Windkraft: Bauausschuss gibt grünes Licht für Repowering bei Ilde

Nachbargemeinde Lamspringe sieht vorgesehene Windparkerweiterung kritisch / Alte Anlagen werden abgebaut und durch moderne ersetzt

Bockenem/Ilde (LB). Grundsätzlich „Grünes Licht“ für das Repowering des Windparks Bockenem/Evensen und für eine gleichzeitige Erweiterung hat der Ratsausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Bauwesen gegeben. Auf seiner 4. Zusammenkunft im Rathaus tagte er unter seinem Vorsitzenden Dr. Gerhard Bartels, einem bekennenden Befürworter für Windkraft auch im Ambergau. Das Votum für die Anlage bei Ilde im nordwestlichen Stadtgebiet fiel einmütig.
Bürgermeister Martin Bartölke, der an dieser Sitzung teilnahm, hatte zuvor eine Einführung zum derzeitigen Stand der Angelegenheit vorgetragen und darauf verwiesen, dass der Landkreis, werde man die bislang in Aussicht genommene Erweiterungsfläche beibehalten, Einspruch einlegen werde, weil dann der erforderliche Abstand von fünf Kilometern zur Windkraftanlage in Almstedt nicht mehr gegeben sei. Dieser betrage nämlich 4,8 Kilometer. Deshalb sei eine Veränderung der anvisierten Erweiterungsfläche erforderlich. Diese werde dann auch so sein, dass der Abstand zu den beiden Ortschaften Evensen und Ide nicht mehr 500 Meter, sondern 750 Meter betragen werde. Bei einer solchen Neuvermessung, die wahrscheinlich zu einer Verkleinerung der Windkrafterweiterungsfläche führen werde, sei ein Abstand von 1000 Meter jedoch indiskutabel. Der Landkreis werde sein Einverständnis für einen 750-Meter-Abstand geben. Das sei abgeklärt. Notwendig bei allem sei allerdings das Einverständnis der Nachbargemeinde Lamspringe. Dort werde die nun angedachte Erweiterung des Windparks sehr kritisch gesehen.
In der Summe sind also Neuverhandlungen auch mit dem Investor erforderlich, denen der Ausschuss zustimmte.
Ildes Ortsvorsteher Karl-Heinz Hodur wies darauf hin, dass die Einwohnerschaft von Groß Ilde und von Klein Ilde derzeit über die an beiden Ortschaften vorbei führende Trasse der 380-kV-Leitung mehr beunruhigt sei als über die Konzeption der neuen Windkraftanlage. Auch diesbezüglich sei noch keine endgültige Festlegung getroffen worden.
Das Repowern der bisherigen Anlage wird zu einer Leistungsverbesserung führen, eine Höhenbegrenzung aufgrund der dann geltenden neuen Bestimmungen wird es nicht mehr geben. Die Untersuchungen des Betreibers lassen erwarten, dass die Windräder in größerer Höhe bei dem gegebenen Windindex wirtschaftlich arbeiten können. Die alten Anlagen werden abgebaut und neue errichtet, die alten Fundamente völlig herausgenommen, teilte auf Anfrage der Ausschussvorsitzende mit. Bliebe es lediglich bei dem Repowering, so würden bei der jetzt angedachten Konzeption zwei Anlagen auf Evenser und vier auf Ilder Gebiet entfallen. Rechnet man die angedachte Erweiterungsfläche mit ein, kämen auf Evenser Gebiet vier und auf Ilder fünf Anlagen. Fest steht das aber noch nicht.
Grundsätzlich ist die Richtung vorgegeben, doch muss jetzt neu verhandelt werden.
Die beiden anderen im Stadtgebiet zur Diskussion stehenden Windkraftflächen – die östlich von Volkersheim und die 95 Hektar große im zentralen Ambergau zwischen Bockenem und Bornum beim Königsturm – werden in absehbarer Zeit ebenfalls zur Beratung anstehen.