„Enttäuschend und Negativwerbung für die Stadt“

Der Historische Hochofen in Bornum gibt derzeit kein gutes Bild für die Stadt ab.

Historischer Hochofen in Bornum gibt derzeit ein trauriges Bild ab / Denkmal ist Thema bei der nächsten Ortsratssitzung

Zwei große Hinweisschilder verweisen in Bornum auf den Historischen Hochofen, der bekanntlich das bedeutendste Industriedenkmal seiner Art in ganz Norddeutschland ist. Im Oktober des vergangenen Jahres sprach der Ortsrat Bornum über den Hochofen der ehemaligen Wilhelmshütte. Damals hieß es, dass man ihn am Tag des offenen Denkmals präsentieren wolle. Man war sich bewusst, dass einiges zu tun sei, um ihn in einen vorzeigbaren Zustand zu bringen. Bis zum 8. September ist es zwar noch knapp zwei Monate hin, doch der ehemalige Stadtheimatpfleger Manfred Klaube sieht derzeit keine Verbesserung der Lage: „Vielleicht sollten die Stadt Bockenem und die Bornumer die Hinweisschilder besser abbauen, denn was die Besucher an dieser Stelle zu sehen bekommen, ist wahrlich enttäuschend und eine Negativwerbung.“
Die Liste der vorhandenen Mängel sei lang, so Klaube: „Schmutz liegt herum, die feuchte Infowand verliert ihren Putz, der vor ihr auf den Boden fällt, und der Schaukasten, der Information verspricht, ist eine Zumutung. Obendrein wachsen wieder Birkenschößlinge aus dem Mauerwerk des Denkmals.“
Jahr für Jahr müsse man die Stadt und die Bornumer darauf aufmerksam machen, einigermaßen für Ordnung zu sorgen: „Dabei wäre es doch ein Leichtes, wenn alle zwei Monate dort jemand im Auftrag der Stadt oder des Bornumer Ortsrates vorbeisehen und das Notwendige tun würde. Doch diejenigen, die dafür zuständig wären, schaffen das nicht.“
Auswärtige Besucher des Denkmals hätten sich zuletzt auch wieder sehr negativ geäußert, was für die Stadt auf Dauer sicher kein gutes Image abwirft. „Man hat noch die Lippenbekenntnisse des Bornumer Ortsbürgermeisters und einiger seiner Ortsratsmitglieder von den zurückliegenden Zusammenkünften im Ohr, und bekannt ist auch, dass mit dem Bürgermeister der Stadt und dem Bauamtsleiter im Frühjahr eine Ortsbeghung stattgefunden hat. Doch wenn das alles gewesen sein sollte, dann wäre es besser, die Hinweisschilder abzubauen und den Hochofen verfallen zu lassen. Die Situation, in der er sich um 1974 befand, wäre dann bald wieder erreicht“, schließt Klaube.
Im Jahr 1974 wurde der Hochofen nach fast 120-jährigem Dornröschenschlaf grundlegend saniert. 300.000 D-Mark hat das Land Niedersachsen damals ausgegeben. Der Abschluss der Arbeiten wurde mit einer vielbesuchten öffentlichen Veranstaltung begangen, zu dem sogar der zuständige Minister aus Hannover erschienen war.
Wie geht es weiter? Bei der nächsten Bornumer Ortsratssitzung am Donnerstag, 25. Juli, um 19.30 Uhr im Schützenhaus steht als Punkt 6 auf der Liste: Hochofensituation und Umfeld.