Quarzsandtagebau: Erweiterung rückt näher

Der Quarzsandtagebau bei Bodenstein hat nicht nur Freunde. Einige Einwohner fürchten aufgrund der Sprengungen um ihre Häuser. Fotos: Strache
 
Der feine Quarzsand ist sehr begehrt. Pläne sehen vor bis zu 150.000 Tonnen jährlich abzubauen.

Landesamt für Bergbau hat Antrag zur Erweiterung des Abbaugebiets zugelassen

Die Erweiterung des Quarzsandtagebaus bei Bodenstein rückt näher. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie mit Sitz in Clausthal-Zellerfeld hat auf Antrag des Sandgrubenbetreibers, der Bodensteiner Sandwerk GmbH & Co.KG, dem Rahmenbetriebsplan für die Erweiterungspläne zugestimmt.

Der entsprechende Planfeststellungsbeschluss und die Antragsunterlagen können vom 3. bis einschließlich 16. September im Rathaus der Samtgemeinde Lutter zu den üblichen Geschäftszeiten eingesehen werden.
Das Genehmigungsverfahren zieht sich schon über mehrere Jahre hin und begann mit der Antragskonferenz im August 2005. Die Bodensteiner Sandwerk GmbH plant die Fläche des Quarzsandtagebaus deutlich zu erweitern. Im Raum stehen 30,33 Hektar. Die Rohstoffgewinnung soll wie bisher üblich weiter im Trockenbau unter Durchführung so genannter Lockerungssprengungen erfolgen.
Diese Vorgehensweise ist vor allem bei Einwohnern des Dorfes Bodenstein umstritten. Schon mehrfach haben sich Bürger über die Auswirkungen dieser Sprengungen kritisch geäußert. Auch Karl-Hermann Falkenberg, Mitglied im Rat der Samtgemeinde und dem Rat der Gemeinde Wallmoden, hat sich gegenüber dieser Zeitung zu diesem Thema geäußert. Einige Bodensteiner klagten beispielsweise von deutlich spürbaren Erschütterungen. In ihren Häusern wackelten nach Angaben einiger Bürger nicht nur die Tassen in den Schränken, sondern es würden sich auch Schäden an den Häusern abzeichnen.
Im Laufe des inzwischen acht Jahre andauernden Genehmigungsverfahrens haben die betroffenen Bodensteiner ihre Sorgen schon mehrfach an entsprechender Stelle vorgebracht, jedoch ohne durchgreifenden Erfolg.
Selbst im Antrag wird von möglichen Stör- und Havariefällen gesprochen. So könnten beispielsweise wassergefährdende Stoffe infolge von Fahrzeughavarien freigesetzt werden. Auch die Gefährdung Dritter und von Sachgütern durch Absturzgefahr an den Tagebauböschungen wird nicht ausgeschlossen. Zudem, so dem Antrag in einer Allgemeinverständlichen Zusammenfassung zu entnehmen, können auch Bauwerke und Infrastruktureinrichtungen (beispielsweise Wege und Leitungen) durch Sprengerschütterungen beeinträchtigt werden.
Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Zulassung des Rahmenbetriebsplanes vom 23. Juli 2013, die Kritiker der Erweiterung wieder auf den Plan rufen wird.
Durch die Erweiterung des Abbaugebiets und die geplante Fördermenge ist es zudem realistisch, dass noch mehr Sprengungen als bisher nötig werden. In den ersten achteinhalb Jahren sollen 150.000 Tonnen pro Jahr gefördert werden, anschließend ist sogar eine Menge von 350.000 Tonnen vorgesehen. Insgesamt wird die Abbauzeit mit rund 35 Jahren veranschlagt.
Neben den Sprengungen wird wahrscheinlich auch der betriebsbedingte Verkehr zunehmen. Der Abtransport soll, wie bisher, über einen Wirtschaftsweg zur Landstraße 500 und von dort weiter Richtung Bundesautobahn 7 und Bundesstraße 248 erfolgen.
Während der Abbauarbeiten, so die Planungen, soll das zuströmende Grundwasser in einer Größenordnung von rund 400 Kubikmetern (400.000 Liter pro Tag) über den Lindenbach in die Bodensteiner Teiche geleitet werden. Nach dem Ende der Bergbautätigkeit und dem Wiederanstieg des Grundwassers wird eine circa 18 Hektar große Wasserfläche entstehen.
Nach Ende des Tagebaus soll eine Renaturierung als naturnahes Feuchtgebiet erfolgen. Die naturnahen Waldbestände sollen erhalten bleiben.
Der vollständige Antrag steht auch im Internet zum Download zur Verfügung. Unter der Adresse www.lbeg.niedersachsen.de kann der Beschluss unter der Rubrik „Bergbau“ (Genehmigungsverfahren, Aktuelle Planfeststellungsverfahren, Erweiterung des Tagebaus Bodenstein) aufgerufen werden.