Zarte russische und kraftvoll männliche Klänge

Gastierte in der St.-Catharina-Kirche Bornhausen: das russische Ensemble „Lukumorje“.

Musikerinnen aus Russland und Bornhäuser Kammerkrugsänger verzaubern gemeinsam das Publikum

Ein Konzertabend der besonderen Art gab es am Wochenende in Bornhausen zu erleben. Zu Gast in der St.-Catharina-Kirche war das russische Ensemble „Lukomorje“, das am Schwarzen Meer zu Hause ist, und die ortsansässigen Kammerkrugsänger (unter der Leitung von Ulrich Finster). Nachdem Pfarrerin Falkenreck-Wünsche alle MusikerInnen und Besucher in der noch immer weihnachtlich-geschmückten, voll besetzten Kirche herzlich begrüßte, sprach sie ein paar besinnliche Worte über den (kirchlichen) Weihnachtsfestkreis, der erst Anfang Februar endet, damit „wir uns auch über den Glanz der Festtage hinaus immer wieder erinnern, was uns zu Weihnachten geschenkt ist“: Gottes Liebe, die man gerade auch inmitten des Alltags oft so dringend und sehnsüchtig braucht.
Dann übergab sie das Mikrofon an Otto Brodthage jun., der in bekannt-fröhlicher Art und Weise die „Kammerkrugsänger“ anmoderierte. Und dieser stetig wachsende Männerchor setzte besonders tief an (mit dem Lied: „Über den Wolken“), steigerte sich dann immer mehr und gab mit kraftvollen Stimmen einige wohlvertraute Lieder zum Besten – zur großen Begeisterung des Publikums.
Danach übernahm Claus-Ulrich Heinke, Leiter der Singakademie Niedersachsen, die Moderation. Er hatte das russische Ensemble nach Deutschland geholt und informativ und bildreich den weiteren Konzertabend moderiert. Die Gruppe „Lukomorje“ besteht aus zwei Ehepaaren, die mit einem Knopfakkordeon, einer Dobra, einer Bass-Balalaika und klaren Gesangsstimmen russische Folklore, Jazz, Tango und seit Neuestem auch Klassik in eigenen Bearbeitungen darboten.
Bach, Scarlatti und Vivaldi: vertraute Klänge in neuer interessanter Instrumentierung. Besonders der „Winter“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ bleibt in Erinnerung: bemerkenswert, wie Akkordeon und Dobra den Part der Violinen übernehmen und dem Original in Nichts nachstehen.
Und dass man auf einer Bass-Balalaika auch Jazz (Gershwins „I got rhythm“) und Tango (Piazzolla) spielen kann, überraschte nicht wenige KirchenbesucherInnen.
Bei der Darbietung verschiedener fröhliche Volkslieder waren auch die Kinder der Künstler singend und tanzend einbezogen, boten den „typischen“ kehligen kraftvollen Ton und gefielen sehr. Das Ensemble spielte darüber hinaus Fantasien über ukrainische Themen, Fantasien über jüdische Melodien; und die spieltechnische Virtuosität die Künstler beeindruckte sehr.
Und auch die klassischen russischen Romanzen wurden zu Gehör gebracht – mit anrührend zarten schwebenden Stimmen. Gänsehautgefühl in der gut beheizten Kirche.
Das Publikum applaudierte lange und dankbar – und so gab es sowohl von den russischen MusikerInnen als auch von den Kammerkrugsängern noch eine Zugabe – natürlich nicht ohne witzreiche Hinführung von O. Brodthage jun. „Was man in der Kirche so alles erleben kann“. Anschließend blieb man noch staunend beieinander und genoss Wein und köstliche selbstgebackene Partybrötchen, von dem Team um Küsterin Sonja Angel vorbereitet.