"Wir sagen jetzt Tschüss"

Bornums Schulleiterin Christine Luther (Mitte) nimmt eine einjährige Auszeit.

Viertklässler verabschiedet / Bornums Grundschulleiterin Christine Luther legt Sabbatjahr ein

Wie überall in Niedersachsen wurden in den vergangenen Tagen die Viertklässler aus den Grundschulen verabschiedet. In Bornum sang die gesamte Schule am Ende "Wir sagen jetzt Tschüß - und hoffen auf ein Wiedersehen" - das allerdings nicht zu den Abgängern, sondern zur Rektorin Christine Luther. Denn die legt aus persönlichen Gründen ein Sabbatjahr ein. Ihre Vertretung für das kommende Schuljahr übernimmt Manuela Timmermann. Anschließend, so der Plan, steigt Luther wieder ein. Von Schülern und dem Kollegium gab es einen Kalender mit guten Wünschen und einigen Gutscheinen.
Zuvor wurde der vierte Jahrgang während des "Sommerforums" verabschiedet. Da hatten alle Jahrgänge wieder etwas einstudiert und präsentierten dies den interessierten Zuhörern im wieder einmal etwas überfüllten Eingangsbereich. "Angemeldet hatten sich vor vier Jahren gerade einmal zehn Kindern. Bei der Einschulung waren es dann aber doch 16", erinnerte sich Christine Luther. Der Jahrgang sei anfangs kein einfacher gewesen, doch "ihr habt viel gelernt, seid fit für das Leben und habt ein ganz tolles Sozialverhalten entwickelt." Ein Beispiel: Es für die Klasse nicht einfach gewesen, die Schulleiterin als Klassenlehrerin zu haben. Diese werde immer mal wieder aufgehalten und komme dann zu spät zum Unterricht: "Doch was passierte, als ich ins Klassenzimmer kam? Ihr saßt da und habt bereits gearbeitet."
Vorgestellt wurden auch die neuen Streitschlichter. Gleich zwölf Drittklässler haben die Ausbildung dazu absolviert, wofür der Verantwortlichen Ute Seibert gedankt wurde.
In Bockenem ging die Grundschulzeit für 66 Schüler mit einem Gottesdienst zuende, den der evangelische Diakon Frank Rüffer und die katholische Gemeindereferentin Elisabeth Thoben-Heidland leiteten. "Ihr seht nicht mehr wie Grundschulkinder aus", stellte Rüffer dabei fest. In der Lesung verglichen er und Thoben-Heidland das Ende der ersten vier Schuljahre mit dem Leben von Abraham und Sara. Auch die machten sich aus ihrer bekannten Umgebung auf in ein unbekanntes Land. Durch heiße Wüsten ("Vielleicht Schulfächer, für die ihr viel lernen müsst") und kahle Berge ("Schwierige Prüfungen") ging es für sie. Doch wenn alle immer nur stehenblieben, entdecke niemand etwas Neues und man lerne nichts hinzu.
Die Abgänger erinnerten sich an helle Momente während der vier Jahre, die sie mit in die neuen Schule nehmen, aber auch dunkle Momente, die sie lieber an der alten Schule lassen würden. Gute Wünsche und mutmachende Worte gab es von den Drittklässlern sowie den zweiten Klassen auf einem Zettel am Ausgang.