An die ehemalige Kirche erinnert nichts mehr

Über 50 Jahre war der Glockenturm das Wahrzeichen der katholischen Kirche St. Theresia.

Handwerksunternehmen aus Bockenem wird die Räumlichkeiten ab sofort nutzen

Von Maximilian Strache,
Bornum

Knapp zwei Jahre sind inzwischen seit der Profanierung der katholischen St.-Theresia-Kirche in Bornum vergangenen. 51 Jahre diente das Gotteshaus den Gläubigen für ihr Gebet. Am Ende waren es die Unterhaltungskosten, die das Bistum Hildesheim dazu veranlasste, die Kirche aufzugeben, um sie einer weltlichen Nutzung zu übergeben. Seither bemüht sich die Immobilienabteilung des Bistums um den Verkauf des ehemaligen Gotteshauses. Nun ist es gelungen, einen Käufer für das Gebäude am Ortseingang direkt hinter der Tankstelle zu finden. Ein Handwerksunternehmer aus Bockenem hat den Zuschlag erhalten.
Vor der Eingangstür künden schon seit etwas längerer Zeit große Fahnen davon, dass in dem einstigen Gotteshaus nun Fenster und Türen verkauft werden sollen. Auch der Eingangsbereich der Kirche wurde bereits umgestaltet. Wo sich früher die Türen, die in die Kirche führten, befanden, ist heute ein riesiges Rolltor zu sehen.
Kurz vor Weihnachten wurde nun auch der Glockenturm abgebaut. Mittels eines großen Kranwagens wurde das Wahrzeichen der katholischen Kirche vom Dach geholt.
Die Glocken werden aber weiterhin ihren Dienst versehen. Für die Kirche in Ferbitz im Kreis Prignitz in Brandenburg werden dringend zwei neue Glocken benötigt. Für den Abtransport sind Ingo Ramm, Marco Skombath und René Cartier zuständig. Sie sollen die Bornumer Kirchenglocken an ihren neuen Einsatzort bringen.
Doch bevor die drei die Glocken auf ihren Wagen laden können, um sie zu ihrem Bestimmungsort in Brandenburg zu transportieren, geht noch einige Zeit ins Land.
Die Demontage des 50 Jahre alten Glockenturms gestaltet sich schwieriger als gedacht. Immer wieder müssen die Dachdecker mit der Kettensäge den Balken im Dachstuhl zu Leibe rücken. Mit 75 Bolzen war der Turm befestigt. Das Kappen all dieser Verbindungen dauert eben seine Zeit. Und auch der große Kranwagen kann seine Stärke zunächst nicht voll ausspielen. Die Platten vor der ehemaligen Kirche sind dem Gewicht des Krans nicht gewachsen und brechen ein. Die Arbeiter müssen das entstandene Loch erst wieder mit Kies auffüllen, bevor der Kran wieder seine Arbeit aufnehmen kann.
Doch nachdem alle Balken und Bolzen entfernt sind, und auch der Kran wieder einsatzbereit ist, geht alles ganz schnell. Der Glockenturm wird vom Dach der Kirche gehoben und, unten auf dem Boden angekommen, mit schwerem Gerät auseinandergebaut. Dann können auch Ramm, Skombath und Cartiér ihre Aufgabe erledigen. Vorsichtig lösen sie die Glocken aus ihrer Verankerung, ohne ihnen Schaden zuzufügen. Den Bornumern bleiben jetzt nur noch schöne Erinnerungen an ihr einstiges Gotteshaus.