Vierter Platz bei der Seitenwagenmeisterschaft

Das Rennteam Eilers mit dem Bockenemer Beifahrer (Zweiter von rechts) beim letzten Saison­rennen am Hockenheimring.

Mit dem Bockenemer Beifahrer Michael Prudlik kann das Rennteam Eilers aus Ostfriesland noch nach vorne fahren

Mit dem sechsten Platz im achten und letzten Lauf zur Internationalen Deutschen Motorrad-Meisterschaft 2012 kehrte das ostfriesische Seitenwagen-Rennteam Eilers mit seinem Bockenemer Beifahrer Michael Prudlik aus Hockenheim zurück. Damit belegt das Team völlig überraschend den vierten Platz der diesjährigen Meisterschaft. Riesengroß war der Jubel im gesamten Team, als Dieter Eilers und Michael Prudlik am Ende der 17. Runde durch die schwarz/weiß-karierte Flagge weniger als eine Sekunde vor dem Schweizer Gespann Schröder/Hirschi abgewunken wurde.
Im Zeittraining hatte es noch nicht nach solch einem erfolgreichen Ende ausgesehen, denn Eilers klagte in beiden Qualifying über extremen Gripverlust. „Ständig brach das Gespann völlig unvorhersehbar aus oder das Hinterrad drehte permanent durch, ohne entsprechenden Grip und damit Vorschub zu erzeugen“, gab sich Eilers ratlos. Als beim Einbiegen in die Boxengasse durch einen solchen ungewollten Rutscher Beifahrer Michael Prudlik von seiner Plattform fiel, hatte das Team eine Schrecksekunde zu überstehen. Glücklicherweise zog er sich keine Verletzungen zu: „Es war, als wenn einer das Gespann unter mir wegzieht“, meinte anschließend scherzhaft der Gestürzte.
Konsequent tauschte Zweirad-Meister Heinz Wedekämper das Hinterrad aus und diese Änderung sollte die beiden zunächst auf Platz acht des ersten Qualifyings führen. Es waren nur wenige Zehntelsekunden, die in der zweiten Trainingssitzung fehlten, um den achten Startplatz zu halten, am Ende musste sich das Team mit Platz zehn für den Sonntag zufrieden geben. „Wir hätten evtentuell mit neuen Reifen bereits im Training agieren sollen, aber aus finanziellen Gründen mussten wir davon Abstand nehmen und haben die neuen Pneus erst im Warm Up aufgezogen“, erklärte Silvia Eilers die Situation.
Als am Sonntagnachmittag um 16.30 Uhr die roten Ampeln erloschen, stockte vielen Zuschauern der Atem, denn wenn 20 Gespanne auf die erste Kurve zustürmen, wird es häufig eng. Um so größer war die Überraschung bei Teammitgliedern und Zuschauern, denn das rot-weiße Gespann mit dem bekannten Leuchtturm befand sich nach einer Runde bereits auf Platz fünf. Bei mehreren hart, aber fair durchgeführten Überholmanövern zwischen den Teams Schröder, Eilers, Rutz und Kiser, letztgenannte Teams nahmen auch an der Weltmeisterschaft teil, kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten. Während nach zwölf Runden das in der Meisterschaft vor Eilers liegende viertplatzierte Gespann Sattler/Trautner mit Antriebsschaden am Streckenrand ausrollte, berechnete das gesamte Team an der Box bereits den Punktestand, denn Eilers/Prudlik durften den Rückstand auf das Team Schröder/Hirschi nicht zu groß werden lassen. „Die Schweizer benötigten mindestens 7 Punkte mehr als wir“, rechnete Silvia Eilers, „dann wären sie vor uns und damit selbst auf dem vierten Platz“.
Währenddessen drehte Eilers seine Runden direkt am Hinterrad des Schweizers, wohl wissend um den Zwischenstand. Aber es sollte doch noch alles anders kommen. Als die zwei Gespanne in der allerletzen Runde fast im Paralleldrift in das legendäre Motodrom einbogen, sollte ein überrundetes Gespann das Zünglein an der Waage spielen. Die Zuschauer sprangen auf, als der Schweizer versuchte, sich in der linksführenden 180-Grad-Sachskurve innen an dem Überrundeten vorbeizudrücken. Deutlich zu schnell, musste Schröder den Versuch abbrechen, bekam jedoch noch vor dem Kiesbett die Kurve und musste erkennen, dass das ostfriesisch-bockenemer Team als lachender Dritte aus diesem Manöver hervorging.
„Wir hatten zu dem Zeitpunkt eigentlich alles im Griff“, schmunzelte Eilers, „dass es so laufen würde, damit haben wir alle nicht gerechnet, vielleicht war das die Revanche für den verlorenen Start gegen das gleiche Schweizer Team während der Dragster Veranstaltung „Nitrolympics“ vor vier Wochen.“
Nach einer spannenden Saison geht das Team mit der neuen Startnummer 4 in die Winterpause, wobei durchaus noch ein Start am nächsten Wochenende bei den Britischen Meisterschaften in Assen möglich wäre.

Der Tabellenendstand:
1 Päivärinta / Hänni 175 Punkte
2 Hock / Becker 160
3 Kretzer / Roick 110
4 Eilers / Prudlik 73
5 Sattler / Trautner 69
6 Schröder /Hirschi 66
7 Roscher / Neubert 61
8 Rutz /Lehnertz 61
9 Grabmüller / Kölsch 57
10 Pichler / Wechselberger 52
11 Wotzka / Pohl 41
12 Kirchhofer / Burkard 38
13 Kaspar / Fries 35
14 Ruppert / Verhagen 29
15 Nussbaum / Aebischer 26
16 Gürck / Eckert 26
17 Ess / Steinert 9
18 Veltjens / Knoof 8