Ein vorweihnachtliches Quartett

Pfarrerin Claudia Falkenreck-Wünsche mit den Konfis bei der Andacht. (Foto: off)
 
Ortsbürgermeister Jürgen Kühl eröffnet den Adventsmarkt. (Foto: off)
 
Der Messerschleifer in Aktion. (Foto: off)

Weihnachtsmarkt, Hobbykünstlerausstellung, Kinderspielzeugbasar und Back-Event der Konfis

Ein überaus erfolgreiches, vorweihnachtliches Quartett hat sich mittlerweile fest in Bornhausen etabliert. Die Besucherresonanz am vergangenen Wochenende sprach wieder einmal für sich.
Zum einen hatte man wieder einen Adventsmarkt, nunmehr schon zum 13. Mal, auf die Beine gestellt, zum anderen hatten sich die Pforten der Turnhalle zur inzwischen schon 27. Hobbykünstler-Ausstellung geöffnet. Drittens schließlich verzeichnete der vom örtlichen Kindergarten organisierte Kinderspielzeugbasar ebenfalls wieder einen Ansturm und viertens war auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde wieder aktiv am Adventsmarkt beteiligt, so mit einem „Back-Event“ der Konfis, einem Adventskonzert und natürlich mit dem Adventsbasar des kirchlichen Handarbeitskreises.

