„Jedermänner“ zum 10. Mal auf Tour

Die sechs „Sommerradler" des MTV Bornhausen vor dem Hotel in Sembzin.

„Sommerradler” des MTV Bornhausen mit dem Fahrrad auf Sternfahrten an der Müritz

Nach insgesamt neun großen Radtouren, bei denen jeweils das gesamte Gepäck von Ort zu Ort auf dem Fahrrad mitgeführt wurde, ließen es die „Sommerradler“ der Jedermann-Gruppe des MTV Bornhausen auf ihrer zehnten Tour etwas ruhiger angehen.

Ziel der diesjährigen Fahrt war die Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte. In Sembzin, ein Ortsteil von Klink bei Waren (Müritz), wurde für eine Woche Quartier bezogen, um dann jeden Tag Sternfahrten in Angriff zu nehmen. Bis auf einen Tag, der völlig verregnet war, standen auf diese Weise am Ende immerhin noch rund 400 Kilometer auf dem Tacho.
Am letzten Sonntag im Juli ging es los. Um kurz vor 8 Uhr stiegen Werner Feldmann, Gerhard Wagner, Rolf Werner, Günter Altenhoff und Heinz Puhst ins Auto und machten sich auf den Weg nach Sembzin in Mecklenburg-Vorpommern. Die Räder und das Gepäck wurden im Anhänger mitgeführt. Gegen Mittag war das Ziel, der „Sembziner Hof“ erreicht. Die frühe Ankunft und das herrliche Wetter wurden gleich zu einer ersten Schnupperfahrt genutzt. Über Klink ging die Fahrt nach Waren, dem Zentrum der Mecklenburgischen Seenplatte an der Nordspitze der Müritz. Zurück im Hotel war inzwischen auch Ewald Apfelbaum eingetroffen. Damit war das „Sextett“ für die nächsten Tage komplett.
Am darauffolgenden Morgen, nach einem guten Frühstück, wurde die erste Sternfahrt in Angriff genommen. Der gesamte Müritz See sollte umrundet werden.
Von Sembzin ging es am Westufer der Müritz über Sietow und Gotthun nach Röbel, eine Kleinstadt an einer Bucht der südwestlichen Müritz. Ein besonderer Blickpunkt war hier die gewaltige frühgotische Kirche St. Marien. Über Ludorf und Vipperow kam man schließlich in Rechlin an der Südspitze an. Auf dem Weg nach Norden wurde vor Boek an der Bolter Mühle eine längere Rast eingelegt. Der nächste Halt war in Federow. Hier konnte in der Nationalpark-Information eine Fischadlerfamilie live erlebt werden. Dank der in Europa einmaligen modernen Kameratechnik kann auf einem Fernseher direkt in einen Adlerhorst geschaut werden, um so das muntere Treiben in der „Kinderstube“ live zu verfolgen. Nach einem letzten Stopp in Waren ging diese erste Tour in Sembzin zu Ende.
Für Dienstag war die Tour um die Oberseen (Kölpinsee und Fleesensee) und vorbei am Wisentgehege vorgesehen. Die Oberseen sind das Herzstück der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Landschaft wird geprägt durch die zumeist aus Todeisblöcken entstandenen, kesselartigen, tiefen Hohlformen mit ihren Seen und Mooren. Dabei geht die Fahrt häufig durch ausgedehnte Kiefernbestände. In Göhren-Lebbin, vorbei am beeindruckenden Schlosshotel Fleesensee ( bekannt auch als Schloss Blücher) mit seinem 18-Loch-Golfplatz, war bald darauf das Städtchen Malchow, auf einer Insel zwischen den beiden Seen, erreicht.
Ein letzter Halt wurde auf der Halbinsel Damerower Werder eingelegt. Hier befindet sich seit 1957 ein Wisent­reservat, eine der größten Zuchtstationen weltweit. Bevor schließlich die letzten Kilometer über Waren bis ins Hotel zurückgelegt wurden, ließ man sich auf dem Fischerhof in Damerow noch ein Fischbrötchen schmecken.
Leider hatte sich schon in der Nacht das Wetter geändert, und es regnete auch am nächsten Morgen ziemlich heftig. Also wurde auf eine Regenpause gewartet und als es dann nur noch tröpfelte konnte die geplante Fahrt nach Bollewick zur größten Feldsteinscheune Deutschlands starten. Aber schon nach gut drei Kilometern öffnete der Himmel wieder seine Schleusen und zum Regen gesellten sich Blitz und Donner. Zum Glück fand man Unterschlupf in einer Bootswerkstatt. Aber als das Unwetter auch in den nächsten Stunden nicht nachließ, entschloss man sich ins Hotel zurückzu- kehren. Quasi als Ersatz wurde am Nachmittag per Auto dem Bauernmarkt in Klink ein Besuch abgestattet.
Am Donnerstag hatten sich die Unwetter verzogen und so wurde jetzt die Fahrt zur Feldsteinscheune in Bollewick angetreten. Die ausgedehnte Tour, am Ende standen 88 Kilometer auf dem Tacho, führte vorbei an kleinen Dörfern zunächst quer durchs Land bis nach Bad Stuer an der Südspitze des Plauer Sees. Zurück ging es dann über Finken, Bütow und Erlenkamp nach Bollewick. Die dortige beeindruckende Feldsteinscheune wurde bis 1991 als Stall für 650 Kühe genutzt. Heute ist sie ein Ort für Kulturveranstaltungen, Feste und Ausstellungen. Nach einer letzten Rast in Sietow Dorf kam man schließlich wohlbehalten wieder in Sembzin an.
Am Freitag wollten die Bornhäuser noch einmal die Müritz umrunden. Jetzt aber von Sembzin nach Waren und dann am Ostufer entlang. Kurz hinter Speck lockte der Käflingsbergturm zu einem Abstecher. Von der Plattform dieses insgesamt 55 Meter hohen Aussichtsturmes hat man einen fantastischen Ausblick über den Müritz-Nationalpark. Ab Vipperow ging die Fahrt schließlich wieder nordwärts und, nach einem weiteren Halt im Hafen von Röbel mit einem leckeren Eis, zurück ins Hotel in Sembzin.
Nach dem letzten Frühstück stand die Heimreise auf dem Programm. Die Räder kamen wieder auf den Hänger und ohne Probleme kam die Gruppe schließlich am frühen Sonnabendnachmittag in Bornhausen an. Damit war eine erneut sehr interessante Radtour zu Ende, an der aber alle ihren Spaß hatten. Und so war man sich einig, auch im kommenden Jahr soll wieder geradelt werden.