Professionell – Engagiert – Ehrenamtlich

Klaus Kiehne verabschiedete Erich Herzberg aus dem aktiven Dienst.
 
Klaus Kiehne und sein Stellvertreter Heiko Doelfs (2. von links) würdigten Mitglieder für hohe Dienstbeteiligung.
 
Neun Brandschützer wurden an diesem Abend befördert.

Ortsbrandmeister Klaus Kiehne einstimmig wiedergewählt / Erich Herzberg aus aktivem Dienst verabschiedet

Retten, Bergen, Löschen, Schützen: 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Sie sind immer für ihre Mitbürger da, investieren ihre Freizeit für unsere Sicherheit. Die Rede ist von der Freiwilligen Feuerwehr. Die drittstärkste Wehr im Seesener Stadtgebiet befindet sich in Bornhausen. Dass hier Zusammenhalt, Teamgeist und Engagement zu den Maximen der ehrenamtlichen Brandschützer gehören, wurde einmal mehr bei der außerordentlich gut besuchten, 91. Jahreshauptversammlung am vergangenen Sonnabend im Gasthaus „Brodthage“ in Bornhausen deutlich.
Eröffnet wurde die Sitzung durch Ortsbrandmeister Klaus Kiehne, der neben dem Bürgermeister der Stadt Seesen, Erik Homann, auch seinen Stellvertreter Jürgen Ebert, Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke, Leiter des Polizeikommissariats Seesen Helmut Fischer, Ortsbürgermeister Jürgen Kühl und den Feuerschutzausschussvorsitzenden Norbert Stephan begrüßen durfte. Etwas mehr als zwei Stunden vergingen, in denen die schlagkräftige Wehr um Ortsbrandmeister Klaus Kiehne auf das vergangene Jahr zurückblickte, wählte, beförderte und verabschiedete.
Bevor Kiehne seinen Tätigkeitsbericht für das abgelaufene Jahr vortrug, erhoben sich Mitglieder und Gäste zur Totenehrung von ihren Plätzen. Für Klaus Hanelt, Manfred Weiberg, Dieter Apfel, Werner Türk, Friedrich Freiherr von Spiegel und den ehemaligen Bürgermeister Hubert Jahns bat Kiehne um eine Schweigeminute.
Aus dem anschließenden Jahresbericht ging hervor, dass das erste Halbjahr geprägt war von vielen Einsätzen – besonders in Erinnerung geblieben war der Hochwassereinsatz Ende Mai. Ein Non-Stop-Einsatz über 36 Stunden für viele Aktive. Das zweite Halbjahr ging dafür etwas ruhiger vonstatten, aber dafür „hatten wir einen Sack voll Termine“, so Kiehne.
Als besonderes Ereignis nannte der Ortsbrandmeister die Versammlung zur Gründung eines Vereins der Feuerwehr Bornhausen. Zwingende rechtliche Gründe hätten diesen Schritt unumgänglich gemacht. Die Eintragung ins Vereinsregister sei bereits beantragt. An dieser Stelle richtete Klaus Kiehne ein großes Dankeschön an all diejenigen, die immer zur Stelle waren, wenn „Manpower“ gebraucht wurde, aber auch an das Kommando, den Stadtbrandmeister, Gerätewart Helmut Weinhausen, Fachbereichsleiter Uwe Zimmermann und die Nachbarfeuerwehren für gute und konstruktive Zusammenarbeit.