Der offizielle Startschuss – wie gewohnt angekündigt durch das Glockengeläut der St.-Catharina-Kirche – fiel am frühen Sonnabendnachmittag. Bevor es aber so weit war, feierte man eine kleine Andacht mit Pfarrerin Claudia Falkenreck-Wünsche. In den Mittelpunkt ihrer Andacht rückte sie dabei das Projekt „Schreiben statt Schrubben“ in Bangladesch. Rund 300.000 Mädchen und Jungen schuften in der Hauptstadt Dhaka als Haushaltshilfen. Von früh bis spät. Zeit für die Schule bleibt da nicht. In einer von „Brot für die Welt“ finanzierten Einrichtung – dem „Haus der Fröhlichkeit“, einem Heim für (oftmals verwaiste) Kinder, die auf der Straße leben und/oder arbeiten, können diese Kinder Zuflucht finden.
Hier dürfen sie duschen, essen, sich aufwärmen, spielen, lernen lesen und schreiben. Um hier zu helfen sind die Hauptkonfirmanden der Kirchengemeinde in den frühen Morgenstunden in die Backstube der „Bäckerei Brieske“ gegangen und haben unter professioneller Anleitung Brot gebacken. Mit diesem „Back-Event“ haben sich die Jugendlichen an der Aktion „5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt!“, eine bundesweite Aktion der Evangelischen Kirche in Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks, aktiv beteiligt. Und das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, alle Brote waren innerhalb kürzester Zeit verkauft.
Musikalisch umrahmt wurde die Andacht vom Propsteiposaunenchor Seesen, zu dessen Klängen die Besucher gemeinsam besinnliche Lieder sangen.
Bornhausens Ortsbürgermeister Jürgen Kühl, der anschließend den Adventsmarkt offiziell eröffnete, bedankte sich bei den vielen fleißigen Helfern für deren Arbeit und Mühe beim Aufbau des Weihnachtswaldes. Sein Dank ging auch an Familie Schwiderrek, für den großen Weihnachtsbaum der jetzt seinen Platz auf dem Dorfplatz gefunden hat. Auch dankte er Barbara Finster, die nunmehr schon zum 27. Mal die Hobbykünstlerausstellung organisiert hatte sowie auch Pfarrerin Claudia Falkenreck-Wünsche für die immer wieder wundervolle Atmosphäre während der Andacht, aber auch dafür, dass die Kirche an beiden Tagen während der Öffnung des Adventsmarktes offen war und jedermann eintreten konnte, um im adventlichen Trubel in der Kirche einen Moment inne zu halten und zur Ruhe zu kommen.
Besser hätte man sich am ersten diesjährigen Adventswochenende kaum auf das bevorstehende Fest einstimmen können. Ein Übriges tat die Atmosphäre bei der Ausstellung Bornhäuser Hobbykünstler in der Turnhalle. Die vergangenen Monate über hatten sich die Künstler für diesen traditionellen Basar gerüstet, der es an Geschenk-Ideen und meisterlicher Handwerkskunst nicht mangeln ließ. Wertvolle Handarbeiten, Kunstwerke aus Holz, Gruß- und Weihnachtskarten sowie Aquarelle – Adventskränze und -gestecke in allen Variationen, die weg gingen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln, ferner liebevoll bemalte Tontöpfe, wärmende, selbst gestrickte Strümpfe und Mützen, wunderhübsche Teddybären sowie Dekorationsideen mit winterlichen und weihnachtlichen Motiven – das „Sortiment“ ließ wirklich keine Wünsche offen.
Auf besonderes Interesse stießen die Glasgraveurin und der Messerschleifer, denen man bei der Arbeit über die Schulter schauen konnte. Regen Zuspruch fand aber auch das vom Kindergarten Selbsthilfeverein angebotene Kuchenbuffet. Die Kinder wiederum sahen sich gern die Kasperle-Theater-Aufführung an, für die die Schildberger Theatergruppe verantwortlich zeichnete.
Aber auch das Angebot „vor der Tür“ stimmte, wo Gertrud Wintel zugunsten der SOS-Tierhilfe Seesen Mistelzweige verkaufte. Hier bildeten wieder die acht geschmückten Holzbuden im Adventswald das Fundament für den Adventsmarkt. Die örtlichen Vereine und Verbände offerierten derweil Leckereien wie Kassler im Brötchen, Zwiebelkuchen, Gyros, Crêpes, Schlachtesuppe, Schmalzbrote oder Fischbrötchen und selbstverständlich Glühwein, Jagertee, Eierpunsch und heiße Schokolade zum Aufwärmen. Zum „Verschnaufen“ bot sich – auch das gehört schon zur guten Tradition – ein Besuch der „offenen“ St.-Catharina-Kirche an, wobei das „Konzert zum Advent“ des Frauen-Gesangs-Ensembles „VOCademia“ der Musikschule Hildesheim in der Kirche auf ein großes Interesse der Marktbesucher stieß. Kaum noch ein Platz, in der mit vielen Kerzen stimmungsvoll erleuchteten Kirche, war zu finden, als das Frauenensemble unter der Leitung von Heidrun Heinke die begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer mit ihrem Konzert auf die Adventszeit einstimmte. Die altbekannte Melodie „Es ist ein Ros’ entsprungen...“ bestimmte den ersten Teil des Programms.
Dabei setzte sich das Ensemble mit dem Raum auseinander und gestaltete den Kanon von Melchior Vulpius von vier Seiten aus. Die folgenden adventlichen und weihnachtlichen Werke von Johannes Brahms, Josef Rheinberger, Louis Spohr oder zum Ende das Hauptwerk des Konzertes „A Ceremony of Carols“, von Benjamin Britten für einen Frauenchor, Solostimmen und Harfe geschrieben, wunderbar gespielt und a cappella gesungen, das war einfach ein Erlebnis. Der lang anhaltende Applaus zum Schluss war für den Chor, unter der Leitung von Heidrun Heinke, aber auch für Winfried Hummel (Harfe) und Dorothea Peppler (Orgel) mehr als berechtigt.
Sein stimmungsvolles Ambiente entfaltete der Markt aber vor allem mit Einbruch der Dunkelheit. Hunderte Glühlampen erstrahlten an den Tannenbäumen und tauchten die Szenerie in warmes Licht, auch die Fassade der St.-Catharina-Kirche war gegen den dunkelblauen Nachthimmel gold-gelb erleuchtet und aus den acht Verkaufsbuden funkelten tausende Lichter.
Der Geruch nach Glühwein vermischte sich mit dem herzhaften Duft von Bratwürsten. Zur perfekten Adventsstimmung trug in den frühen Abendstunden des Adventssonntags auch das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen mit seinem Auftritt bei.
Als anschließend noch der Weihnachtsmann vorbeischaute, waren auch die Kinder restlos begeistert. Bei so entspannter Stimmung bildeten nette Begegnungen schließlich das Tüpfelchen auf dem „i“, um allen Beteiligten schöne vorweihnachtliche Stunden zu garantieren.
Übrigens, die Marktbude des HVV Bornhausen bleibt, wie auch schon in den vergangenen Jahren, noch für etwa zwei Wochen auf dem Dorfplatz stehen und wird allabendlich von 18 bis 20 Uhr Glühwein und Bratwurst im Angebot haben.