SV Bockenem 1919/08 zeigt Kämpferherz

Nur zweieinhalb Wochen nach dem Auftaktspiel stand der SV Bockenem in einem vorgezogenen Spiel der Rückrunde erneut dem TSC Sack gegenüber. Im Vergleich zum Hinspiel musste Trainer Karsten Schünemann jedoch die Mannschaft aufgrund beruflich bedingter Ausfälle sowie dem Abgang zweier Spieler – die Gebrüder Yasar verlassen den SV in unbekannte Richtung – auf vielen Positionen umbauen. Erfreulicherweise standen neben den Oldies Ingo Schmidt und Thomas Schneider auch die Rückkehrer Julian Nowack und Blerim Qerimaj zur Verfügung. Da die Mannschaft jedoch erst sehr kurz vor dem frühen Anpfiffzeitpunkt am Spielort eintreffen konnte und der Schiedsrichter Jens Stenzel, der die folgende Partie hervorragend leitete, zum sofortigen Beginn drängte, konnten sich die Gäste nicht warm machen. Dies merkte man ihnen dann in den ersten Minuten auch an. Die Platzherren bestimmten zunächst das Spielgeschehen und erarbeiteten sich einige Tormöglichkeiten. Doch nach und nach fanden die Bockenemer ins Spiel und kamen zu eigenen Chancen. Dennoch ging der TSC Sack wie bereits im Hinspiel in Führung, als er ein Missverständnis in der nicht eingespielten Hintermannschaft der Gäste ausnutzten Doch Bockenem bäumte sich auf und erzielte nach einer schönen Kombination den verdienten Ausgleich durch Burak Kurutluoglu. So ging es in die Pause.
Diese wurde zur ausgiebigen Fehleranalyse genutzt, und die Gastmannschaft kam mit dem nötigen Siegeswillen aus der Kabine zurück, um sich gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs einige Chancen und Freistöße aus gefährlichen Positionen zu erarbeiten. Bei einer dieser Freistöße durch Blerim Qerimaj konnte die Torwart nach einer tollen Parade den Ball nicht unter Kontrolle bringen. Jedoch schalteten die Bockenemer Angreifer nicht schnell genug, um daraus Profit zu schlagen. Obendrein verlor der SVB noch einen Spieler durch eine rote Karte wegen Foulspiels. In dieser Phase merkte man einigen Akteuren auch ihre fehlende Spielpraxis an, und darüber hinaus wurde erneut das Einzelspiel übertrieben – ein alt bekannter Schwachpunkt im Spiel der Bockenemer. Bei einem hierdurch bedingten Ballverlust kam es dann zu einem folgenschweren Angriff der Gastgeber, bei dem der ansonsten sehr gute Torhüter Andreas Helmich den Ball leider nicht festhalten und so ein TSCer einnetzen konnte. Doch nun zeigte die Mannschaft das, wofür viele Bockenemer Fans zu Recht stolz auf dieses Team sind: Der SV Bockenem zeigte sein Kämpferherz. Wissend, dass sie für den fehlenden Kameraden mitlaufen müssen, opferten sich die Gäste regelrecht füreinander auf. Auch die mitgereisten Fans feuerten sie nun immer wieder an. Und es wurde wieder über die Außenbahnen gespielt. Einen der Konter schloss erneut Burak Kurutluoglu erfolgreich zum 2:2-Endstand ab.
So zeigte sich der Trainer nach dem Spiel auch voll des Lobes: „Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment für diese tolle Moral machen, da sie nach Rückständen immer wieder ins Spiel zurückkommt. Aber auch Dank an die treuen Zuschauer aus Bockenem, die das Team wirklich nicht nur während, sondern auch nach dem Spiel positiv unterstützt haben.“
Am Sonntag um 15 Uhr steht nun erneut ein Heimspiel in Bönnien an. Der SV Bockenem erwartet dabei die TSG Everode, welche in der bisherigen Saison noch nicht richtig in Gang gekommen ist und sicherlich darauf brennt, den verlorenen Boden wiedergutzumachen. Mit einer ähnlich kämperischen Leistung ,und wenn man den Schwachpunkt „übertriebenes Einzelspiel“ abstellen kann, muss den Bockenemern allerdings ein erneuter Sieg zuzutrauen sein.