Neue Debatte um Bornumer Grundschule

Wie lange Bornums Schulleiterin Christine Luther neue Schüler in Bornum begrüßen kann ist ungewiss. Der Grund sind einbrechende Geburtenzahlen.

Nach Einbruch der Geburtenzahlen wird es mittelfristig für zwei eigenständige Schulen eng

Nach der Entscheidung des Stadtrates am 29. April des vergangenen Jahres über die Änderung der Schulbezirke, hatten alle Bornumer erst einmal aufgeatmet: Die Grundschule sollte erhalten bleiben.

Doch nun wird es schon wieder kritisch, das war bei der jüngsten, gemeinsamen Sitzung von Bau- und Jugendausschuss deutlich. Dabei ging es in erster Linie gar nicht um die Bornumer Schule sondern um die Bockenemer. Denn die braucht, wie schon des Öfteren berichtet, einen größeren Umbau.
Verschiedene Möglichkeiten stellte nun Architekt Michael Aselmeyer vor. Neben einem Anbau am neuen Grundschulgebäude, kämen auch ein kompletter Neubau in der Nähe der Oberschule oder die Nutzung des ehemaligen Realschulgebäudes in Frage. Letzteres jedoch, so wurde von Schulseite aus klargestellt, sei keine Alternative. Man wolle möglichst ein geschlossenes Gebäude und kurze Wege. Zudem, so Aselmeyer, gebe es im seit acht Jahre leerstehenden Gebäude erheblichen Sanierungsbedarf.
Der Jugendausschussvorsitzende Siegfried Berner (SPD) wies daraufhin, dass noch nichts entschieden sei, wie der Umbau der Bockenemer Grundschule vonstatten gehen wird. Aber, so Berner: „Mit der zu treffenden Entscheidung legen wir den Grundstein für die künftige Schulentwicklung in Bockenem und somit natürlich auch für den Standort in Bornum.“ Dem setzte die CDU-Seite und Bürgermeister Martin Bartölke entgegen, dass man jetzt noch nicht über Bornum entscheide: „Vor 2016 kann nicht gemeinsam eingeschult werden, eher 2017. Bis 2016 haben wir also Zeit für diese Entscheidung“. Möglich sei auch die Zusammenlegung beider Schulen mit einer Außenstelle in Bornum.
Hintergrund der wieder aufflammenden Diskussion ist der Einbruch bei den Geburtenzahlen innerhalb der letzten zwei Jahren im Stadtgebiet. Waren es vor 20 Jahren noch 150 pro Jahr, verringerte sich die Zahl in den letzten zehn Jahren auf im Schnitt 75. 2013 waren es dann erstmals weniger als 50. Das gestand auch Bar­tölke ein: „Wir müssen wissen, dass die Schülerzahlen massiv sinken werden, von derzeit rund 350 auf gut 200.“

Mit 200 Schülern sind zwei Grundschulen schwer zu halten

Mit 200 Grundschülern ist es schwer, zwei Schulen zu erhalten. Denn die „magischen Grenzen“ liegen bei 80 und 180 Schülern. Bei unter 80 Schülern fällt eine Schule unter den Status „Kleinstschule“, was unter anderem bedeutet, dass die Rektorenstelle wegfällt. Bei weniger als 180 Schülern muss man die Konrektorenstelle hergeben. Mindestens 240 Erst- bis Viertklässler sind also nötig, um beide Schulen über diesen Grenzen zu halten.
Bornums Schulleiterin Christine Luther rief die Politiker dazu auf, mit einer endgültigen Entscheidung noch etwas abzuwarten. Möglicherweise würden sich die Geburtenzahlen in den kommenden Jahren zumindest wieder auf dem vorherigen Niveau von zirka 70 einpendeln. Darauf setzten auch einige die zahlreichen anwesenden Besucher der Sitzung. Da es nun beim größten Arbeitgeber, den Meteor Gummiwerken, etwas mehr Sicherheit gebe, könnten sich Familien möglicherweise wieder eher für Kinder entscheiden, hieß es von dort.
Sicher ist, die Diskussion wird weiter anhalten und auch die nächsten Sitzungen des Ausschusses und des Stadtrates dominieren.
Auch zwei weitere Themen betrafen die beiden Grundschulen. Zum einen wurde der Bedarf für eine außerschulische Betreuung in Bornum ermittelt. Die Umfragebögen würden nun ausgewertet. Wie Amtsleiter Michael Loske mitteilte, gebe es mehrere Möglichkeiten für die Betreuung, zum Beispiel mit Tagesmüttern, ein neuer Hort oder die Aufstockung in Bockenem mit einem Fahrdienst.
Ein möglicher Ganztagsbetrieb für die Bockenemer Lehranstalt ist weiterhin in der Diskussion, gewünscht sei dies. Die Schule wünscht sich allerdings eine qualifizierte Betreuung. Das bedeutet, dass auch am Nachmittag Unterricht gegeben werden würde. Dafür müsste es allerdings vom Land eine größere finanzielle Unterstützung geben. Ein neuer Entwurf ist in Planung, doch entschieden ist hier noch nichts.