Glockengeläut für Neugeborene in Bornhausen

Die ersten Begrüßungsglocken läuteten für Lana Wille. (Foto: bo)

Die Glocken läuten am Lebensende und nun auch zur Begrüßung des Lebens

Bornhausen (bo). Wenn in Bornhausen morgens um 8 Uhr fünf Minuten lang die Glocke läutet, weiß man im ganzen Dorf: Es ist jemand verstorben. Mit dieser Tradition – dem „Memento mori“ (Gedenke des Todes) werden Menschen informiert, dass nun ein Mitglied der Dorfgemeinschaft fehlt und vor allem sind alle, die das Läuten hören, eingeladen, einen Moment innezuhalten, sich zu besinnen auf die Endlichkeit des Lebens und darum zu bitten, Gott möge den verstorbenen Menschen gnädig bei sich aufnehmen und allen Trauernden Trost und Kraft schenken.
Wenn nun aber in Bornhausen nachmittags um 16 Uhr fünf Minuten die Glocke läutet, dann sollen alle im Dorf wissen: Ein neues Bornhäuser Menschenkind ist geboren.
Als im Herbst letzten Jahres die neuen Glocken eingeweiht wurden, nahm der Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde dieses zum Anlass, auch die Läuteordnung der Kirchengemeinde zu überarbeiten.
Eine der wesentlichen Neuerungen ist der Paragraph 11: „Am Tag nach der Geburt, beziehungsweise dem Bekanntwerden einer Geburt wird (falls die Eltern in Bornhausen wohnen) um 16 Uhr für fünf Minuten die große Glocke geläutet. Dies gilt für jedes neugeborene Kind des Dorfes.“
Alle Dorfbewohner, die das Läuten hören sind eingeladen, einen Moment aufzumerken, sich zu besinnen auf das Geschenk des Lebens und darum zu bitten, dass das neue Leben begleitet und behütet aufwächst und seine Eltern und alle, die mit ihm durchs Leben gehen, mögen ihm mit Liebe und Wohlwollen, Geduld und Verantwortung nahe sein.
Am vergangenen Donnerstag war es endlich soweit: es gab das erste Begrüßungsgeläut – und zwar für die kleine Lana Wille aus der Neustädter Straße, die am 15. Februar mit 3660 Gramm und 51 Zentimetern das Licht der Welt erblickte.
Noch am Tag der Geburt meldete sich der frisch gebackene Vater René im Pfarrhaus, um dann selbst in der Kirche mit Pfarrerin Claudia Falkenreck-Wünsche die Glocke für den Nachwuchs zu läuten. Das war ein bewegender Moment, den Onkel Peter für die junge Mutter Janina und die kleine Lana in Bild und Ton versucht hat fest zu halten.
„Wir haben an der Kerzenkugel eine Kerze angezündet, ein Gebet gesprochen, dem Glockengeläut zugehört und erzählt von dem Wunder der Geburt – wie schön wäre es, wenn dieses Begrüßungsgeläut eine neue Tradition für Bornhausen wird“, so Falkenreck-Wünsche.