Wie die Raumdeckung wirklich entstand…

50 Jahre FC Ambergau-Schlewecke-Mahlum wird mit zweitägigen Fest gefeiert

Volkersheim/Schlewecke/Mahlum (dh). Seit 50 Jahren besteht der FC Volkersheim-Schlewecke-Mahlum nun. Doch wie entstand der Verein? Ein Gründungsmitglied erinnert sich an die Anfangszeiten.
In frühen Zeiten bestand ein Sportplatz oberhalb des Tierfriedhofes. Durch den Bau der Autobahn verschwand dieser jedoch. Damit war die Jugend des Dorfes allerdings nicht einverstanden, ein neuer Bolzplatz musste her. Der war dann auch schnell gefunden. Der Schulhof wurde durch Mauerbegrenzungen und die Kirche zum Stadion. Erich Sonnemann baute sich als Torwart ein Gestell aus Maschendraht. Ideale Bedingungen sahen anders aus, denn durch Drähte am Kirchenzaun und dem Pfarrgrundstück war nicht nur aus dem Ball oftmals die Luft raus. Da die Kirchenscheiben viel leiden mussten und der Pfarrer im Winter nur mit Schal und Handschuhen predigen konnte, wurde ein Fußballverbot durchgesetzt. Bevor es soweit war, erfanden die Volkersheimer nebenbei noch die „Raumdeckung“. Denn der Holzschober stand zwei Meter vor der Außenmauer. Ein Spieler wurde jeweils dafür abgestellt, diesen Raum abzudecken.
Auch der neue Bolzplatz zwischen den Höfen Lindenberg und Kirchberg brachte kein Glück. Polizist Jupp Mücke musste die Jugendlichen von dort vertreiben, auch wenn es ihm selbst wehtat. So entstand die Idee, einen eigenen Fußballverein zu gründen. Im Jahr 1962 war es dann soweit: Im Lokal Ida Linne versammelten sich 70 Männer und Frauen und wählten Jupp Mücke zum ersten Vorsitzenden. Zunächst nahm eine Mannschaft am Spielbetrieb teil, die Partien wurden auf dem Mahlumer Platz ausgetragen. Doch mit Gründung wurde ein eigener Platz angestrebt. Im August 1964 war dieser bereit. Im ehemaligen Schlosspark standen sich die Vereine vom VfL Seesen und Eintracht Salzdetfurth zur Einweihung gegenüber. Wellblechgarage als Umkleidekabine, Jauchefass mit Wasserhahn als Dusche – Gemütlichkeit sieht anders aus. Der Ball aus echtem Leder lagerte noch bei jedem Wetter in der Wellblechgarage. Schwer, nass und gefroren wie Eiskugeln war er im Winter. Böse Zungenbehaupten, dass die guten Kopfballspieler von damals noch heute darunter leiden.
Viele Leute aus dem Ort halfen in den folgenden Monaten und Jahren mit, auf dem Sportplatz neben dem Rasen ein schmuckes Vereinsheim zu erreichten. Immer wieder wurde an- und umgebaut, ein Flutlicht errichtet. Übrigens: Gerüchten zu Folge soll sich Felix Magath seine Trainingsmethoden vom frühen FC-Coach Dieter Reichel abgekupfert haben. Statt einen Sprintberg ließ dieser seine Schützlinge zum Jägerhaus hoch- und runterlaufen.
50 Jahre FC Volkersheim-Schlewecke-Mahlum, am 28. und 29. Juli wird dies mit einem großen Fest gefeiert. Zwei Tage ist dann Zeit, die ein oder andere Geschichte weitere aus der Anfangszeit weiter zu geben.