toten mehr als verdoppelt. Die Anzahl der Schwerverletzten liegt mit 54 auf dem Niveau des Vorjahres.
„Eine überhöhte Geschwindigkeit bleibt die Unfallursache Nummer eins“, erklärte der Leiter des Polizeikommissariats Bad Salzdetfurth, Uwe Semper, bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik. Um den polizeilichen Überwachungsdruck aufrecht zu erhalten, setzten die Beamten weiter auf Radar- und Ladermessungen sowie gemeinsame Geschwindigkeitskontrollen mit dem Landkreis Hildesheim. „Wir haben in den vergangenen zwölf Monaten alle personellen Möglichkeiten ausgeschöpft, um gegen die Raser vorzugehen“, erläutert Uwe Semper. Diese Maßnahmen spiegeln sich auch in den Zahlen wider. Die Beamten stellten 739 Verkehrsteilnehmer fest, die mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren. 569 bekamen ein Verwarngeld aufgebrummt, 170 Fahrern flatterte ein Bußgeldbescheid ins Haus. Keine andere Statistik wies bisher einen derart hohen Wert an Geschwindigkeitsverstößen aus. In vier Fällen gab es zusätzlich ein Fahrverbot. Auch in diesem Jahr werden die Beamten daher verstärkt die Geschwindigkeit kontrollieren.
Neben dem Tempo sind eine riskante Fahrweise, ein unzureichender Sicherheitsabstand sowie falsches oder verbotenes Überholen oftmals Ursachen für Unfälle. „Diese Entwicklung ist auch zu Beginn dieses Jahres festzustellen. Schon allein aus diesem Grund bleibt das vorhandene Niveau der Geschwindigkeitsüberprüfungen mittels Laser- und Radartechnik bestehen. „Mit diesen Maßnahmen wollen wir das objektive und subjektive Entdeckungsrisiko hoch halten und das Geschwindigkeitsniveau, insbesondere außerhalb der Ortschaften, senken“, betont der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Lutz Ike.
Verkehrssicherheitswoche
vom 13. bis 19. April

Die Verkehrssicherheitswoche findet im Gebiet des PK Bad Salzdetfurth vom 13. bis 19. April statt. „Sie verdankt ihren Erfolg in der Kombination aus Prävention und Repression“, erläutert der Polizeihauptkommissar. Als erfreulich bezeichnete er einen Rückgang der Baumunfälle von 42 auf 37. Allerdings erhöhte sich die Zahl der Toten von zwei auf fünf. Das Landesprojekt „Baumunfälle“ wird im gesamten Landkreis Hildesheim im Jahr 2015 zu einer Vielzahl von Geschwindigkeitsbeschränkungen führen. Hierzu erarbeiten die Teilnehmer derzeit ein begleitendes Präventions- und Überwachsungskonzept, an deren Umsetzung die Bad Salzdetfurther Beamten beteiligt sind.
Die Polizei setzt insbesondere auch bei den Unfallfluchten weiter auf die Mithilfe aus der Bevölkerung. „Für Hinweise sind wir sehr dankbar“, erklärt der Chef des Polizeikommissariats. Dabei macht er deutlich, dass es sich dabei um kein Kavaliersdelikt handelt. Wer sich nach einem Unfall entfernt wird mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, einer Geldstrafe oder Führerscheinentzug bestraft. Die Zahl der Unfallfluchten hat sich von 177 auf 191 erhöht. 43,5 Prozent der Fälle konnten davon aufgeklärt werden. „Der Bürger spielt eine wichtige Rolle bei der Aufklärung“, erläuterte Semper beim Blick in die Statistik.
Schlimme Folgen kann auch eine Fahrt haben, wenn sich Insassen nicht angeschnallt haben. „Diese Verkehrsteilnehmer gefährden mit ihrem Verhalten sich selbst und auch das Leben und die Gesundheit anderer“, erklärte Lutz Ike. Obwohl das Thema bekannt ist, registrierten die Beamten 573 (583) Verstöße. Auch das Telefonieren während der Fahrt, setze sich offensichtlich fort, obwohl das Verwarngeld von 40 auf 60 Euro erhöht wurde. 46 (42) Männer und Frauen mussten in ihr Portemonnaie greifen. „Bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern legt das Fahrzeug in einer Sekunde einen Blindflug von 14 Metern zurück“, erklärte der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. Das Schreiben einer SMS sei gleichzusetzen mit einem Wert von 1,1 Promille.
Im Bereich des Polizeikommissariats Bad Salzdetfurth spielt das Thema Wildunfälle weiterhin eine große Rolle, auch wenn die Zahl deutlich von 349 auf 306 zurückgegangen ist. Gemessen an den Gesamtunfallzahlen machen die Wildunfälle im Bad Salzdetfurther Bereich immerhin fast ein Drittel aus. In der gesamten Polizeiinspektion Hildesheim liegt der Anteil bei nur 10,7 Prozent.