Zahl der Feuerwehrleute bleibt stabil

Kai Schünemann (mitte) und Ralf Janietz (2. von rechts) wurden während der Versammlung des Bockenemer Stadtkommandos befördert. Es gratulieren Stadtbrandmeister Alfred Schneider (rechts), sein Stellvertreter Ralf Sander (2. von links) und Karl-Heinz Hodur (Vorsitzender Feuerschutzausschuss).

503 Aktive zum Ende des Jahres 2014 / Stadtbrandmeister und sein Stellvertreter treten bei Wahlen wieder an

Nur zwei Aktive verlor das Feuerwehrwesen der Stadt Bockenem im Verlauf des Jahres 2014. Diese Zahl gab Stadtbrandmeister Alfred Schneider bei der jüngsten Versammlung des Stadtkommandos bekannt.

Leichten Zuwachs gab es bei den Musikern, während die Jugendgruppen ein wenig verloren. Dafür stieg die Zahl der Kinder im selben Maße an. Insgesamt haben die Ortswehren derzeit 789 Personen unter ihrem Kommando.
Das Jahr 2014 war, wie Schneider bereits bei den Versammlungen der Ortswehren immer wieder betonte, ein relativ ruhiges; insgesamt gab es 31 Brandeinsätze, von denen allerdings sieben Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen waren. Darunter war ebenso kein Großbrand, wie bei Toyoda Gosei Meteor. Die dortige Werksfeuerwehr hatte 52 Kleinbrände abzuarbeiten. Zu diesen Einsätzen gaben 66 Hilfeleistungen. Darunter fielen Ölspuren, Unfälle, Türöffnungen und die bereits mehrfach erwähnte Personensuche im Oktober. Bei der Meteor gab es 13 Hilfeleistungen.
Der Auftakt in das Jahr 2015 war dagegen schon recht arbeitsreich. Zwei Kleinbrände innerhalb weniger Tage waren in der Bockenemer Innenstadt zu bekämpfen. Mehrere schwere Unfälle, darunter zwei tödliche, kamen ebenfalls hinzu. „Hier tut den eingesetzten Kameraden die Nachbesprechung sehr gut“, erklärte der Stadtbrandmeister.
Im vergangenen Jahr gab es ein Treffen mit der Autobahnpolizei. Für die Feuerwehrleute war dies sehr informativ, wenn auch nicht unbedingt erfreulich. Denn die Zahl der Polizeikräfte auf der Autobahn dürfte in Zukunft eher noch sinken und die Belastung für die Feuerwehr daher steigen. Vor allem die Frage der Eigensicherung steht dabei im Vordergrund. Zudem dürfte die Zahl der schweren Unfälle ansteigen, wenn die Geschwindigkeitsbeschränkung auf der verbreiterten A7 aufgehoben wird.
Die Aktivitäten in der Jugendwehr fingen bei A wie Altpapiersammeln an und endeten bei Z wie Zeltlager. „Die Jugendlichen hatten wieder viel Spaß“, berichtete Stadtjugendfeuerwehrwart Dirk Blume. Die größten Veranstaltungen fanden in Bornum statt. Dort wurden die Wettbewerbe des Brandabschnittes Ost durchgeführt sowie das 50-jährige Bestehen der dortigen Jugendabteilung mit einem Festakt und -ball gefeiert. Ein Dank richtete Blume an alle Unterstützer des Nachwuchses, sei es finanziell oder mit Rat und Tat.
Die Leitstelle soll ab dem 1. Juli auch digital funken können. Dies teilte der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter Mathias Mörke mit, schränkte aber gleichzeitig ein, dass dieser Termin schon mehrmals verschoben wurde. Der Atemschutzverbund geht ebenfalls Mitte des Jahres an den Start. Rund 1100 Geräte der „soliden Mittelklasse“ werden dafür angeschafft. Für die meisten sei dies eine Verbesserung. Alle Geräte werden mit Totmannwarnern ausgestattet. Zudem gibt es in der Leitstelle eine Reserve von 80 Geräten (bisher zwölf), die innerhalb von 45 Minuten überall in den Landkreis gebracht werden können. „Einsatztaktisch ist das ein Quantensprung“, freute sich Mörke. Die Kosten betragen vier Millionen Euro, eine europaweite Ausschreibung ist notwendig.
Die ersten Geräte sollen im dritten oder vierten Quartal ausgeliefert werden, Bockenem ist eine der ersten Gemeinden, die bedacht werden. Da kein Hersteller eine solch große Menge auf einmal produzieren kann, wird es wohl bis zu einem Jahr dauern, ehe alle Gemeinden im Landkreis neu ausgerüstet sind. Mörke ist sich sicher, dass die Gemeinden insgesamt Geld sparen und das bei gleichzeitig besserer Ausstattung. Die Bockenemer wählten Curt-Christian Philipps zum Atemschutzwart. Er übernimmt dann in Zukunft die Koordination der Atemschutzgeräteträger.
Sehr erfreut war er über die Tatsache, dass es in Bockenem im vergangenen Jahr kaum Mitgliederverluste gab. Dies liege vor allem an der Jugendarbeit. Denn fast alle 20- bis 40-jährigen Aktiven kommen aus einer Jugendwehr. „Jede Stunde Arbeit in die Jugend ist eine gute Stunde“, gab er der Versammlung daher mit auf den Weg.
Dennis Sindermann gab die Statistik für die musiktreibenden Züge bekannt. Insgesamt waren die Musiker 342 Stunden bei Auftritten oder Übungen im Einsatz. In diesem Jahr wird der Musikzug Bockenem 125 Jahre alt. In welcher Form dies gefeiert wird, wird noch bekannt gegeben.
Grußworte sprachen auch Karl-Heinz Hodur (Vorsitzender Feuerschutzausschuss), Dr. Gerhard Bartels (CDU-Fraktion) und Siegfried Berner (SPD-Fraktion). Sie dankten für die vielfältige Arbeit der Feuerwehr und sagten auch ihre künftige Unterstützung zu.
Zum Ende der Sitzung gab Stadtbrandmeister Alfred Schneider bekannt, dass er auch nach fast 20 Jahren für eine weitere Amtszeit zur Verfügung steht, sollte das Kommando ihn erneut wählen. Die Wahl findet am 14. Juni im Bockenemer Feuerwehrhaus statt. Dem schloss sich sein Stellvertreter Ralf Sander an, der traditionell das Schlusswort hielt.

Beförderungen
Hauptlöschmeister:
Christian Willers und Kai Schünemann;
Brandmeister: Ralf Janietz.