900 Kilometer bergauf und bergab

Hannjörg und Jan Petke aus Bornhausen nahmen an der einwöchigen Tour Transalp teil. (Foto: bo)
 
Reihenweise steile Berge und Abfahrten waren zu bewältigen. (Foto: bo)

Bornhäuser Radsportler nehmen an einwöchigem Alpenmarathon teil

Am 25. Juni um 8 Uhr in der Früh standen zwei Bornhäuser Radsportler mit gemischten Gefühlen im Startblock zur 14. Auflage der Tour Transalp.

Hannjörg Pettke und sein Sohn Jan hatten sich seit Februar auf den großen Alpen-Etappen-Marathon vorbereitet und in dieser Zeit jeweils rund 5.000 Trainingskilometer auf dem Rennrad absolviert. Trotzdem herrschte eine gewisse Unsicherheit vor, ob der Trainingszustand für die hier geforderten Leistungen ausreichen würde.
Die Tour Transalp gehört zu den härtesten, aber auch faszinierendsten Rennrad-Marathons der Welt. Die Tour führt in sieben Etappen quer über die Alpen, vom Startort Imst/Tirol nach Riva am Gardasee. Sie hat eine Gesamtstrecke von insgesamt 901,79 Kilometern über 22 der landschaftlich schönsten Alpenpässe mit insgesamt 19.521 Höhenmetern. Durchschnittlich sind an den sieben aufeinander folgenden Tagen jeweils 128 Kilometer und 2.789 Höhenmeter zu erbringen. Das international besetzte Teilnehmerfeld bestand aus insgesamt 1.200 Startern, die als Team (jeweils zwei Fahrer) an den Start gingen.
Zur Einstimmung führte die erste Etappe die Teilnehmer über den 2.017 Meter hohen Kühtaipass und den Brenner ins 155 Kilometer vom Startort entfernte Brixen nach Italien. Von dort aus folgte am nächsten Tag eine atemberaubende Sellaronda im Herzen der Dolomiten, in deren Verlauf der Sellajochpass (2.234 Meter) der Parso Pordoi sowie der Passo Campolongo überquert wurden, bevor es durchs Gadertal hinab zum Zielsprint nach St. Vigil ging. Auch am Tag zwei in den Dolomiten ließ der Wahnsinn nicht nach. Nach dem Aufstieg über den Furkelpass (1.763 Meter) begann eine bezaubernde Runde um das Bergmassiv der Sextener Dolomiten im Antlitz einiger der schönsten und berühmtesten Dolomitenberge nach Sillian in Osttirol. Der „Dolomiten-Hattrick“ wurde am folgenden Tag vollendet, als es über Cortina d’Ampezzo hinauf zum legändären Passo Giau (2.273 Meter) ging, um anschließend in den Etappenort Fiera di Primiero auf 700 Metern Höhe im warmen Cismon-Tal im Osten des Trentino abzufahren.
Am fünften Tag erfolgte ein interessanter Wechsel von Landschaft und Kultur. Vom Fuße der Dolomiten führte die Etappe ins Reich der Prosecco-Reben nach Crespano Grappa. Von dort aus startete die Königsetappe über den Monte Grappa (1.619 Meter) und den Cima del Campo (1.420 Meter) nach Levico Terme, bevor das Fahrerfeld am Sonnabend, 2. Juli, über den Kaiserjägerweg und den Passo Bordola die Fahrt an den Zielort in Riva am Gardasee antrat. Nach insgesamt 42:08 Stunden Fahrtzeit überquerten Jan und Hannjörg Pettke erschöpft aber glücklich die Ziellinie. Da für die beiden Fahrer das Ankommen im Vordergrund gestanden hatte, freuten sie sich über das Erreichen eines respektablen 80. Platzes (Kategorie Männer) zusätzlich.
Beide Fahrern werden die faszinierenden Landschaften, die nicht enden wollenden, teilweise äußerst steilen Anstiege sowie die rasenden Talabfahrten für lange Zeit in Erinnerung behalten. Erwähnenswert und beeindruckend waren der im Fahrerfeld gelebte Teamgeist sowie die Hilfsbereitschaft zwischen den einzelnen Fahrern. Hervorzuheben ist auch die tolle Organisation des Veranstalters, die seit 14 Jahren die Grundlage für den Erfolg dieser Veranstaltung bildet.