Ehemaliger Hochofen bewegt die Bornumer

Wie geht es mit dem Hochofen weiter? Momentan fristet er ein eher trauriges und alleiniges Dasein. Das wollen einige Bornumer nun ändern.

In der Einwohnerfragestunde der jüngsten Ortsratssitzung wird intensiv über das Industriedenkmal diskutiert

An Themen und an Handlungs- und Gesprächsbedarf mangelt es bei Ortsratssitzungen in Bornum eigentlich nie, zumal die vor den eigentlichen Beratungsstunden angesetzten Einwohnerfragestunden eingehend wahrgenommen werden und in der Regel rund ein Drittel der gesamten Zusammenkunft ausmachen. So auch dieses Mal, wo gleich zu Beginn der meist anwesende Martin Wecken mit einem breiten Plädoyer für den Hochofen aufwartete, der für das Dorf und in Norddeutschland doch wohl ein einzigartiges Industriedenkmal sei.
Der jetzige Zustand sei nicht hinzunehmen. Man solle endlich alles daran setzen, ihn deutlicher als bisher zu platzieren, besser zugänglich zu machen und zu sanieren. Seine Vision sei es, den Hochofen in ein Netz einzubringen, das auch andere Denkmale mit einschließe wie etwa die Mühle Dahlum. Zudem solle der Hochofen besser mit dem Ambergauradweg eingebunden werde. Auch sollte versucht werden, ehemalige Bauwerke, die zum früheren Hochofenkomplex gehört haben, zumindest ansatzweise in Form von Anschauungsobjekten den Besuchern zu präsentieren. „Der Hochofen liege schließlich allen Bornumern am Herze“, so Martin Wecken.
Gerade das aber bezweifelte der bei dieser Ortratszusammenkunft ebenfalls anwesende ehemalige Bockenemer Stadtheimatpfleger Manfred Klaube. Wenn das tatsächlich so sei, dann wäre der Hochofen in den letzten drei Jahrzehnten nicht so vernachlässigt worden. Zwar sei anzuerkennen, dass mittlerweile einige Bornumer und der Ortsrat Interesse zeigten und in Kürze eine Ortsbegehung zusammen mit dem Bürgermeister und dem Bauamtsleiter stattfinden werde, doch seien mögliche Investitionen eigentlich nur vertretbar, wenn sich in Bornum oder im Ambergau ein Freundeskreis oder eine Arbeitsgemeinschaft zum Erhalt und zur Dokumentation des ehemaligen Hochofenbetriebs auf der Wilhelmshütte fände.
Gerhard Kunert aus Bornum, der als unmittelbarer Anwohner seit Jahren das Hochofenareal aus eigenen Stücken einigermaßen in Ordnung gehalten hat und auch unter den Zuhörern weilte, zählte anschließend die zahlreichen Defizite und Versäumnisse auf, die zu diesem Thema angemerkt werden müssen. Sein Fazit: Ohne regelmäßige Pflege drohe weiterer Verfall, und vor allem müsse das Umfeld anders gestaltet und vielleicht auch ein anderer Zugang geschaffen werden, worauf zuvor schon Martin Wecken hingewiesen hatte.
Im weiteren Verlauf der Fragestunde wurde die wiederholt vorgetragene Klage bezüglich illegaler Müllentsorgung geäußert, so neuerlich im Bereich der Brücke auf der Straße nach Königsdahlum. Hier sei vor kurzem auf dem Feldweg der Masch sogar eine Kühlbox entsorgt worden. Und was den Hundekot auf manchen Gehwegen des Dorfes anbelange, so ebenfalls eine Bürgerbeschwerde, solle man den Mut haben, den betreffenden Hundehalter doch persönlich anzusprechen oder ihn anzuzeigen, meinte der Ortsbürgermeister Hans-Hermann Niehoff, dem dazu allerdings entgegnet wurde, dass die Stadt in solchen Fällen offensichtlich leider noch nie eingeschritten sei.
Kritisiert wurde ferner die marode Wasserleitung am Hütteberg. Positiv konnte dagegen bekanntgegeben werden, dass die Bepflanzung im Neubaugebiet im Februar/März stattfinden solle und mehrere Anwohner sich bereiterklärt hätten, Pflegearbeiten wahrzunehmen.
Ein weiterer Bericht über die Ortsratssitung folgt in einer der nächsten Ausgaben.