Große Kinderstube am „Klosterkrug“

Noch mit den weichen Flaumfedern bedeckt, machten diese fünf jungen Falken bei Falkenberg in Bodenstein einen aufgeweckten Eindruck. (Foto: Sander)

Wohl gutes „Mäusejahr“: Bei Karl-Hermann Falkenberg in Bodenstein wachsen fünf junge Turmfalken heran

Wie heißt es im Lateinischen so schön: „Nomen est omen“. Handelt es sich hier lediglich nur um einen Zufall oder liegt tatsächlich bereits eine Vorbedeutung im Namen?

Ist es wirklich nur ein Zufall, dass sich ein Turmfalkenpaar ausgerechnet den Spitzgiebel eines Nebengebäudes als Brutstätte für seine fünf jungen Falken ausgesucht hat, das zu der einstigen Gaststätte „Klosterkrug“ in Bodenstein gehört und sich im Besitz von keinem anderen als Karl-Hermann Falkenberg befindet?
Der bekanntermaßen vielseitig interessierte Karl-Hermann Falkenberg hat nebenbei auch ein großes Herz für Vögel. Deshalb schuf er bereits vor mehreren Jahren an der Innenseite der Giebelwand des besagten Nebengebäudes ein Einflugloch und installierte dahinter in nur über eine steile Leiter erreichbarer Höhe einen Kasten, ursprünglich gedacht als Brutstätte für Schleiereulen. Aber es fanden sich keine Schleiereulen ein. Dafür kamen Hornissen.
Nachdem er deren Nest entfernt hatte, ist dieser Brutkasten nun seit den letzten fünf Jahren durchgängig von (Turm-)Falken bewohnt – mal mit mehr, mal mit weniger Nachwuchs.
Dass sich nunmehr aber gleich fünf junge Turmfalken in diesem Brutkasten befinden, führt Falkenberg auf die Tatsache zurück, dass dieses Jahr ganz offensichtlich ein gutes „Mäusejahr“ ist, in welchem die Altvögel genügend Futter finden, das zur Aufzucht einer so großes Nachwuchsschar nötig ist. Selbst für den Vogelexperten Uli Ristig aus Nauen, der die etwa drei Wochen alten Falken zwischenzeitlich beringt hat, ist eine so zahlreiche Nachkommenschaft bei Turmfalken ein Ereignis, das auch er in dieser Form noch nicht erlebt hat.
Die fünf Jungvögel haben statt ihres späteren und für sie typischen Federkleides zurzeit noch die weichen Flaumfedern. Alle machten einen gesunden und aufgeweckten Eindruck, die berechtigte Hoffnung macht, auf den Fortbestand dieser beeindruckenden Vogelart in der Heimat.