Zahlen, Daten und Fakten des Berichtsjahres 2013

Die Freiwillige Feuerwehr zeichnete sich für die „Fischbude“ beim Adventsmarkt 2012 verantwortlich, besuchte den Neujahrsempfang der Stadt Seesen, die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Halle-Büschdorf, des MTV, KSV, Theatervereins, HVV und des Kindergartens. Beim Vereinsschießen des KSV wahrten die Mitglieder ihre Tradition und schossen sprichwörtlich am Ziel vorbei und auch beim Treckertreffen sorgten die Bornhäuser Brandschützer für die Bewirtung. Beim Bosselturnier des MTV wurde nach fast 20 Jahren das Wunder vollbracht: Gruppe Feuerwehr 2 holte sich den Sieg. Und auch die sogenannte „Kameradschaftspflege“ kam in diesem Jahr nicht zu kurz: neben einem Spieleabend wurde der beliebte Grillabend veranstaltet.
Insgesamt wurden sechs Ortskommando-, sechs Stadtkommando-Sitzungen, eine Delegiertentagung in Bettingerode und zwei Vereinsvorstandssitzungen durchgeführt. Viermal sammelten die Bornhäuser Altpapier.
2013 wurde eine neue Schnittschutzhose, eine fast neue Kübelspritze, zehn Pilonen, zwei Brust-Sitzgeschirre für die Absturzsicherung und nach 41 Jahren ein neuer Stromerzeuger angeschafft.
An Lehrgängen und Sonderausbildungen in der Feuerwehrtechnischenzentrale (FTZ) nahmen Jonas Döring, Kira Feuerhahn, Julian Linnekuhle (TM 1), Joshua Fuhrmann, André Nettersheim, René Zimmer, Christian Schmidt (TM 2), Heinz-Christian Bauer (MA), Joshua Fuhrmann (Spf) und Marian Linnekuhle (AGT) teil. Lina Fabrytzek besuchte den Truppführer-Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule in Celle und den Feuerwehrführerschein bestanden Thomas Kiehne, Daniel Finster und Lina Fabrytzek. Außerdem erfolgte ein Sonderdienst „Rettungsrucksack“ und „Absturzsicherung“.
Deutlich wurde Klaus Kiehne bei dem Thema Übungen: „Die Alarmübung ist in diesem Jahr zu kurz gekommen. Ich habe immer auf unsere Nachbarn gehofft, dass nach einigen dicken Dingern in Bornhausen mal eine Einladung kommt, aber irgendwie war das in diesem Jahr nicht in der Planung.“
Die Freiwillige Feuerwehr Bornhausen leistete in 2013 zehn Brandsicherheitswachen, sechs Brandeinsätze und 23 Hilfeleistungen. Insgesamt ergeben sich somit 39 Einsätze im Berichtsjahr von Dezember 2012 bis zum aktuellen Zeitpunkt.

Jahresberichte der Gruppenführer

Oliver Peters, Stellvertretender Gruppenführer, verlas im weiteren Verlauf den Jahresbericht der I. Gruppe: Diese besteht zur Zeit aus 21 aktiven Mitgliedern, führte im Berichtsjahr 23 Dienstabende durch und verzeichnete im Dienstbuch 70 Eintragungen – Dienste, Einsätze, Ausbildungen, Sonderdienste, Veranstaltungen. Unterm Strich ergeben diese Eintragungen eine Dienstleistung von 1757,5 Stunden, das sind 350 Stunden mehr als im Vorjahr.
Gruppenführer Rüdiger Apfel konnte von 1502 Dienststunden der III. Gruppe berichten. Sie besteht zur Zeit aus 22 Aktiven, die im Berichtsjahr 24 Dienstabende durchführten.

Würdigung für eine hohe Dienstbeteiligung

An dieser Stelle würdigte Klaus Kiehne Heiko Doelfs, Kevin Doelfs, Andreas Fabrytzek, Michael Herzberg, Peter Hübner, Christian Kiehne, Björn Schmidt, René Wille, Rüdiger Apfel, Marina Pages, Antje Doelfs, Daniel Finster, Erich Bernd Herzberg, Erich Herzberg, Thomas Kiehne und Marian Linnekuhle für ihre hohe Dienstbeteiligung.

Ortsbrandmeister für weitere sechs Jahre wiedergewählt

Nach den Berichten des Atemschutzbeauftragten, Sicherheitsbeauftragten, Jugendwartes und Kassierers folgte wohl der wichtigste Punkt der diesjährigen Tagesordnung: Wahlen.
Bevor Klaus Kiehne die Leitung an den Stadtbrandmeister übergab, richtete er vorab einige Worte an die anwesenden Mitglieder: „18 Jahre als Ortsbrandmeister sind rum, fast. Ich weiß nicht, wo die Jahre geblieben sind. Ich könnte jetzt von großen Baumaßnahmen und Anschaffungen in dieser Zeit berichten. Aber das war nicht ich allein, sondern immer wir im Team! Ich könnte euch erzählen: von viel Ärger und schwierigen Gesprächen, […] wachen Nächten, wo man einen Kloß im Hals hat und denkt, was wäre wenn. Ich könnte euch aber auch von den Tagen und Nächten erzählen, wo ich mit einer starken, hochmotivierten und schnellen Truppe mit allen blauen Lampen und Hörnern losgebrettert bin, mal wieder die Welt zu retten. Dann weiß ich wofür, und dann bin ich stolz auf Euch! Danke!“
Gewählt wurde im Anschluss der Ortsbrandmeister (Klaus Kiehne wurde einstimmig im Amt bestätigt), der Stellvertretende Ortsbrandmeister (Wiederwahl Heiko Doelfs, einstimmig), der Kassierer (Wiederwahl Werner Feldmann, einstimmig) und der Gerätewart (Wiederwahl Rüdiger Apfel, seit 27 Jahren im Amt, einstimmig). Christian Kiehne wurde nach der Vorschlagswahl der Jugendfeuerwehr am Donnerstagabend (der „Beobachter“ berichtete) einstimmig zum Stellvertretenden Jugendwart gewählt und nachdem René Wille ausscheidet wurde Claudia Oppermann-Kiehne zur neuen Kassenprüferin gewählt.

