Wie der Kiepenkasper den Piraten austrickste...

Der Kiepenkasper nahm die Kinder mit auf abenteuerliche Reisen. (Foto: Voß)

Puppenspieler Uwe Spillmann zog im Kindergarten Mahlum sein Publikum in Bann

„Der Kiepenkasper kommt nach Mahlum“, diese Ankündigung versetzte nicht nur die 43 Kinder des evangelischen Kindergartens Mahlum in Verzückung und freudige Erwartung, sondern auch das Erzieherinnen-Team um Kiga-Leiterin Renate Drese-Kolk.

Von Günter Voß

Mahlum. Und dann war es endlich so weit. Der Kiepenkasper, Puppenspieler Uwe Spillmann aus Eberholzen, hatte schon Position bezogen, als die Kinder eintraten und Platz nahmen. Mit glänzenden Augen und voller Konzentration lauschten sie zunächst der Geschichte „Die Reise zur Pirateninsel“. Zuvor konnten die Kleinen aber erst einmal erleben, wie der Kiepenkasper mit viel Mühe seine schwere Kiepe nach vorne drehte und vor dem Bauch schulterte.
Dann ging's aber wirklich los. Die Geschichte handelte von einem schrecklichen, vor allem schrecklich dummen Piraten, der Kaspers goldenen Theatergong geklaut hatte. Mit Hilfe des jungen Publikums und eines schnell gezimmerten Schiffes machte sich der Kasper auf den Weg zur Seeräuberinsel. Dort gelang des dem Kasper mit einer klugen List, den Piraten auszutricksen. Uwe Spillmanns Darstellung war voller Seeräuber-Klischees und lebendigen Gespenstern und so dramatisch, dass die Kinder von Anfang bis Ende mitfieberten.
Nach einer kurzen Pause machte sich der Kasper im zweiten Teil auf die Suche nach einem vermeintlichen Ungeheuer. Sogar ein Polizist erschien auf der Bildfläche und forderte die Kinder auf, sich unbedingt vor dem bösen Ungeheuer in Sicherheit zu bringen. Um das Ungeheuer zu finden und den Kinder die Angst zu nehmen, musste wieder mal der Kasper ran. Zum Glück traf er auf den Zauberer Zuchini. Der hatte einen Spiegel bei sich. Darin konnte der Kasper erkennen, dass das Ungeheuer nichts anderes war als ein alter Fahrradsattel; und von dem ging nun wirklich keinerlei Gefahr aus. Zum Schluss der Aufführung durften die Kinder den Sattel sogar streicheln.
Der Beifall für den Kiepenkasper war natürlich riesengroß. Die erlebten Abenteuer hallten beim jungen Publikum noch lange nach und sorgten für die eine oder andere lebhafte Diskussion.
Für den Kiepenkasper war die Arbeit damit aber noch nicht zu Ende. Er machte sich anschließend auf den Weg nach Bockenem, genauer gesagt zum Kindergarten am Südwall, um auch dort das junge Publikum in seinen Bann zu ziehen. Um den Kiepenkasper entlohnen zu können, hatten die beiden Einrichtungen nämlich den Schulterschluss gesucht.