Brücke bringt Nachbarn wieder zusammen

Auch die lokale Politprominenz samt Seesens Bürgermeister Erik Homann (Dritter von links) wollte sich das Brückenfest nicht entgehen lassen. (Foto: bo)

Nach mehr als zweijähriger Sperrung: Bevorstehende Freigabe des Brückenbauwerks der K 53 zünftig gefeiert

„Ganz, ganz früher soll es hier mal eine Brücke gegeben haben, aber dann haben die an der Autobahn gebaut und keiner kriegte so eine Brücke mehr hin“. Diesen Satz sagt 2080 ein Kind zu seiner Mutter, während beide sehnsüchtig nach Bornhausen über die neunspurige Bahn hinweg blicken. Dies ist ein Ausschnitt aus einer Kabarettszene des Bilderhäuser Dorftheaters, dargeboten anlässlich des Jubiläums der Schildberger Theatergruppe aus Bornhausen.
Nun wird diese Utopie wohl doch keine Wirklichkeit, denn nach sage und schreibe über zweijähriger Sperrung sind Brücke und Fahrbahn der Bornhausen und Mechtshausen verbindenden Kreisstraße 53 fertiggestellt und sollen noch in dieser Woche für den Verkehr freigegeben werden.
Dies war Anlass genug für die beiden Theatergruppen, ein „Brückenfest“ auf der Kreisstraße zu feiern. Und so trafen sich Bornhäuser, Mechtshäuser, Bilderläher und Seesener, die bei strahlendem Sommerwetter bei einem Picknick die wiederhergestellte Verbindung feierten.
Mehr als 200 Besucher dürfte es am Samstag zu diesem spontan initiierten Brückenfest gezogen haben. Selbst die Größen der Lokalpolitik gaben sich bei bestem Sommerwetter die Ehre – neben Seesens Bürgermeister Erik Homann, beispielsweise der Landtagsabgeordnete Rudolf Götz und die Ortsbürgermeister aus den besagten Stadtteilen. Mit dem stellvertretenden Propst, Pastor Johannes Koch aus Rhüden, mischte sich ein weiterer gut gelaunter „Nachbar“ unter die Feiernden und entdeckte vom Brückenstandort aus bis dato ungeahnte Ausblicke auf alle Kirchtürme der näheren Umgebung.
Der Heimat- und Verkehrsverein (HVV) Bornhausen hatte für Bratwurst und Getränke gesorgt, etliche waren mit Picknickkörben angereist und spontan untermalte Berni Sinram das Treffen mit Musik. Natürlich gab es auch einen „offiziellen Festakt“, bei dem ein Mechtshäuser und ein Bornhäuser Vertreter jeweils im Gehrock und Zylinder das trennende rote Band auf der Brücke zerschnitten. Mit einer Umarmung mitten auf der Brücke unterstrichen die beiden „Bürgermeister“-Darsteller Otto Brodthage auf Bornhäuser und Charles Reinecke auf Mechtshäuser Seite, dass der Weg zueinander nun wieder ein kurzer sei und die zwischenmenschlichen Bindungen zwischen den Orten nicht mehr verhindert werden. Bei so viel Satire und Fröhlichkeit geriet der Ärger über die unverständlich lange Sperrung der Straße ein wenig in Vergessenheit.