Erich Herzberg aus aktiven Dienst verabschiedet

Nach 32 Jahren aktiven Dienst und der Übernahme von verschiedenen Funktionen (1983 Übernahme der Gruppenkasse, 1986 Ernennung zum Atemschutzbeauftragten bis 2011, 1989 Wahl zum Sicherheitsbeauftragten bis 2002, Stellvertretender Gruppenführer der III. Gruppe von 1995 bis 2011, Kellermeister) war Erich Herzberg die letzten 30 Jahre auf jeder „Baustelle“ aktiv dabei. Er fuhr bei fast jeder Altpapiersammlung mit, leistete viel Tüftelarbeit, konstruierte, baute oder reparierte „ohne Ende“ und lieferte qualifizierte Zwischenrufe oder sachdienliche Anmerkungen an jedem Dienstabend. Nun geht Erich Herzberg in Feuerwehrrente, der aktive Dienst endet mit dem 63. Lebensjahr.
Klaus Kiehne dankte Herzberg für alles, was er geleistet hat und überreichte ein kleines Präsent als Zeichen der Anerkennung.

Beförderungen und Ernennungen

Nach der Laufbahnverordnung konnte Klaus Kiehne nach geforderter Mindestdienstzeit und nach Absolvierung der erforderlichen Lehrgänge folgende Ernennungen und Beförderungen aussprechen: Kevin Doelfs zum Feuerwehrmann, Jonas Döring zum Feuerwehrmann, Julian Linnekuhle zum Feuerwehrmann, Joshua Fuhrmann zum Oberfeuerwehrmann, André Nettersheim zum Oberfeuerwehrmann, René Zimmer zum Oberfeuerwehrmann, Christian Schmidt zum Oberfeuerwehrmann, Lina Fabrytzek zur Hauptfeuerwehrfrau und Michael Herzberg zum 1. Hauptfeuerwehrmann.
Abschließend überbrachten die Gäste Grußworte und beste Wünsche. Den Beginn machte Bürgermeister Erik Homann. Er zeigte sich von der hohen Einsatzbereitschaft und dem professionellen Teamwork der Freiwilligen Feuerwehr einmal mehr beeindruckt. In besonderer Erinnerung sei ihm der Hochwassereinsatz geblieben, zu dem er gemeinsam mit den Fachbereichsleitern hinaus fuhr, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Die nassen Füße seines Mitarbeiters, dem das Hochwasser in die Stiefel schwappte, haben ihm wieder einmal vor Augen geführt, wie bedingungslos sich die Brandschützer für ihre Mitbürger einsetzen. An dieser Stelle nahm sich Homann selber nicht zu ernst und scherzte: „Während der gemeine Beamte am Schreibtisch schlummert, holen die Feuerwehrmänner die Kohlen aus dem Feuer. Herzlichen Dank für Alles!“
Ortsbürgermeister Jürgen Kühl überbrachte die Grüße des Ortsrates, Leiter des Polizeikommissariats Seesen Helmut Fischer dankte den ehrenamtlichen Kräften von Polizeiseite und Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke nannte Zahlen, Daten und Fakten auf Stadtebene. Hier wurden bislang 178 Einsätze geleistet, wobei 40 Berichte noch ausstehen und noch nicht mitgezählt werden können. Warnecke sprach über die geleistete Arbeit und darüber, was für das kommende Jahr bereits geplant ist. Außerdem schlug er vor, dem ein oder anderen Stadtratsvorsitzenden mit einem Sendeempfänger auszustatten. So könne man der Verwaltung einmal verdeutlichen, wie oft und zu welchen teilweise unchristlichen Zeiten die Freiwilligen Feuerwehren ausrücken.

Heiko Doelfs sichtlich stolz und gerührt

Für eine kleine Überraschung am Rande sorgte der Stellvertretende Gruppenführer der I. Gruppe. Oliver Peters trat nach dem Bericht des Sicherheitsbeauftragten Andreas Fabrytzek noch einmal an das Pult und überraschte damit nicht nur den Jugendwart Heiko Doelfs. Grund: Die Jugendfeuerwehr nahm an dem Sicherheitswettbewerb der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen teil und erreichte den ersten Platz. Bei dem Wettbewerb, bei dem die Jugendfeuerwehren aus ganz Niedersachen teilnahmen, hatten die Bornhäuser Nachwuchsbrandschützer eine wirklich simple, aber geniale Idee eingereicht: Mit einer Markierung an den Fahrzeugen in Höhe von 1,50 Meter können die Verantwortlichen auf den ersten Blick sehen, welches der Kinder noch einen Kindersitz braucht. Dieser Vorschlag war der Feuerwehr-Unfallkasse den ersten Platz mit einem Geldpreis in Höhe von 400 Euro wert. Über diese unverhoffte Nachricht zeigte sich Jugendwart Heiko Doelfs besonders erfreut und sichtlich gerührt.