Kritik an Zustand des Hochofens zeigt Wirkung

Ortsbegehung der Bornumer Mandatsträger zur Situationslage am Hochofen.

Bornumer Mandatsträger machen sich vor Ort ein Bild / Wer nimmt sich des Nachwuchses im Ort an?

Die bereits für 2013 gewünschte und mit 47.000 Euro vom Bauamt veranschlagte Fassadensanierung der Bornumer Turnhalle hat der Ortsrat auf seiner letzten Zusammenkunft erneut angemahnt und auf Platz 1 der Prioritätenliste für den künftigen Haushaltsplan 2014 gesetzt. Als nächstes steht die Hochofensanierung, gefolgt von dem Wunsch nach einer neuen Deckschicht im Holzweg und einer mit 7500 Euro veranschlagten Sanierung des Daches des alten Waagehauses an. Der Fußweg in der Ackerstraße, der 12.000 Euro kosten soll, steht bereits im laufenden Haushalt und ist laut Mitteilung des Ortsbürgermeisters Hans-Hermann Niehoff „in Bearbeitung“.
Den anvisierten Verkauf der alten Schule wolle man weiter verfolgen, ebenso die Aufstellung einer Ruhebank am Radweg zwischen Bornum und Rhüden. Das neue Spielgerät auf dem Platz am Feuerwehrhaus befinde sich „auf gutem Weg“.

Kritik aus Bürgerschaft
an der Pflege der
öffentlichen Flächen

Zu der auch in Bornum aus den Reihen der Bürgerschaft wiederholt vorgetragenen Kritik hinsichtlich der Pflege der öffentlichen Flächen und Spielplätze bemerkte der Ortsbeauftragte Ralf Marten, dass zwar grundsätzlich diese Pflege als nicht ausreichend erachtet werde, dennoch die nach Plan der Stadt festgelegten Pflegerhythmen in Bornum keine negativen Auswirkungen zeigten. Wenn aus der Einwohnerschaft Beschwerden vorgebracht würden, so sollten diese direkt an ihn – an den Ortsbeauftragten Ralf Marten – gerichtet werden.
Unter dem Punkt Einwohnerfragestunde war zuvor in der Sitzung das wiederholte Problem „Hundekot“ im Dorf diskutiert worden. Dazu informierte der Ortsbeauftragte dahingehend, dass die Stadt nur dann gegen den betreffenden Hundehalter tätig werden könne, wenn ein Augenzeuge den Verursacher benenne. Allgemeine Beschwerden würden zu nichts führen. Man müsse schon den Mut haben als Augenzeuge aufzutreten, meinte dazu auch der Bürgermeister.
Kritik von Seiten eines Bornumers wurde zu Beginn der Sitzung über das Verrichten der Notdurft seitens von Lastwagenfahrern am Rand des neuen Autobahnparkplatzes gegen das Dorf hin geäußert. Dieses Verhalten könne häufig beobachtet werden, entblößte Hinterteile eingeschlossen.
Zum Thema Schallschutz längs der Autobahn auf Höhe Bornums war man sich einig, dass die Geräuschkulisse deutlich abgenommen habe, insbesondere durch das Aufbringen des sogenannten Flüsterasphalts.

Kein Ansprechpartner für Jugendliche gefunden

Zum Wunsch der Stadt nach einer Benennung eines örtlichen Ansprechpartners für Kinder und Jugendliche, der auch die Stadtjugendpflege unterstützen sollte, konnte in Bornum niemand gefunden werden. Die in diesem Zusammenhang geführte allgemeine Diskussion über das mangelhafte „Sich-zur-Verfügung-stellen“ für öffentliche Aufgaben im Dorf veranlasste das Ortsratsmitglied Andreas Wecken zu dem Vorschlag nach einem Flyer, den man jedem Haushalt mit dem Inhalt zustellen solle, dass es in Bornum zahlreiche Aufgaben gäbe, die besseres Bürgerengagement erforderten. Auch sei es bisher noch nicht gelungen, die Bornumer Vereine zu bewegen, sich mit ihren Aktivitäten und Aufgaben einmal vorzustellen.
Der Sitzungspunkt „Situation der Windkraftanlagen“ wurde mit einem Bericht des Ortsbürgermeisters über die letzte goße Informationsveranstaltung der Stadt eingeleitet, wobei es für ihn enttäuschend gewesen sei – so Hans-Hermann Niehoff – dass nur ganz wenige Bornumer anwesend gewesen wären. Die dann anschließend mit den Zuhörern geführte Diskussion endete mit dem Antrag des Ortsratsmitglieds Carsten Lange, dass der Ortsrat sich hinsichtlich des Flächenstandorts östlich des Königsturms im zentralen Ambergau positionieren solle. Der Ortsbürgermeister bewertete eine solche Stellungnahme als durchaus positiv, wies aber auf die Befangenheit und das damit verbundene Nichtmitwirken einiger Ortsratsmitglieder hin. Wahrscheinlich wären es drei der insgesamt sieben Mandatsträger, meinte auch Ralf Marten. Man wolle das genau klären und auf der nächsten Sitzung - und zwar noch vor dem 30. September - ein solches Votum äußern, kam man abschließend überein.

Am Hochofen soll
etwas geschehen

Einen sehr breiten Teil dieser nunmehr 5. Bornumer Ortsratszusammenkunft nahm das Hochofenproblem ein, zumal vor Sitzungsbeginn vor Ort eine mehr als halbstündige Begehung stattgefunden hatte, auf der die Gesamtsituation eingehend erörtert worden war. Die wenige Wochen zuvor geäußerte öffentliche Kritik am Hochofenzustand hatte mittlerweile auch die Stadt mit einigen Arbeiten tätig werden lassen. Im Gesamtergebnis herrschte Einigkeit, dass am Hochofen umgehend etwas geschehen müsse. Das beinhaltet nach Ansicht des Ortsrats im Einzelnen Ausbesserungen am Objekt, das Versetzen und Überarbeiten der großen Tafel, auf der die Betriebsabläufe dargestellt sind, die Aufstellung einer weiteren Tafel am mittlerweile freigelegten oberen Zugang, die mit Text und Materialien über den Hochofen, seine Geschichte und Bedeutung Auskunft geben soll, die Fortnahme der großen Birke neben dem Hochofen, die Ausbesserung des Bodenumfelds und wenn möglich einen weiteren Zugang aus Richtung der ehemaligen Mühle. Vorrangig müssten aber seitens der Stadt bis möglichst Ende September rechtliche Fragen geklärt werden, die mit dem Hochofen zusammenhingen.

Radweg soll Ambergau touristisch aufwerten

Des Weiteren soll ein Gespräch mit dem Ortsrat Königsdahlum stattfinden, bei dem ein kürzlich in die Diskussion gebrachter Vorschlag über die Ausweisung eines Geschichtspfades zwischen beiden Orten erörtert werden soll. Dieser verfolgt zusammen mit der Neukonzeption eines zwischen Seesen, Bockenem und Holle verlaufenden Ambergauradweges die Intention, den Ambergau touristisch aufzuwerten und mehr Publikum und Interessierte zu bringen, auch zum Bornumer Hochofen. Seitens des Ortsrates erklärten sich Ralf Marten und Nils-Peter Oelhoff bereit, gezielt als Ansprechpartner für die Aufwertung und Sanierung des Hochofens zur Verfügung zu stehen.