Geht sowas auch in Bornhausen?

Wie kann ein Dorflanden funktionieren? Die Bornhäuser sammelten Eindrücke.
 
Die Steuerungsgruppe während ihres Besuchs im „Lintler Laden“.

Steuerungsgruppe „Dorfladen“ besucht Läden in Kirchlinteln

Die Steuerungsgruppe „Dorfladen Bornhausen“ hat jetzt eine Fahrt zu zwei bereits seit Jahren erfolgreich laufenden Dorfläden in der Gemeinde Kirchlinteln bei Verden unternommen. Nach einer knapp zweistündigen Busfahrt wurden die Teilnehmer im Kichlintelner Ortsteil Bendingbostel vom Bürgermeister Wolfgang Rodewald begrüßt.

Die Bornhäuser konnten hier den seit 1997 bestehenden Dorfladen besichtigen und wurden von H. Rodewald, der auch Vorsitzender der Fördervereins „Lintler Laden“ ist, umfangreich über das Projekt informiert. Hier hatten sich 23 engagierte Einwohner zur Gründung eines Dorf- und Nachbarschaftsladens in ihrem 650 Einwohner zählenden Ort entschlossen. Nach einer zweijährigen Planungsphase wurde eine GbR gegründet, in der jeder dieser 23 GbR-Gesellschafter ein Eigenkapital in Höhe von jeweils 1500 Euro einbrachte. Der „Lintler Laden“ trägt sich aus den erwirtschafteten Verkaufserlösen, und wird zusätzlich von einem Förderverein mit rund 60 Mitgliedern und deren Jahresbeiträge unterstützt. Entstanden ist der Laden in einer umgebauten Scheune, die mit viel Engagement und Eigenleis­tung der Bürger umgebaut und hergerichtet wurde. Auf einer Fläche von rund 90 Quadratmetern werden überwiegend Lebensmittel, aber auch Zeitungen, Zeitschriften und sonstige Artikel des täglichen Bedarfs angeboten.
Nachdem die Bornhäuser den „Lintler Laden“ ausgiebig inspiziert hatten ging die Fahrt weiter in den Kirchlintler Ortsteil Otersen. Otersen ist ebenfalls ein kleines, 520 Einwohner starkes Dorf, in dem bis zum Jahre 2001 noch ein eigenes kleines Lebensmittelgeschäft geöffnet hatte.
Die damalige Eigentümerin musste den Laden aus Altersgründen schließen, wodurch für die Einwohner natürlich eine enorme Lücke in der täglichen Nahversorgung entstanden ist. Auch hier taten sich engagierte Bürger zusammen und gründeten einen Arbeitskreis um dieser negativen Entwicklung entgegen zu steuern.
Noch im selben Jahr wurden die Räumlichkeiten der Vorbesitzerin angemietet und umgebaut und der Geschäftsbetrieb aufgenommen. Nachdem der Otersener-Dorfladen zehn Jahre lang in den gemieteten Laden-Räumen ansässig war, ist er im April 2011 in eigene Räumlichkeiten umgezogen, ein Haus, das die Initiative gekauft und mit viel Eigenleistung umgebaut hat.
Neben dem 200 Quadratmeter großen Lebensmittelgeschäft gibt es dort eine vermietete Wohnung und auch noch ein kleines Café, das inzwischen zu einem wichtigen Treffpunkt im Dorf geworden ist und als zweites Standbein den wirtschaftlichen Betrieb des „Projektes Dorfladen“ unterstützt.
Die Bornhäuser wurden auch hier umfangreich über alle Einzelheiten der Planung, Gründung und Durchführung eines Bürger-Dorfladens informiert und zeigten sich sichtlich beeindruckt von der Tatkraft und dem Engagement der Otersener-Bürgergemeinschaft. Gleichwohl schöpfte man aber auch Mut, das eigene Ziel, mithin einen Bürger-Dorfladen in Bornhausen einzurichten, durchzuführen. Die Steuerungsgruppe Dorfladen Bornhausen wird sich hierzu am Donnerstag, 15. August, erneut treffen, um die weitere Schritte zu besprechen.