Neuer Verein übernimmt die Nachwuchsarbeit im Ambergau

Die Vorsitzenden der Stammvereine Günter Wischnewski, Otfried Schwarz und Udo Erxleben bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages. Hiltje Menge-Nauta, Martina Schwalenberg, Ina Gottschalk und Joachim Borges schauen ihnen dabei über die Schulter. (Foto: bo)

Jugendfußballclub Ambergau gegründet

Die Gründungsversammlung des Jugendfußballclubs Ambergau war gut besucht. Vorstandsmitglieder des FC Ambergau-Volkersheim, des VfR Bornum und des SV Bockenem 1919/08, Trainer der JSG Ambergau und einige Eltern hatten sich im Sportheim in Volkersheim eingefunden, um ein neues Kapitel im Jugendfußball aufzuschlagen.


Volkersheim (bo). Otfried Schwarz, Vorsitzender des FCA begrüßte die Anwesenden und berichtete von vorausgegangenen Gesprächen, in denen das Vertragswerk und die Satzung des neuen Vereins ausgearbeitet wurden. Der neue Verein wird getragen von seinen drei Stammvereinen, die ihre kompletten Jugendabteilungen im Sommer an den JFC übertragen werden und dem Verein ihre Spielstätten kostenfrei zur Verfügung stellen. Udo Erxleben, Vorsitzender des VfR Bornum, erinnerte an den Einstieg in die Gespräche und zeigte sich enttäuscht darüber, dass ausgerechnet der SV Bockenem 2007, dessen damaliger Vorsitzender Lee Götz die Idee eines eigenständigen Jugendfußballvereines erst aufgebracht und mit Zahlen zu zurückgehenden Geburtenraten untermauert hatte, sich dem JFC nun nicht anschließen wolle. „Aber wir sind immer offen für den Einstieg weiterer Stammvereine – auch von außerhalb des Stadtgebietes!“, waren sich die Vorstände aller drei Stammvereine einig.
Die Stammvereine stehen freilich auch finanziell für den jungen Verein gerade, wenn dies nötig werden sollte. Damit es dazu nicht kommt, sieht ein wohl durchdachter Kooperationsvertrag vor, dass die Mitgliedsbeiträge der aktiven Nachwuchssportler in voller Höhe von den Stammvereinen an den JFC weitergeleitet werden. Außerdem kann jeder unabhängig von seinem Alter förderndes Mitglied im neuen Verein werden. „Durch die getrennten Vereine mit eigenem Vorstand und eigener Kasse bieten wir den Kindern und Jugendlichen nicht nur eigene Ansprechpartner, die sich ausschließlich um ihre Belange kümmern, sondern Sponsoren und Förderern auch die Garantie, dass wirklich jeder Euro auch bei der Jugend ankommt. Es wird definitiv kein Geld vom JFC in Richtung Stammvereine fließen!“, erläutert der Jugendwart des SVB, Dirk Gottschalk, und wirbt dafür, sich als fördernde Mitglieder dem Verein anzuschließen.
Im neuen Verein dreht sich also alles um den Nachwuchs. Dies spiegelt sich auch in der Satzung wider. So sieht ein Passus vor, dass Eltern, die dem Verein nicht selbst angehören, ihre Kinder auf den Mitgliederversammlungen vertreten können – und zwar mit vollem Stimmrecht. „Transparenz ist für uns nicht nur eine leere Worthülse; wir möchten die Wünsche des Nachwuchses bestmöglich umsetzen“, berichtet Gottschalk nicht ohne Stolz auf das gemeinsam geschaffene Vertragswerk. Ebenfalls stolz sind die Ambergauer, dass sie den Beitragssatz für die Jugend auf günstige drei Euro pro Monat begrenzen konnten. In anderen Vereinen seien die Beträge teilweise deutlich höher. Angestrebt wird mittelfristig, die Kinder und Jugendlichen von der U7 bis zur U19 möglichst alters- und leistungsgerecht am Spielbetrieb teilnehmen zu lassen. Beim Wechsel der Jugendlichen in den Herrenbereich kommt dann ein weiterer Vorteil zum Tragen, da den Nachwuchsspielern im bekannten Vereinsumfeld die volle Bandbreite von der Kreisklasse bis zur Bezirksliga geboten werden kann. Interessenten aller Jahrgänge sind herzlich zu unverbindlichen Schnuppertrainingseinheiten eingeladen.
Nach der vollzogenen Vereinsgründung wählten die 19 Gründungsmitglieder auch sogleich den ersten Vorstand. Je einen Vertreter in diesem Gremium stellen die drei Stammvereine. Neben Gottschalk sind dies Philipp Meyer für den FCA und Tobias Stadler für den VfR. Zur 1. Vorsitzenden wählte die Versammlung Martina Schwalenberg. Für die dreifache Mutter war es eine Selbstverständlichkeit, sich in den Dienst des neuen Vereins zu stellen. „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir einfach mal einen großen Schritt weiter gehen müssen, um wirklich etwas für den Nachwuchs zu bewegen. Ich freue mich, diesen Schritt mitmachen zu dürfen.“, zeigt die Vorsitzende Tatendrang. Die Kasse wird zukünftig von Ina Gottschalk verwaltet, die als zweifache Mutter ebenfalls die Wünsche der Kinder kennt. Auch die Schriftführerin Katja Schuster wird sich als dritte Frau im Vorstand im Interesse ihrer und anderer Kinder in der Jugendarbeit engagieren. Günter Wischnewski, Vorsitzender des SV Bockenem 1919/08, übergab den Damen als kleines Dankeschön einen Blumenstrauß und wünschte viel Glück für die Zukunft. Dieser Vorstand stürzt sich nun also voller Elan in die anstehenden Aufgaben. Bereits im Mai soll eine erste Mitgliederversammlung stattfinden, ehe in Absprache mit den bekanntermaßen gut qualifizierten Trainern die Mannschaftsmeldungen für die neue Saison gemacht werden sollen – die dann erste Saison des ersten reinen Jugendfußballclubs im südlichen Landkreis.