Fahrt nach Magdeburg und Hereld-Lesung

Wann? 15.09.2012 07:45 Uhr

Wo? Busbahnhof, Hindenburgstraße, 31167 Bockenem DE
Bockenem: Busbahnhof |

Verein für Heimatkunde im Ambergau besucht Ausstellung über Otto den Großen

Auch beim Verein für Heimatkunde im Ambergau ist die Sommerpause nun vorbei. Damit ist es an der Zeit, neue Projekte in Angriff zu nehmen. Vorsitzende Maike Baumgart ist in der Zwischenzeit nicht untätig geblieben und hält zusammen mit ihren Vorstandsmitstreitern in den nächsten Wochen für Mitglieder und Freunde des Vereins zwei Veranstaltungsleckerbissen bereit.
Bei dem ersten handelt es sich um eine Busexkursion nach Magdeburg. Dort will man die Ausstellung „Otto der Große und das Römische Reich“ besuchen. Die Anbindung des Ambergau an den einstigen Königsweg legt einen Besuch nahe. Gestartet wird am Samstag, 15. September, um 7.45 Uhr vom Busbahnhof in Bockenem. Weitere Einstiegsmöglichkeiten sind um 7.35 Uhr in Rhüden (Busplatz Hof Bandura) und um 7.40 Uhr in Bornum (Bushaltestelle) möglich. Die Rückfahrt erfolgt spätestens um 19 Uhr.
Otto der Große schenkte Magdeburg seiner ersten Ehefrau, der englischen Prinzessin Edgith, als Morgengabe. Gemeinsam förderten sie den damaligen Grenzort. So gründete Otto der Große dort im Jahr 937 ein Kloster unter dem Patronat des heiligen Mauritius. 968 schließlich wurde der Handelsplatz an der Elbe Mittelpunkt des von Otto neu errichteten Erzbistums Magdeburg. Für den ottonischen Dom, das Zentrum des neuen Erzbistums, ließ der Kaiser kostbare antike Bauteile, darunter Marmor- und Porphyrsäulen und ein achteckiges Porphyrbrunnenbecken, nach Magdeburg bringen. Sie sollten seinem herrschaftlichen Anspruch als Römischer Kaiser Ausdruck verleihen. Als Otto der Große im Jahr 973 starb, wurde er, wie zuvor schon seine erste Frau Edgith, in Magdeburg zur letzten Ruhe gebettet. Nach einem Brand im 13. Jahrhundert errichtete man an der Stelle des ottonischen Baus einen neuen Dom und gruppierte die antiken Säulen und Kapitelle im Hohen Chor um das Grab Ottos des Großen.
Wie Karl der Große sah auch Otto der Große in seiner Herrschaft die Fortsetzung des römischen Kaisertums der Antike. Durch die Hochzeit seines Sohnes Otto II. mit der byzantinischen Prinzessin Theophanu gelang dem ottonischen Kaisertum die Anerkennung durch Byzanz. Der Plan ihres gemeinsamen Sohnes Ottos III., mit der Erneuerung des Römischen Reiches wieder eine Residenz in Rom zu errichten, scheiterte. Doch die Vorstellung von der Erneuerung des Römerreiches wirkte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bis zu seiner Auflösung 1806 fort.
Nach dem Besuch der Ausstellung will man gemeinsam im „Ratskeller“ zu Mittag essen. Bei der Anmeldung, die bis zum 8. September bei Vorsitzender Maike Baumgart, Telefon (05067) 697597, E-Mail: info@heimatkunde-
ambergau.de erfolgen soll, kann der Speisenwunsch mit angegeben werden.
Anschließend lernen die Teilnehmer Magdeburg im Rahmen einer Stadtführung näher kennen und unternehmen eine Schifffahrt zum Wasserstraßenkreuz mit einem Ausstieg in Hohenwarte. An Bord des Schiffes können auch Kaffee und Kuchen genossen werden.
Die Kosten für diese Fahrt betragen 45 Euro.
Einmal eine ganz andere Veranstaltung erwartet die Heimatkundler nur fünf Tage später. Peter Hereld, der Hildesheimer Autor historischer Romane, liest aus seinen beiden Werken. Herelds Bücher spielen in Hildesheim und Goslar. Am Donnerstag, 20. September, um 19 Uhr kann im großen Saal der Gaststätte Linne in Volkersheim den Geschichten um seine Akteure Robert und Osman gelauscht werden.
Hier ein kleiner Auszug aus dem Debütroman „Das Geheimnis des Goldmachers“: Zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, sind auf dem Weg nach Köln. Osman Abdel Ibn Kakar, ein Muselmane aus Alexandria, ist auf der Flucht vor seinem Herrn, begleitet wird er von Robert, einem gebürtigen Deutschen und guten Freund. Unterwegs machen sie Rast in Hildesheim im Kloster des Heiligen Paul, einem Dominikanerstift, um sich von den Strapazen ihrer weiten Wanderschaft aus dem fernen Bremen zu erholen. Hier treffen sie auf Albert von Lauingen, besser bekannt als Albertus Magnus, einen großen, wenn nicht gar den größten Gelehrten seiner Zeit. Ein Missverständnis belastet sie mit dem Vorwurf der Ketzerei, ein lebensbedrohlicher Verdacht zur Zeit der Inquisition. Um sich reinzuwaschen von dem, was ihnen zur Last gelegt wird, erzählen sie Bruder Albert ihre Geschichte und welche Umstände sie zusammenführten.
Weiter geht es mit seinem zweiten Roman, „Die Braut des Silberfinders“. Unweit von Hildesheim, im Jahr 1234. Auf ihrer Reise nach Cölln machen der Araber Osman und sein Freund Robert der Schmale in einem Gasthof halt. Hier treffen sie auf Adara, eine rothaarige Schönheit. Robert ist sofort von ihr verzaubert, und es kommt zu einer Liebesnacht mit weitreichenden Folgen: Am nächsten Morgen fehlt nicht nur von Adara jede Spur, sondern auch vom Geld der beiden Freunde, selbst Roberts Pferd hat die Schöne mitgehen lassen. Völlig mittellos beschließen sie, der Diebin zu folgen. Die Spur führt in die Kaiserpfalzstadt Goslar…
Abenteuer in den Tiefen der Goslarer Bergwerke des 13. Jahrhunderts, ein Wettlauf gegen die Zeit, um einen Unschuldigen vor dem Galgen zu retten und eine rothaarige Schönheit, die allen den Kopf verdreht, erwarten den Leser in der Fortsetzung des Romans „Das Geheimnis des Goldmachers“.
Der 1963 in Hildesheim geborene und dort immer noch lebende Autor Peter Hereld, der seit September 2010 auch Mitglied der Schriftstellervereinigung von Autoren historischer Romane „Quo vadis“ ist, wird aus beiden Romanen vortragen, Fragen beantworten und seine Bücher im Anschluss signieren. Bei Interesse können die Werke an diesem Abend käuflich erworben werden.
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei; es wird um eine Spende gebeten.