Fröhliche Festtagsstimmung rund um die Glocken

Pfarrerehepaar Wünsche gestaltete einen festlichen Gottesdienst, der auf großen Anklang stieß.
 
Aus der Sakristei der Bornhäuser Kirche wurde beimGlockenfest eine Glockentöpferstube.

Ergreifendes Erstgeläut und ein vielfältiges (Kinder-) Kirchenprogramm / Volles Haus in Bornhausen den ganzen Tag

Nach den großartigen Feierlichkeiten zur Glockenweihe war man in Bornhausen etwas unsicher, ob ein weiteres Glockenfest ebenso gelungen und wunderschön werden könnte. Aber doch:
Es war ein besonderes Fest am vergangenen Sonntag für und in der St.-Catharina Kirche zu Bornhausen – bei wunderbarem Herbstwetter wurde den ganzen Tag in und um die Kirche gefeiert.
Schon der Festgottesdienst war ein einmaliges Erlebnis! Pfarrerin Falkenreck-Wünsche und Pfarrer Wünsche freuten sich, neben den (über 300) GottesdienstbesucherInnen 60 Musizierende begrüßen zu können: Propsteiposaunen, FlötenspielerInnen des Pfarrverbandes, SängerInnen des Gesangvereins „Eintracht“ und des Singkreises aus Bornhausen. Auch Propst Gleicher feierte den Festgottesdienst mit und hielt die Predigt. Er predigte über die Bedeutsamkeit der Glocken, die im Grunde ein Synonym für die Bedeutsamkeit des Glaubens sind. Sie rufen unablässig zum Gebet und Gottesdienst, erinnern die Menschen an die Sehnsucht nach Gott, an den, der die Menschen trägt im Leben und Sterben und darüber hinaus.
Bevor die Glocken zum ers­ten Mal erklangen, berichtete Pfarrerin Falkenreck-Wünsche über die überarbeitete Läuteordnung, die im Wesentlichen zwei erfreuliche Neuerungen aufzuweisen hat.
So wird nun jedes Mal, wenn im Gottesdienst oder in einer Andacht das Vaterunser gebetet wird, zu den Gebetsbitten die Glocke angeschlagen, damit alle im Dorf wissen: Nun wird in der Kirche das Gebet Jesu gesprochen und alle, die es hören, sind eingeladen, mitzubeten – wo auch immer sie sind. Und eine weitere Neuerung ist, dass nun auch für Neugeborene in Bornhausen geläutet werden soll. Wenn ein Kind, dessen Eltern in Bornhausen leben, zur Welt kommt, melde man sich im Pfarramt, und dann wird (am Tag) nach der Geburt nachmittags um 16 Uhr fünf Minuten die große Glocke geläutet, und das neue Leben wird begrüßt.
Und dann war es so weit: Propst Gleicher stellte die beiden Bornhäuser Glocken noch einmal vor, die mittelalterliche Christusglocke und die neu gegossene Friedensglocke. Es wurde ein Gebet gesprochen, und im Stehen lauschten alle dem neuen Glockenklang. Dann spielte der Posaunenchor kraftvoll und lautstark „Großer Gott, wir loben dich“, und die sichtlich ergriffene Gemeinde stimmte mit ein. Durch den neuen Glockenklang, die leidenschaftlichen Posaunentöne und den vielstimmigen Gesang geriet nicht nur das Kirchenmauerwerk in Bewegung. Die meisten Got­tesdienstbesucherInnen waren ebenfalls sehr berührt von diesem Moment.
Nach dem musikalisch-festlichen und fröhlich-kurzweiligen Gottesdienst blieb die Kirche den ganzen Tag über weiter sehr gut besucht. Es war ein Kommen und Gehen, ein Verweilen, Erzählen, Lachen, und, anders als sonst, war die Kirche kein Ort der Besinnung und Ruhe.
Für die Kinder gab es Basteltische mitten im Kirch­raum, um verschiedenartige Glocken zu basteln, zu töpfern und Glocken-Button zu erstellen. Auf einer Leinwand gab es eine Fotopräsentation zu sehen mit den schönsten und witzigsten Bildern von der Glockengussfahrt, der Glo­ckenweihe, dem Aus- und Einbau.
Im Laufe des Nachmittags gab es noch weitere Glocken-Aktionen: zunächst ein Ziegenglockenkonzert der Glo­ckenspielerInnen des HZV Seesen.
Dann erfreute eine Welturaufführung die KirchenbesucherInnen: „Wenn Glocken verreisen“. Manfred Mönnich hat extra für das Glockenfest ein Puppentheaterstück geschrieben. Erzählt wird die Geschichte der Bornhäuser Glocken und ihrer Reise von Passau in den Vorharz. Die Handpuppen, die Ursula Hanelt sehr liebevoll und „originalgetreu“ umgearbeitet hatte, wurden lustig und lebensnah gespielt von Mitgliedern der „Schildberger Theatergruppe“, und Groß und Klein war wahrlich begeistert.
Auch sehr angetan waren die vielen Mutigen, die hoch auf den Dachboden und in die Glockenstube stiegen, um die Glocken vor Ort hängen zu sehen. Eine fast 80-jährige Bornhäuserin sagte nach dem Abstieg, erschöpft, aber glücklich: „Da wollte ich schon immer mal hoch – wer hätte gedacht, dass ich das noch schaffe und sehen kann!“ Natürlich gab es nicht nur Stärkungen für Herz und Sinne, sondern auch etwas fürs leibliche Wohl – dafür hatten die Vereine und Verbände des Dorfes gesorgt. Ein üppiges, köstliches Kuchenbuffet, Schmackhaftes vom Grill, und diverse Getränkeangebote ließen viele stundenlang bis zum Abend auf dem Glockenfest verweilen.
Zum Abschluss des Tages schmetterten die „Kammerkrugsänger“ in der Kirche, die wieder bis fast auf den letzten Platz besetzt war, einige wenige ihrer Hits und versprachen den jubelnden Anwesenden ein baldiges Konzert. Nach einem gemeinsamen Abschlussgebet und dem Segenslied ließen die Glockengäste draußen unter Glockengeläut ihre Luftballons in den Himmel steigen!
„Das war ein wunderbarer, erfüllter Festtag, und es war einmal mehr zu erleben, wie wichtig den Menschen ihre Kirche hier im Dorf ist!“, resümierten die Mitglieder des Kirchenvorstandes dankbar.