Sanierung der ehemaligen Hausmülldeponie

Im Bornhäuser Dorfgemeinschaftshaus fanden sich die interessierten Bürger ein.
 
Fabian Materzok erläuterte ausführlich die geplanten Vorhaben.

Erneuerung des Sickerwasserzentralschachtes beginnt Mitte Juli / Gesamtkosten auf sechs Millionen Euro geschätzt

Immerhin 24 Zuhörer fanden sich am vergangenen Montag im Bornhäuser Dorfgemeinschaftshaus ein, um sich über die geplante Sanierung der ehemaligen Hausmülldeponie zu informieren. Zu dieser Informationsveranstaltung hatte der Landkreis Goslar eingeladen. Fabian Materzok von der Fachgruppe „Bodenschutz/Deponiemanagement“ und Thomas Walter, Vorstand der Kreiswirtschaftsbetriebe Goslar und Fachbereichsleitung „Bauen und Umwelt“ stellten den Stand der Untersuchungen und die geplanten weiteren Schritte vor.
Durch die Stilllegung und Nachsorge der Deponie durch das Ingenieurbüro für Abfallwirtschaft (IFAS) im Januar 2012 sollten sich neben den Emissionen auch Nachsorgeaufwand und -dauer reduzieren. Des Weiteren sollten die Milieubedingungen für chemisch-physikalische und biologische Abbauprozesse optimiert werden. Grundvoraussetzung hierfür waren funktionstüchtige und kontrollierbare Sickerwasserfassungen und eine Basisabdichtung. Eine Plausibilitätsprüfung des Gutachtens zur Stilllegung und Nachsorge durch die Ingenieurgesellschaft Melchior & Wittpohl im Februar vergangenen Jahres brachte allerdings zum Ergebnis, dass die tatsächliche Versickerung höher ist, als im Stilllegungs- und Nachsorgegutachten dargestellt. Außerdem wurde das Sickerwasser nicht vollständig an der Deponiebasis gefasst und zur Reinigung abgefahren.
Seitdem wird ein Überwachungsprogramm an der Deponie Bornhausen durchgeführt, welches neben der Deponiegas- und Sickerwasserüberwachung auch Setzungsmessungen und Grundwasserbeobachtungen beinhaltet. Maßnahmen, die zur Verbesserung der Grundwasserbeobachtung seit Anfang 2013 beitragen, sind regelmäßige Kamerabefahrungen und gegebenenfalls Spülungen von einzelnen Brunnen durch eine externe Firma. Außerdem misst das Personal der Kreiswirtschaftsbetriebe regelmäßig die Wasserstände bestimmter Brunnen und ein externer Gutachter hat die geologische und hydrologische Situation dargestellt und Profilschnitte und Grundwassergleichenpläne erstellt.
Ein Thema, was für die Zuhörer von besonderer Bedeutung war, ist der Sanierungsbedarf an dem Sickerwasserzentralschacht, da Standsicherheit und Funktion nicht länger gewährleistet sind. Zur Herstellung eines neuen Sickerwasserzentralschachtes und Rückbau des einsturzgefährdeten Schachtes ist das Setzen einer sogenannten Spritzbetonbaugrube nötig. Diese „ummantelt“ den derzeitigen Sickerwasserzentralschacht, der bislang einen Durchmesser von zwei Metern hat. Die dafür nötige Baugrube muss einen Durchmesser von sechs Meter aufweisen und ebenso tief sein, wie der alte Sickerwasserzentralschacht – etwa 26 Meter.
Diese Vorhaben warfen bei den Bornhäusern berechtigte Fragen auf. Unter anderem: „Und was passiert mit dem Hausmüll, der zum Bau einer solchen Spritzbetonbaugrube abgetragen werden muss?“ – Worauf diese, wie auch viele der anderen Fragen abzielte war klar. Für die Bürger ist besonders die Geruchsbelästigung ein wichtiges Thema. Thomas Walter ging auf diese Fragen besonders verständnisvoll und ausführlich ein. Er versprach, die Geruchsbeläs­tigung zu jedem Zeitpunkt der Baumaßnahmen so gering wie möglich zu halten. Sollte es doch einmal akute Probleme geben, sei er jederzeit als Ansprechpartner erreichbar.
Zum Abschluss der Sanierungsmaßnahme der ehemaligen Hausmülldeponie ist eine Oberflächenabdichtung geplant. Diese sieht zunächst eine Ausgleichsschicht über dem Abfall vor. Nach Auflagerschicht, Betonitmatte, Kunststoffdichtungsbahnen und einer Dränmatte folgt abschließend eine etwa ein Meter hohe Rekultivierungsschicht aus bindigen Böden.
Die Ausführung der Baumaßnahme am Sickerwasserzentralschacht beginnt voraussichtlich ab Mitte Juli 2013 und dauert circa fünf Monate. Im Kostenplan wird allein diese Sanierung mit knapp 15.500 Euro geführt. Die Gesamtkosten bis zum Abschluss der Maßnahmen im Jahr 2017 werden mit circa sechs Millionen Euro veranschlagt. Personalkosten sind in der Kostenschätzung allerdings noch nicht enthalten.