Sorgenkind Bornumer Turnhalle

Nach wie vor ist für die Stadt die Turnhalle in Bornum ein großes Sanierungsproblem; im Bildhintergrund die einzügige Grundschule.

Sanierung nicht unter 150.000 Euro zu bewerkstelligen / Bis Sommer 2014 soll Konzept vorliegen

Das war für die Mitglieder des Finanzausschusses denn doch etwas viel. Es ging um die seit längerem anstehende Sanierung der Turnhalle in Bornum. Mittlerweile geht es hierbei nicht nur mehr um die Fassadenrenovierung und die damit verbundene Dämmung.

Auch Regenwasser dringt inzwischen ein, Fenster müssten ersetzt werden, die Heizung ist ein Problem, und die Toiletten sind in ihrer Substanz aus der Zeit, in der die Halle vor 30 Jahren einmal gebaut wurde. Die Kosten dafür würden sich auf 150.000 Euro belaufen, resümierte Bauamtsleiter Bernd Arndt. Mehr noch: Würde man sich entscheiden, anstelle der Turnhallensanierung eine Mehrzweckhalle zu bauen, müsste der Bockenemer Rat locker eine viertel Million Euro bewilligen. Was also tun? Sanieren, oder abreißen und neu bauen?, wie Gerd-Christian Barte (CDU) fragte. „Wir schieben den Bornumer Turnhallengiebel schon seit drei oder vier Jahren vor uns her“, konstatierte ratlos Siegfried Berner (SPD). Die Stadt habe mittlerweile „Baustellen ohne Ende“, und der Investitionsstau belaufe sich in der Summe auf sechs bis acht Millionen Euro, rechne man alles ein, was für die nächsten Jahre anstehe.
Dabei ist die Bornumer Maßnahme in ihrer Dimension durchaus in einem weiteren Rahmen zu sehen. Die zweitgrößte Ortschaft im Stadtgebiet mit ihren rund 1100 Bewohnern hat seit Jahren keine Gaststätte und mit Ausnahme der Vereinshäuser der Schützen und des CdN keine Versammlungsstätte mehr. Der rege DRK-Ortsverein domiziliert in dem baufälligen früheren Schulgebäude und würde liebend gern an eine andere geeignete Stelle wechseln. Die neben der Turnhalle stehende Grundschule soll nach dem Bekunden verschiedener Kommunalpolitiker trotz ihrer Einzügigkeit zwar bestehen bleiben, doch angesichts der für die nächsten Jahre abzusehenden weiteren negativen demographischen Entwicklung kann dafür keine Garantie gegeben werden, wie auf der Finanzausschussitzung auch Bürgermeister Martin Bartölke bemerkte.
In Bornum staut sich also etwas auf. Was bleibt den für die Finanzen zuständigen Kommunalpolitikern folglich übrig, als das Ganze erst einmal eingehend zu überdenken. Dabei sollten ein örtlicher Arbeitskreis und der Bornumer Ortsrat behilflich sein. Ein Konzept sei bis zum Sommer 2014 zu erarbeiten. Dann wolle man entscheiden. Diese Terminierung sei auch in Zusammenhang mit einer möglichen Dorfsanierung Bornums zu sehen. Die Antragstellung dazu wurde inzwischen auf den Weg gebracht. Diese mögliche Verbindung mit der erhofften Dorfsanierung mahnte auf der Sitzung Ulrike Schumann (CDU) an.