„Volkstümliches“ brilliert mit buntem Melodienstrauß

Das Volkstümliche Orchester des MTV Bornhausen begeisterte in der St.-Catharina-Kirche. (Foto: Altenhoff)
 
Stellten bei „Ave Maria“ als Solisten ihre Können unter Beweis: Heidi Vollbrecht und Arndt Fleischmann. (Foto: Altenhoff)

„Klangkörper“ des MTV Bornhausen bestreitet 5. Konzert in St. Catharina / Weit gespannter musikalischer Bogen

Bornhausen (off). Auch das nunmehr schon 5. Konzert, das das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen am vergangenen Samstag in der ausverkauften St.-Catharina-Kirche präsentierte, ließ wieder keine Wünsche offen. Gut zwei Stunden lang verstanden es die 19 Musiker und sieben Musikerinnen, unter der Leitung von Dirigent Ulrich Finster, einen musikalischen Bogen zu spannen, der für jeden Geschmack etwas dabei hatte. Wer eine der begehrten Eintrittskarten ergattert hatte, genoss es den Klängen des renommierten Klangkörpers zu lauschen, im Takt mit zu klatschen oder auch mitzusingen. Da waren sich am Ende denn auch alle einig – das war wieder ein sehr beschwingtes Konzert.
Bevor die ersten Töne erklangen, begrüßte Pfarrerin Claudia Falkenreck-Wünsche als „Hausherrin“ das Publikum und das Orchester. Sie wünschte Dirigent Ulrich Finster, nach dem Wechsel zum MTV Bornhausen, viel Erfolg im quasi ersten Heimspiel und brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, das inzwischen so viele Frauen im Orchester aktiv sind. Mit dem Ausruf: „Lassen sie die Kirchenmauern erschüttern“, gab sie quasi den Start frei.
Mit dem „Marsch der Soldaten“ von Robert Bruce eröffnete das Orchester schwungvoll das Programm. Dann griff „Kult-Moderator“ Otto Brodthage jun. zum Mikrofon. Er begrüßte die Gäste, führte informativ in die kommenden Stücke ein und sorgte mit seinen unterhaltsamen Anekdoten und Witzen immer wieder für beste Laune unter den Besuchern. Sein ganz besonderer Gruß galt dem durch Krankheit verhinderten Orchesterleiter Hans Regenhardt und schickte ihm aus der Bornhäuser Kirche die besten Genesungswünsche.
Der musikalische Bogen war weit gespannt. Dem ungarischen Potpourri „Puszta Zauber“, aus der Feder des langjährigen Flügelhornisten bei den „Original Egerländer Musikanten“, Ferenc Aszodi, folgten gleich fünf Polkas aus Böhmen, Mähren, der Tschechei und Deutschland. Beim „Florentiner Marsch“, der für viele Orchestermitglieder der Lieblingsmarsch ist, besticht er doch durch seine Stärke und Vielfalt, klatschten die ersten Zuhörer schon im Takt mit. Folkloristisches aus Frankreich war anschließend angesagt mit dem Canon „Bruder Jakob“ oder auch einem flotten Can-Can. Ruhiger ging es zu, als das „Ave Maria“ von Franz Schubert erklang. Als Solisten glänzten dabei Heidi Vollbrecht an der Konzertflöte und Arndt Fleischmann am Tenorhorn.
James Last gilt als der Erfinder des Happy Sound und mit dem Potpourri „Happy Polka“ erfreute das Orchester mit einem Medley berühmter Polkas, einer wunderbaren Verbindung von volkstümlicher Musik mit der Moderne. Von Anthony Kosko für Blasmusik gelungen arrangiert und vom Bornhäuser Klangkörper hervorragend gespielt, sorgten die unsterblichen Hits wie „No milk today“, Silence is golden“, „Mister Tamborin man“ oder „California dreamin“ auch beim Bornhäuser Publikum für einen hohen Gute-Laune-Faktor.
Country und Westernmusik war danach angesagt und Dirigent Ulrich Finster und seine Damen und Herren kamen dabei so richtig in Schwung und rissen das begeisterte Publikum mit.
Der „Colonel Bogey March“ oder bekannt auch als „River Kwai Marsch“ verleitete so manch einen im Takt mit zu pfeifen und stimmte schließlich auf zehn Minuten mit einem Potpourri beliebter Evergreens ein. Bei „Schlager die man nie vergisst“ wurde die Ansammlung von „Schnulzen“ wie „O sole mio“, „Spiel noch einmal für mich Habanero“ oder „Arrivederci Roma“ im ersten Teil, vom Publikum begeistert aufgenommen. Das galt auch für den nun im Slow-Rock-Rhythmus gespielten zweiten Teil mit den Songs „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“, „Monja“ und „Lass die Sonne wieder scheinen“. Da gab es wohl niemand, der nicht mit klatschte, sang oder zumindest mit den Füßen wippte.
Mit dem „Radetzky Marsch“ beenden die Wiener Philharmoniker traditionell ihr Neujahrskonzert und an diesem Samstag setzte das Volkstümliche Orchester des MTV Bornhausen mit diesem von Johann Strauß (Vater) komponierten Marsch schließlich einen Schlussstrich unter ein wieder einmal von den Gästen begeistert aufgenommenes Konzert.
Dirigent Ulrich Finster hielt für Pfarrerin Claudia Falkenreck-Wünsche und Otto Brodthage jun. einen Blumenstrauß bereit und bedankte sich beim Publikum für die tolle Stimmung und den Applaus. Für den 25. August kündigte er schon jetzt ein „Kaffee-Konzert“ auf dem Bornhäuser Dorfplatz an.
Mit anhaltendem Beifall und Standing Ovations holte sich das Publikum seine Zugabe. Das Orchester erfüllte damit auch den mehrfach geäußerten Wunsch von Conférencier Otto Brodthage jun., und ließ mit „Alte Kameraden“, einem der populärsten und meistgespielten deutschen Militärmärsche, die Mauern der altehrwürdigen St. Catharina Kirche noch einmal erschüttern. Mit „Lobe den Herren“, der Choralkantate von Johann Sebastian Bach, schickte das Orchester sein Publikum auf den Heimweg.