Wer vermisst seine Badesachen?

In sechs großen Kisten werden im Bockenemer Rathaus die Fundsachen aus dem Freibad aufbewahrt. Azubi Lena Marotta versucht, bei den vielen Klamotten den Überblick zu behalten.

Zahlreiche Fundsachen aus dem Stadtbad warten auf ihre Besitzer / 46.000 Besucher in der abgelaufenen Saison

In sechs großen Plastikboxen, die bis zum Rand gefüllt sind, werden bei der Stadt Bockenem die Fundsachen aus dem Freibad aufbewahrt. Meist sind es bunte Handtücher, Kinderkleider, Sandaletten, Schwimmtiere, Badehosen oder Bikinis, die die Besucher in der gerade zu Ende gegangenen Saison auf dem weitläufigen Gelände vergessen haben.

Nun hoffen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, dass sich die rechtmäßigen Eigentümer vielleicht doch noch melden.
Aus Erfahrung stehen die Chancen dafür allerdings nicht besonders gut. „In den vergangenen Jahren war kaum jemand da“, weiß Anja Heckmann. Allerdings kann sich die Verwaltungsangestellte noch gut an eine ältere Dame erinnern, die den Badeanzug ihrer Enkelin vermisst hat. „Da mussten wir natürlich den kompletten Berg an Klamotten durchwühlen. Das ist ja auch nicht unbedingt eine sehr angenehme Aufgabe“, erklärt die Mitarbeiterin. Alle zurückgelassenen Dinge werden akribisch in einem Fundbuch notiert.
Sollte sich niemand melden, werden alle Fundsachen einer sozialen Einrichtung zur weiteren Verwertung übergeben. Zuletzt nahm die Kleiderkammer des DRK-Ortsvereins Bockenem die Kleidungsstücke in Empfang. Wer die Sachen aus der Saison 2013 bekommt, steht noch nicht fest. Wertvolle Gegenstände, wie zum Beispiel Schmuck, Handys oder Geldbörsen, landen übrigens nicht in den roten Aufbewahrungskisten, sondern im Fundbüro. Wer also noch einen roten Bikini oder die aufblasbare Gummiente vermisst, sollte sich schnellstmöglich an das Bürgerbüro in Bockenem wenden. Noch ist es nicht zu spät.
Die Bilanz über die Freibadsaison 2013 dürfte nach Vorlage der ersten Zahlen positiv ausfallen. Demnach haben 46.300 Personen die im vergangenen Jahr komplett neu gestaltete Anlage besucht. In der baubedingt kurzen Saison 2012 kamen 33.000 Menschen in das Bad. In den Jahren davor lag die Zahl um die 40.000 Besucher. „Gute Noten vergaben insbesondere auch die zahlreichen Gäste aus dem Umland, die gezielt nach Bockenem gekommen waren“, berichtet Bauamtsleiter Bernd Arndt.