Drei Deutsche Meisterschaften für MTV-Läufer

Birte Friedrichs und Ole Hennseler als Sieger bei den D14 beziehungsweise H14.
 
Bjarne Friedrichs mit großen Schritten zum DM-Titel.
Bjarne Friedrichs holt sich größten Erfolg / Birte Friedrichs und Ole Hennseler siegen bei der Jugend


Grandioser Erfolg für die Orientierungsläufer des MTV Seesen: Mit drei Titeln bei den Deutschen Meisterschaften im Mittel-OL im südlichen Bayrischen Wald wurden sie nach dem Post SV Dresden, der fünf Sieger stellte, mit drei Titeln zweiterfolgreichster Verein. Während Ole Hennseler und Birte Friedrichs in der H beziehungsweise D14 ihre Vorjahreserfolge wiederholen konnten, wurde Bjarne Friedrichs erstmals auch bei den Herren Titelträger und errang mit seinem insgesamt zwanzigsten DM-Titel seiner Karriere den wohl wertvollsten Meisterschaftssieg. Da dieser Lauf zugleich als Weltranglistenlauf zählte und kein ausländischer Starter schneller als er war, sicherte er sich somit auch seinen zweiten Worldranking-Sieg.
Dabei wäre die ganze Veranstaltung in der Ferienregion Hirschenstein in der Nähe von Deggendorf beinahe im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Denn stundenlanger Starkregen am Tag zuvor hatte dazu geführt, dass eine Ortsdurchfahrt auf dem Weg zum Wettkampfgelände überspült wurde und den ganzen Freitag gesperrt werden musste. Zum Glück fiel dann am Wochenende kein weiterer Niederschlag. Während die vielen felsigen Partien des Laufgebietes bereits wieder gut belaufbar waren, erwiesen sich die sumpfigen Geländeabschnitte als sehr feucht.
Bei der Meisterschaft ging es gleich nach dem Start in ein diffiziles Felsareal, in dem sich bereits einige der Mitfavoriten aus dem Rennen um die Medaillen verabschiedeten. Querpassagen im wechselnd belaufbaren Hanggelände, steile Bergabpassagen, knackige Anstiege mit Routenwahl und immer wieder anspruchsvolle Felsposten forderten eine Vielzahl von Techniken von den Läufern. Bei den Herren standen am Ende die gleichen drei Athleten auf dem Podest wie im Vorjahr, jedoch in anderer Reihenfolge. Mit einem sauberen Lauf holte sich Bjarne Friedrichs in seinem zweiten Elitejahr seinen ersten Deutschen Einzelmeistertitel und war sichtlich zufrieden und glücklich. Zweieinhalb Minuten betrug sein Vorsprung auf Titelverteidiger Christoph Brandt (SSV Planeta Radebeul), der zu Silber lief. Die Bronzemedaille ging an den Vorjahreszweiten Sören Lösch (USV Jena).
Im Mittel-OL sind die Läufe der Klassen bis D/H14 zwar nur Bestenkämpfe, das heißt, es gibt keine Medaillen, aber das hielt die beiden MTV-Youngster Ole Hennseler und Birte Friedrichs nicht davon ab, ebenso überlegen aufzutrumpfen. Ole siegte mit knapp zwei Minuten Vorsprung vor seinen Konkurrenten, Birte noch souveräner mit viereinhalb Minuten vor der Zweitplatzierten und weiteren drei Minuten vor der Drittplatzierten. Als originelles Präsent gab es für die jeweils ersten Drei einer Kategorie eine Junglärche aus den Forsten des Bayrischen Waldes.
Technisch anspruchsvolles Terrain liebt auch Ulrike Friedrichs, weil sie dort ihre läuferischen Defizite gegenüber der Konkurrenz kompensieren kann. Nur ein dummer Richtungsfehler, der sie rund fünf Minuten kostete, verhinderte, dass auch sie mit einer Medaille heimkehrte. So blieb der undankbare, für sie dennoch erfreuliche vierte Rang in der D50. Auch Detlev Friedrichs war mit seinem neunten Platz in der H60 mehr als zufrieden. Das gute Harzer Abschneiden komplettierte der Bad Harzburger Eike Bruns, der den Lauf der H35 für sich entschied.
Am Sonntag folgte dann noch ein Bundesranglistenlauf über die Langdistanz. Wenn auch nicht ganz fehlerfrei, blieb Birte Friedrichs nach 3,9 Kilometer Luftlinie und 100 Höhenmetern dennoch ein weiteres Mal mit ähnlich klarem Vorsprung siegreich. Ole Hennseler bewältigte die gleiche Strecke zwar etwas schneller, musste sich jedoch seinem Dauerkonkurrenten um den Bundesranglistensieg Erik Döhler aus Karlsruhe geschlagen geben. Die Herren-Elite hatte 12,7 Kilometer bei 600 Höhenmetern zu bewältigen. Am Ende lagen die drei WM-Teilnehmer und Medaillengewinner des Vortags dicht beisammen ebenfalls auf den ersten drei Rängen, allerdings siegte Sören Lösch mit 28 Sekunden vor Bjarne Friedrichs und einer weiteren Minute vor Christoph Brandt.